Gellenbecks Horneburger Chronik 2

 

hg. v. Heinrich Michael Knechten

 

 

Die erste Horneburger Schule im heutigen Wohnhaus der Familie Peveling

Die alte Horneburger Schule (Ansicht 1993)

 

7. Kapitel.

 

Schulverhältnisse

 

(96) In alter Zeit umfaßte der Unterricht fast nur die Vorbildung, welche für den Empfang der heiligen Sakramente notwendig war, und war also ausschließlich Sache des Ortsgeistlichen.

 

Im Jahre 1610 wurde in Horneburg unter dem Rektor Barkhoff, angestellter Geistlicher an der hiesigen Filialkirche, die erste Schule eröffnet. Der Geistliche, der Kirchenvorstand und die Bürger der Gemeinde gaben die Erklärung ab, daß die Schule eine dringende Notwendigkeit sei, wenn man die katholische Religion erhalten und befestigen wolle. Der anzustellende Lehrer sollte die Kinder der Gemeinde und der umliegenden Bauerschaften, welche von Köln und der Kölner Akademie zu weit entfernt seien, in der Grammatik und den Anfangsgründen der Philisophie [sic], besonders aber in den Lehren der römisch-katholischen (97) Kirche unterrichten. Das Schullokal befand sich gleich anfangs in der jetzigen Lehrerwohnung, nach anderen Mitteilungen soll sich dasselbe zuerst in der Nähe der Kirche befunden haben und erst nach dem durch Turenne verursachten Brande in das vorhin bezeichnete Haus verlegt worden sein. Der Schulzwang war ein unbekanntes Ding, der Unterricht fand nur zur Winterzeit statt und wurde auch von den Bauerschaften Ehsel und Meckinghoven aus besucht. Der Lehrer wurde meistens aus der Gemeinde selbst genommen und erhielt seine Ausbildung durch den Geistlichen. Nach einer vor dem Geistlichen, dem Kirchenvorstande und den beiden Bürgermeistern abgelegten Prüfung durfte er in Wirksamkeit treten. Neben seiner Schulthätigkeit betrieb er Ackerbau oder ein Handwerk, da er von der Schule allein nicht leben konnte.

 

Die Bürger der Gemeinde einigten sich in betreff der Unterhaltung des Lehrers (98) dahin, ihm gemeinsam seinen Lebensunterhalt zu beschaffen, doch zeigte sich sehr bald, daß diese Art Ausstattung der hiesigen Schulstelle eine durchaus unzuverlässige war, da man einerseits die Wohlthat einer Schule nicht zu schätzen wußte, andererseits der eine vor dem anderen fürchtete, für die Schule mehr zu leisten.

 

Der Rektor Barkhoff, der das Unhaltbare dieses Zustandes bald einsah, setzte sich dieserhalb mit der bischöflichen Behörde ins Einvernehmen. – Es wurden nun im Jahre 1612 durch Verfügung des Erzbischofs die Einkünfte der alten Vikariestelle St. Antonie mit den Stelleneinkünften an der Filialkirche vereinigt. Der zeitige Pastor hatte hieraus jährlich dem Lehrer 3 Malter Roggen und 3 Malter Gerste zu geben. (Im Jahr 1874 hat der jetzige Pastor Carl Meyer diese Verpflichtung mit einer Summe von 1.088 Thalern und einigen Groschen abgelöst. Zur Aufbringung dieser Summe verkaufte (99) er das Holz auf dem Anteile der Pastorat im Horneburger Busch.) Außerdem wurde dem Lehrer bald ein sogenanntes Schulgeld, sowie eine Entschädigung, für Dinte [Tinte], Kreide, u.s.w. zuerkannt. In den letzten Jahren vor der Regelung der Lehrergehälter durch die preußische Regierung belief sich das Schulgeld pro Kind auf 15 Silbergroschen für den Sommer und 20 Silbergroschen für den Winter, außerdem 15 Pfennige Dintegeld. Da die Schülerzahl damals gegen 130, 140 bis zu 150 betrug, so war die Einnahme des Lehrers nach damaligen Begriffen und Verhältnissen immerhin eine gute zu nennen, besonders als er, nachdem für die Kirche eine Orgel beschafft war, auch die Stelle des Organisten bekleiden konnte. Auch die Küsterstelle verwaltete derselbe, durch welche er zur Führung der Haushaltung das notwendige Land erhielt. Die Pastöre von Horneburg besaßen wegen ihrer Verpflichtung der Schule gegenüber von jeher auch das Aufsichts-, (100) Patronats- oder Präsentationsrecht, welches auch dem jetzigen Pastor C.Meyer von der königlichen Regierung bestätigt worden ist. In der Anstellungsordre für die Lehrerstelle zu Horneburg heißt es: Auf Präsentation des Herrn Pfarrers N.N. haben wir Ihnen u.s.w.

