Bischof Felix in Horneburg

 

Vor 52 Jahren weihte Bischof Heinrich Tenhumberg den Altar in der Neuen Kirche St. Maria Magdalena Horneburg. Das ist lange her. Am 3.3.2019 kamen gleich zwei Bischöfe zu Besuch: Bischof Dr. Felix Genn und der emeritierte Weihbischof Dieter Geerlings sowie der Referent der Seelsorge für Katholiken anderer Muttersprache, Franz-Thomas Sonka. Sie nahmen an einer Byzantinischen Liturgie in der Russischen Gemeinde der heiligen Boris und Gleb teil.

 

 

Die Priester Heinrich Michael Knechten und Paul Berbers, der Protodiakon Ekkehard Wegener und die Altardiener Heinrich Jakob Bahne, Hans Bolbrock, Robert Kuhlmann und Alexander Fëdorov empfingen sie an der Pforte der Alten Kirche. Der Kirchenvorsteher begrüßte sie mit den Worten: „Christus ist unter uns.“ Die Antwort lautete: „Er ist es und er wird es sein.“ Daraufhin küssten die Bischöfe das Segenskreuz.

Bischof Felix spendete der Gemeinde Weihwasser. Danach begaben sich die beiden Bischöfe zu ihrem Platz in der Mitte der Kirche.

Nach dem Kleinen Einzug mit dem Evangeliar, der den Beginn der Verkündigung Christi darstellt, spendete Weihbischof Dieter den Segen. Die beiden Kerzen (Dikir) bedeuten Gottheit und Menschheit Christi, während die drei Kerzen (Trikir) die Dreieinigkeit symbolisieren.

Der Chor sang während der ganzen Liturgie, die zwei Stunden dauerte. Der Gesang ist ein unverzichtbarer Bestandteil, da er auf die Rufe der Priester antwortet und liturgische Elemente beiträgt, vor allem den Cherubinischen Lobgesang und die Gesänge zum Hochgebet.

Der Lektor Karl Weber trug die Dritte Stunde, die Lesung, die Kirchengesänge und die Psalmverse vor, während die Gläubigen zum Gebet für Angehörige Kerzen aufsteckten.

Die Chorleiterin Elena Poslednik gab die Töne an und dirigierte.

 

Der Große Einzug mit den Gaben von Brot und Wein stellt sinnbildlich die Hingabe Christi dar, der die Menschen durch seinen Tod und seine Auferstehung erlöst.

Das Grabtuch Christi, das am Großen Freitag besonders verehrt wird, ist am Ort des Gedenkens der Verstorbenen. Da manche Familienangehörige in Russland bestattet werden, besteht hier die Gelegenheit, auch für sie zu beten, wenn eine Reise zum betreffenden Grab nicht möglich ist.

 

An der Ikonostase (Bilderwand) sind der Wiederkehrende Christus, die allheilige Gottesgebärerin, der Prophet Isaias, der Evangelist Matthäus, die Apostel Petrus und Paulus, die Kirchenheiligen Boris und Gleb sowie der Vorläufer Johannes dargestellt.

 

 

Nach der Heiligen Kommunion hielt Bischof Felix eine Ansprache, in der er Dank sagte und darauf hinwies, dass diese Liturgie, die er zum ersten Mal miterlebte, durch die wiederkehrenden Fürbitten meditativ sei. Die Gemeinde biete einen geistlichen Ort für alle, die in dieser Tradition beheimatet sind. Der Sonntag der Fleischentsagung, der an diesem Tag gefeiert wurde, hat insofern eine Tiefendimension, als die Christen zur Nächstenliebe aufgerufen sind: „Keiner suche den eigenen Nutzen, sondern den des anderen“ (1 Kor 10,24). Dies ist ein gutes Wort für den Beginn der Fastenzeit.

Zum Schluss traten die Zelebranten für ein Bild zusammen.

Sie dankten dem Chor, der sich so engagiert eingesetzt hatte. Anschließend gab es ein Festmahl in der Gaststätte Alt Horneburg, zu dem die Gemeinde eingeladen war. Herzlichen Dank an die Gastwirte Christel und Hans-Josef Hötting!

Photographien: Bischöfliche Pressestelle / Michaela Kiepe. Text: © Heinrich Michael Knechten, Horneburg 2019.

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