Vesper am Großen und Heiligen Freitag

 

 

Priester (P): Eingangssegen.

 

Lektor (L): Eingangsgebete.

 

Chor (C) / L: Ps 103. Große Ektenie.

 

C: Herr, ich ruf zu Dir, 1. Stichiren-Ton.

 

1. Stichiren-Ton; zweimal:

Die ganze Schöpfung ward vor Furcht verwandelt / da sie Dich, Christus, am Kreuze hängen sah. / Die Sonne ward verfinstert und die Grundfesten der Erde erschüttert. / Das All litt mit dem, der das All erschaffen hat. / Der Du freiwillig für uns gelitten hast, // Herr, Ehre sei Dir.

 

2. Stichiren-Ton, je einmal:

Das gottlose und gesetzlose Volk, / wozu sinnet es Eitles? / Warum verurteilte es das Leben aller zum Tode? / Ein übergroßes Wunder, / der Schöpfer der Welt wird gegeben in die Hände der Sünder, / und der Menschenliebende wird auf dem Kreuze erhöht, / damit Er die im Hades Gefesselten befreit, / die da rufen: // Langmütiger Herr, Ehre sei Dir.

 

Als heute die untadlige Jungfrau / Dich, o Wort, am Kreuze erhöht, schaute, / ward sie klagend in ihrem Muttersein bitter verwundet. / Qualvoll seufzend aus der Tiefe ihrer Seele, / bedeckte sie ihr Angesicht mit den Haaren, / schlug mit den Händen an die Brust und rief klagend: / Wehe mir, göttliches Kind, / wehe mir, Du Licht der Welt, / weshalb entschwindest Du vor meinen Augen, Lamm Gottes? / Deshalb wurden auch die körperlosen Scharen / von Schrecken ergriffen und riefen: // Unbegreiflicher Herr, Ehre sei Dir.

 

Als Dich, Christus, den Schöpfer und Gott aller / Maria hängen sah, die Dich jungfräulich geboren, / rief sie in Trauer: / Mein Sohn, wohin entschwand die Schönheit Deiner Gestalt? / Ich kann es nicht ertragen zu sehen, / wie Du ungerecht gekreuzigt wirst. / Eile, erstehe von den Toten, // damit auch ich Deine Auferstehung nach drei Tagen erblicke.

 

6. Stichiren-Ton, je einmal:

Heute steht der Schöpfung Gebieter vor Pilatus / und der Schöpfer aller wird dem Kreuze übergeben; / denn willig wie ein Lamm lässt Er sich führen. / Mit Nägeln wird Er angeheftet / und Seine Seite wird durchbohrt. / Ein Schwamm wird dem gereicht, der Manna regnen ließ. / Schläge empfängt der Erlöser der Welt / und von Seinen Dienern wird der Schöpfer aller verspottet. / Welche Menschenfreundlichkeit des Gebieters! / Für die Ihn Kreuzigenden rief er zu Seinem Vater und sprach: / Vergib ihnen diese Sünde, o Vater; / denn die Gesetzlosen wissen nicht, // welches Unrecht sie jetzt tun.

 

Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.

 

Wehe, wie konnte die gesetzlose Versammlung / den König der Schöpfung zum Tode verdammen, / ohne der Wohltaten zu achten. / Daran erinnernd, verteidigte Er sich / und sprach zu ihnen: / Mein Volk, was hab ich dir getan? / Habe ich nicht mit Wundern Judäa erfüllt? / Habe ich nicht allein durch das Wort Tote erweckt, / nicht alle Schwäche und Krankheit geheilt? / Wie vergeltet ihr es mir? / Wozu vergesset ihr meiner? / Zum Dank für die Heilung gebt ihr mir Schläge. / Zum Dank für das Leben tötet ihr mich, / heftet an das Kreuz den wie einen Verbrecher, / der euch Wohltaten erwies, / wie einen Gesetzlosen den Gesetzgeber, / den wie einen Verurteilten, / der aller König ist. // Langmütiger Herr, Ehre sei Dir!

 

Jetzt und allezeit und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

 

Ein furchtbares, unfassbares Geheimnis / wird heute verübt und geschaut: / Der Unberührbare wird überwunden. / Gebunden der, welcher Adam vom Fluche befreit, / der unsere Herzen und Leiber erforscht, / wird ungerecht dem Verhör übergeben. / Gefangen gehalten wird, welcher den Abgrund schließt. / Vor Pilatus erscheint, vor dem mit Zittern erscheinen die himmlischen Mächte. / Der Schöpfer wird von der Hand des Geschöpfes geschlagen. / Zum Kreuzestod wird der Richter der Lebenden und Toten verdammt. / Dem Grab wird der Überwinder des Hades übergeben. / Der Du alles aus Liebe erträgst und alle vom Fluche befreist, // geduldiger Herr, Ehre sei Dir!

 

C: Du stilles Licht.

 

Prokimenon im vierten Ton:

Sie teilten meine Kleider untereinander * und über mein Gewand warfen sie das Los.

 

L: Ex 33,11-23.

 

Prokimenon im vierten Ton:

Richte, Herr, die, welche mir Unrecht tun, * bekämpfe die, welche mich bekämpfen.

 

L: Hiob 42,12-17. Jes 52,13-54,1.

 

Prokimenon im sechsten Ton:

Sie setzten mich in den untersten Abgrund, * in die Finsternis und in den Schatten des Todes.