 

Die Namen der Lehrer, welche von Anfang an der hiesigen Schule vorgestanden haben, können vorläufig nicht alle ermittelt werden. Im Jahre 1758 starb der Lehrer Johann Heinrich Alemann, welcher 53 Jahre Lehrer und Küster der Gemeinde war. Ihm scheint gleich der erste Lehrer des Namens Möller, genannt Johann Heinrich Möller, gefolgt zu sein. Er wird aus der Zeit des siebenjährigen Krieges erwähnt und war es, dem die Engländer im Jahre 1759 zwei junge Pferde, einen Bienenkorb und ein Karrenrad mitnahmen. Nach ihm folgte Theodor Möller und darauf als letzter dieses Namens Wilhelm Möller, gestorben 1862.

 

II. Abschnitt.

 

1. Kapitel.

 

Neue Landesherrschaft

 

(101) Die Gemeinde Horneburg kam im Jahre 1802 unter die Herrschaft des Herzogs von Ahrenberg, nachdem der Erzbischof von Köln durch den Lüneviller Frieden die Landesherrschaft über das Vest verloren hatte. Der Herzog blieb Landesherr bis zum Jahre 1811. Im genannten Jahre vereinigte Napoleon das Vest mit dem Herzogtum Berg unter Verwaltung des Arondissement Ehsen. Die alte Landesverfassung wurde aufgehoben und der letzte Bürgermeister von Horneburg war Franz Elfert (Großvater des jetzigen Maschinenmeisters Wilhelm Elfert). Die Ortschaften Horneburg, Henrichenburg, Waltrop, Datteln, Ahsen und Flaesheim wurden von den Franzosen zu einer Mairie (102) (Bürgermeisterei) vereinigt. Der Maire (Bürgermeister) wurde der Graf Max von Boenen auf Löringhoff bei Datteln.

 

Nach der Schlacht bei Leipzig 1813 besetzte Preußen von Münster aus das Vest Recklinghausen. Münster war schon 1803 preußisch geworden und hatte als Gouverneur den berühmten Feldmarschall Blücher. Der Wiener Kongreß (1815) bestätigte die Besitznahme für Preußen. Die neue Landesverwaltung teilte das Vest der Provinz Westfalen zu, welche im selben Jahre gebildet wurde.

 

Der Graf Max von Boenen legte schon 1814 sein Amt nieder, der Beigeordnete Reiff wurde zum Amtmann ernannt und verwaltete die beiden jetzigen Ämter Waltrop und Datteln bis zum Jahre 1836. Ihm folgte der Amtmann Leppelmann zu Waltrop. Im Jahre 1857 teilte man das Ganze in die jetzigen beiden Ämter. Amtmann von Datteln wurde Wiesmann, Horneburg kam (103) zum Amte Waltrop.

 

Der letzte Bürgermeister von Horneburg war Franz Elfert bis 1811 von 1809 an. Er übernahm die Ausstellung der Gemeinderechnung schon vom Jahre 1809 und mußte seinem Vorgänger Wilhelm Schulte noch ein Guthaben an die Gemeindekasse von 72 Thalern auszahlen. Im Jahre 1809 erging an die Gemeinde Horneburg vom herzoglichen Kommissar Bracht zu Recklinghausen die Aufforderung, ein Verzeichnis der noch ungeteilten Gemeinheiten und Grundstücke nach Umfang und Beschaffenheit einzusenden. Mit der Feststellung derselben wurden der Bürgermeister Franz Elfert, der Postmeister Wesener, der Wirt Döhne und der Kötter Lindemann betraut. Der damalige Lehrer Theodor Möller fertigte ein Verzeichnis und eine Kartenzeichnung nebst Beschreibung der Horneburger Grenzen an und schickte (104) alles zur herzoglichen Kanzlei. Aus der Gemeindekasse erhielt er für diese Arbeit 40 Stüber.

 

Der Busch

 

Die Gemeinheit bestand aus Busch-, Acker- und Weidegrund. Am Busch waren der Herzog, die Bürger und Kötter der Gemeinde beteiligt. Baute ein Bürger oder Kötter ein neues Haus, so durfte er sich zum Bauholz den besten Baum im Walde aussuchen, den Angehörigen eines Verstorbenen mußten die Bretter zum Sarge gratis geliefert werden. Der Busch war in Abteilungen gebracht, die Zahl derselben scheint 16 gewesen zu sein. Größere Holzverkäufe wurden gewöhnlich von einem herzoglichen Beamten gehalten, der Teil des gelösten Betrages, wie die Gemeinde ihn beanspruchen konnte, wurde bei der Jahresrechnung dem Bürgermeister als Guthaben der Gemeinde gutgeschrieben. Im Jahre 1809 fiel der Gemeinde aus dem Busche eine Summe von 259 Thalern sechsundzwanzigdreiviertel Stübern zu. (105) Um den Busch auch in betreff der Schweinemast nützlich zu machen, wurden diese im Herbste vom Gemeindehirten darin gehütet. Da man den Wert des Holzes noch wenig achtete, befand sich damals der Busch bei weitem nicht in dem Zustande, worin er sich jetzt befindet.

 

In zwei Terminen, am 9. und 16. März 1829 fand durch den Teilungskommissar Bracht auf der Dillenburg in der Behausung des Wirtes Benke die Teilung des Busches statt. Durch Reskript vom 21. December 1822 war der Regierungsrat hierzu autorisiert worden. Am 28. März 1823 erging die öffentliche Ladung an alle diejenigen, welche Anrechte zu haben glaubten, zur Anmeldung derselben. Berechtigt waren 33 Bürger, doch hatten einige ihre Rechte schon verkauft, der Herzog war schon im Besitze mehrerer Anrechte, der Lehrer Theodor Möller kaufte das Anrecht des Johann Becker. Die Teilung geschah nach (106) Grundwert und das Ganze war abgeschätzt zu 10.036 Thalern 58 Stübern; auf jedes Anrecht fielen 304 Thaler 13 Stüber. Da aber der Boden nicht überall von gleicher Güte war, wurden fünf Klassen errichtet und zwar zu 100, 90, 85, 75 und 70 Thalern an verschiedenem Wert und dem entsprechend geteilt.

 

Einkünfte der Gemeinde Horneburg

 

Zu den Einkünften der Gemeinde gehörten ferner, wie aus den letzten Rechnungen des Bürgermeisters Franz Elfert ersichtlich ist, Renten und Verpachtungen. An Renten hatten zu zahlen Leimkühler [Lehmkühler] in Becklem siebeneinhalb Stüber, Dresemann in Horneburg 6 Stüber, Möller in Beckum 2 Stüber. An Verpachtungen kamen ein:

 

1)      Für die verpachteten Wege der Gemeinde zum Hüten gewöhnlich 20-25 Thaler.

2)      Für eine Wiese hinter dem Sauerkamp 2 Thaler 15 Stüber.

3)      Für einen verpachteten Kamp (Ackerfeld) 12 Thaler 30 Stüber. Außerdem waren verschiedene Gärten verpachtet.

4)      Die Pacht von Kühen der (107) Nichtberechtigten oder von mehr, als für die allgemeine Hut rechtlich waren. Dies brachte gewöhnlich 14-15 Thaler ein.

5)      Ferner wurden aus dem Verkaufe des Düngers aus dem Gemeindeschafstalle ein bedeutender Erlös erzielt; im Jahr 1809 26 Thaler 40 Stüber, in den Jahren 1810 und 1811 zusammen 119 Thaler 30 Stüber.

6)      Es flossen ferner in die Gemeindekasse die Beiträge zum Hebammengehalt. Bis zum Jahre 1809 hatte jeder Bürger 9 Stüber, jeder Heuerling [Mietarbeiter, Tagelöhner, der angeheuert wird.] 15 Stüber zu diesem Zwecke zu zahlen. 1810 wurde dieses heruntergesetzt, da die Zahl der Heuerlinge größer geworden war, jeder Bürger oder Kötter zahlte jetzt sechseinhalb Stüber, jeder Heuerling elfeinhalb Stüber. (Horneburg hatte damals 10 Heuerlinge.) Hebamme war Frau Meffert, welche 1811 starb, ihr Gehalt betrug 12 Thaler.

 

Ausgaben der Gemeinde Horneburg

 

Als ständige Ausgaben bestanden folgende:

 

1)      Für den Bürgermeister 2 Thaler.

2)      Für Anfertigung der Gemeinde-Rechnung 2 Thaler. (108) Der Bürgermeister erhielt außerdem von sämtlichen Geldeinhebungen, die er vorzunehmen hatte, 4 %. Im Jahre 1810 hob er für die herzogliche Kanzlei 12 Schatzungen ein, jede zu 11 Thaler 11 Stüber, zusammen 140 Thaler 12 Stüber.

3)      An die Churgenossen mußten jährlich 3 Thaler gezahlt werden.