 

L: 1 Kor 1,18-2,2.

 

C/L: Alleluja, Alleluja, Alleluja.

 

Vor dem Evangelium: Ehre sei Deinen Leiden, o Herr.

 

Nach dem Evangelium: Ehre sei deiner Langmut, o Herr.

 

Inständige Ektenie.

 

C: Gewähre, Herr, uns diesen Abend sündlos zu bewahren.

 

Bittektenie.

 

Aposticha im 2. Stichirenton:

Da Joseph von Arimathäa Dich, Christus, das Leben aller, / vom Kreuze herabgenommen hatte als Toten, / hat er Dir mit Balsam und mit Linnen gedient. / Liebe hat ihn gedrängt, sich mit Herz und Lippen / an Deinen reinen Leib zu schmiegen. / Obwohl von Scheu erfasst, rief er voll Freude zu Dir: // Ehre sei Deinem Hinabsteigen, o Menschenliebender.

 

L: Der Herr ist König, mit Herrlichkeit umkleidet.

 

Als Du für das All in das neue Grab gelegt wardst, / Du Befreier des Alls, / da erblickte Dich der spottende Hades und erschrak. / Zersprengt wurden die Riegel und die Tore zerstört, / die Gräber geöffnet, und die Toten standen auf. / Da rief Adam dankbar und mit Freude zu Dir: // Ehre sei Deinem Hinabsteigen, o Menschenliebender!

 

L: Fest stehet das Erdenrund und wird nicht wanken.

 

Als Du freiwillig im Fleische / in das Grab eingeschlossen wardst, / der Du als Gott von Natur ohne Grenzen und Schranken bist, / hast Du, Christus, des Todes Kammern verriegelt / und alle Reiche des Hades beraubt. / Du hast diesen Sabbat Deines göttlichen Ruhmes // Deiner Herrlichkeit und Deines Glanzes gewürdigt.

 

L: Deinem Hause gebühret Heiligkeit auf die Dauer der Tage, o Herr.

 

Als Dich, Christus, die Kräfte sahen, / wie Du von den Gesetzlosen als Verführer verleumdet wardst, / erschraken sie über Deine unaussprechliche Langmut und über den Grabesstein, / der versiegelt wurde von den Händen, / die Deine unverwesliche Seite durchbohrten. / Doch freuten sie sich über unsere Rettung und riefen Dir zu: // Ehre sei deinem Hinabsteigen, o Menschenliebender.

 

L: Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist, jetzt und allezeit und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

 


5. Stichirenton: Der Du Dich mit Licht umkleidetest, wie mit einem Gewande, / Dich nahm Joseph vom Kreuze mit Nikodemus. / Als er Dich tot, nackt und unbestattet sah, da sprach Er, / ein mitleidvolles Wehklagen erhebend unter Tränen: / Weh mir, mein süßester Jesus. / Als vor kurzem die Sonne Dich am Kreuze hängen sah, / umkleidete sie sich mit Finsternis, / die Erde erbebte vor Furcht / und der Vorhang des Tempels riss auseinander. / Aber siehe, jetzt schaue ich Dich, / der Du um meinetwillen zum Tode hinabgestiegen. / Wie soll ich Dich bestatten, mein Gott, / oder mit welchen Linnen soll ich Dich umhüllen? / Mit welchen Händen soll ich Deinen unverweslichen Leib berühren / oder welche Lieder soll ich singen zu Deiner Bestattung? / Ich preise Deine Leiden, / besinge Dein Begräbnis und die Auferstehung, / indem ich rufe: // Herr, Ehre sei Dir.

 

C: Nun entlässest Du, Herr.

 

L: Dreimalheilig.

 

C: Blagoobraznyj Iosif.

 

P: Weisheit.

C: Gib den Segen.

P: Segen.

C: Amin’. Stärke, o Gott, den heiligen rechten Glauben der rechtgläubigen Christen in alle Ewigkeit.

P: Allheilige.

C: Die du geehrter bist als die Cherubim und unvergleichlich herrlicher als die Seraphim, die du jungfräulich Gott, das Wort, geboren hast, in Wahrheit Gottesgebärerin, dich preisen wir hoch.

P: Ehre.

C: Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist, jetzt und allezeit und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Herr, erbarme Dich, Herr, erbarme Dich, Herr, erbarme Dich. Gib den Segen.

P: Segen.

 

5. Stichirenton: Kommet, wir wollen verehren / den im immerwährenden Gedächtnis bleibenden Joseph, / der in der Nacht zu Pilatus kam und das Leben aller erbat: / Gib mir diesen Wunderbaren, / der da keinen Ort hatte, um sein Haupt hinzulegen! / Gib mir diesen Wunderbaren, den der tückische Jünger in den Tod verriet! / Gib mir diesen Wunderbaren, / dessen Mutter, als sie Ihn an dem Kreuze hängen sah, / bitterlich weinend, schrie / und in mütterlicher Zärtlichkeit rief: / Weh mir, mein Kind! / Weh mir, mein Licht und mein geliebtes, eigenes Fleisch! / Denn das von Symeon im Tempel Vorausgesagte ist heute geschehen: / Ein Schwert wird dein Herz durchbohren. // Aber in der Freude Deiner Auferstehung verwandle das Wehklagen.

Ich bete an Deine Leiden, o Christus, / ich bete an Deine Leiden, o Christus, / ich bete an Deine Leiden, o Christus, // und Deine heilige Auferstehung.

 

 

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