4)      Der Küster erhielt jährlich einen Thaler aus der Gemeindekasse.

5)      Dem Schweinehirten mußten jährlich 2 Paar Schuhe, dem Kuhhirten 1 Paar geliefert werden.

6)      An die Kirche lieferte die Gemeinde jährlich 2 Pfund Wachs und ließ zu Ehren der hl. Agatha [Die heilige Agatha († um 250)  ist Patronin gegen Brandgefahr, aber auch gegen Unwetter, Naturkatastrophen und Brustkrankheiten. Zugleich ist sie die Patronin der Ammen, Hirtinnen, Weber und Glockengießer. Die Agathakerze wird zur Abwehr von Unheil angezündet.] jährlich 2 heilige Messen lesen.

7)      Dem Landesherrn waren jährlich zum 1. Januar 2 Schinken zu liefern, die anfangs zusammen 42 Pfund, später 36 Pfund wogen, das Pfund zu 10 Stüber gerechnet.

8)      Die Reparaturen an der Pastorat, am Schulhause, am Hirtenhause, Spritzenhause und Schafstall hatte die Gemeinde zu tragen. Für den Schafstall wurde meist Strauchheide [?] (109) benutzt, die man sich von Oer aus liefern ließ.

9)      Zur Vergrößerung und Verbesserung der Gemeindehut hatte die Gemeinde verschiedene Grundbesitzungen des Herzogs angepachtet, wofür sie dem Oberkellner Bergh zur Zeit von 1810 und 1811 60 Thaler zahlte, einschließlich des Heues, welches aus den herzoglichen Wiesen für die Schafe angekauft war.

 

Die Ländereien der Gemeinde bestanden aus Busch, Ackerland, Weidegrund und verpachtetes  Land. Mit Acker und Weide wurde periodisch gewechselt. Gemeinschaftlich gehütet wurden Kühe, Rinder, Schafe und im Herbste auch die Schweine. Die Nichtberechtigten hatten Pacht zu zahlen, für jedes Stück Rindvieh z.B. 1 Thaler 30 Stüber. Die Hirten hatten freie Wohnung im Hirtenhause, (dasselbe stand dem jetzigen Schulhause, der Lehrerwohnung gegenüber) und das Schuhzeug frei. Zum Anbau eines Stalles am Hirtenhause kaufte die Gemeinde (110) im Jahre 1810 ein kleines Grundstück von Josef Möller, dem Besitzer des Gartens, für 7 Thaler. Der Schafstall stand in der Nähe des Kötters Schonebeck und ist 1859 verkauft worden.

 

Während des Winterhalbjahres durfte auch der Herzog die Schafhürden benutzen (nicht mehr nach dem ersten April). Am Morgen, Mittag und Abend mußte der Kuhhirt die Kühe zur Melkstätte treiben, dieselbe befand sich hinter dem Kirchhofe rechts und links am Wege. Das Hirtenhaus ist im Jahre 1870, bei Gelegenheit des Chausseebaues beseitigt worden, aber schon bei der Teilung der Gemeinheit Horneburg (1829) war es an Koppelkamp verkauft.

 

Ausschluss einiger Grundstücke von der Teilung

 

(110 a) [B.Gellenbeck hat an dieser Stelle der Chronik die linke Spalte beschrieben. Dies wird durch die Seitenzahlen 110 a - 112 a bezeichnet.] Teilung der Gemeinheit Horneburg. Von der Teilung der Gemeinheit Horneburg waren die folgenden Grundstücke ausgeschlossen:

 

1)      Ein Garten am Bollwerk und das Hirtenhaus mit dem dazugehörenden Grund und Boden. Beides wurde von der Gemeinde vorher verkauft, um mit dem Erlös die Kosten der Teilung zu decken.

2)      Der Platz vor dem Kirchhofe und zwischen den beiden Wegen. Derselbe sollte fernerhin der Gemeinde als Zimmer- und Marktplatz dienen.

3)      Ein südlich sich hier anschließendes Grundstück des Bruches, (im Teilungs-Rezeß wird seine Lage zwischen dem Kirchhof, der Gemeinde-Baumschule und dem Garten des Mues angegeben,) Dieses Grundstück sollte späterhin zur Vergrößerung des Kirchhofes und der Baumschule dienen.

 

Diese Teile wurden nicht mitvermessen und für (111 a) die Teilung in Ansatz gebracht.

 

Teilung der Gemeinheit Horneburg

 

Geteilt wurde:

 

1)      Die Horneburger Heide mit Einschluß eines bis dahin verpachteten Ackerfeldes.

2)      Das Horneburger Bruch [Das Bruch oder die Marken sind Gemeinheitsgründe.] mit Einschluß der am Bollwerk liegenden auch bis dahin verpachteten zwei Gärten südwestlich von der Straße nach Recklinghausen.

 

Der Schätzungswert der zu verteilenden Grundfläche betrug 3.753 Thaler 15 Silbergroschen und 4 Pfennige. Berechtigt waren 33 Bürgerstätten und 7 Kötter, von denen 4 je 3 Bürgern gleich geachtet wurden. Der Herzog von Ahrenberg verzichtete bei dieser Gelegenheit auf das Hüten der Schafe während des Sommers, dagegen erkannten ihm die Teilungsberechtigten das Recht zu, während des Winters, auf den Stoppeln und den außer Kultur liegenden Ackerstücken der Gemeinheit die Schafhütung fortsetzen zu können.

 

(112 a) Teilungs-Kommissar war, wie bei der Teilung des Busches der Regierungsrat Bracht auf Dillenburg, am 31. December 1822 dazu ernannt. Die Teilung geschah am 9. März 1829, gleichzeitig mit der Teilung des Busches in der Wirtschaft Benke in Gegenwart des Stadt- und Landgerichts-Asessor  Arndts. Vom 8. Februar 1831 datiert die Bestätigung und Untersiegelung seitens der Königlich-Preußischen General-Kommission zur Regulierung der gutsherrlichen und bäuerlichen Verhältnisse und der Gemeinheitsteilungen.

 

Die Pastorat

 

(111) Im Jahre 1808 baute die Gemeinde Horneburg die noch jetzt vorhandene Pastorat. Die alte, im Jahre 1650 nach dem Brande der ersten erbaute, war überaus baufällig geworden. Auf der Tenne hatte ein Kapuzinerpater aus Recklinghausen im Jahre 1805 sich ein Bein gebrochen, da er unvorsichtiger Weise in ein Loch trat. Die Kosten der Heilung und Verpflegung wurden vom Gerichte der Gemeinde aufgelegt. Der Weg zum Pfarrhause führte über die Düngerstätte. Die Kosten des Neubaues wurden nach den üblichen Schatzungen unter die Eingesessenen der Gemeinde verteilt. Das sämtliche Bauholz kam aus dem Gemeindebusche. Der Gemeindevorsteher Döhne gab im Jahre 1809 noch an gesammeltem Gelde 151 Thaler 5 Stüber an den Bürgermeister Franz Elfert ab, außerdem waren noch verschiedene mit ihren Beiträgen zurück, wie aus der Gemeinderechnung vom (112) Jahre 1809 ersichtlich ist. Bei der Teilung des Busches erhielt auch die Pastorat ihren Anteil, derselbe wurde damals gleich zugepflanzt und reichte zu Anfang der siebziger Jahre schon aus, um die Verpflichtungen, welche der Pastor gegen die Schule hatte, mit 1.088 Thalern und einigen Groschen abzulösen.

 

Fabrik zur Verarbeitung von Wolle und Baumwolle

 

Um 1803 oder 1804 erbaute Caspar Schulte in Horneburg eine Fabrik, in welcher Wolle und Baumwolle verarbeitet wurden. Das Unternehmen war jedoch vom Glücke nicht begünstigt. Schon 1806 tritt Zahlungsunfähigkeit ein, der Postmeister Wesener muß für den Besitzer der Fabrik 71 Thaler 20 Stüber an Gebrüder Meininghaus in Mühlheim auslegen und sich der Schwiegervater des Caspar Schulte Fr. Elfert mit seiner Ehefrau hierfür verbürgen. – In den fünfziger Jahren brannte die Fabrik teilweise nieder, ihr Betrieb war schon ganz eingestellt und die letzten Reste wurden in den sechziger (113) Jahren (1868) entfernt. Der Platz fiel als Garten infolge der Bürgschaft dem Schmiedemeister Elfert zu und heißt noch jetzt der Fabrikgarten.

 

Postamt Horneburg

 

Bis zum Tode des Postmeisters Wesener 1852, dessen Wohnhaus sich vor der Kirche befand, hatte Horneburg ein bedeutendes Postamt mit regem Verkehr. Die Postverbindung ging von Hamm über Lünen und Waltrop nach Recklinghausen, Dorsten und Wesel. Wegen seines Alters und eingetretener Kränklichkeit sah sich Wesener nach einer Vertretung um. Dieselbe übernahm Peveling, jetzt Meyer in Datteln. Dieser wußte allmählich die Post nach Datteln hinüberzuziehen und Horneburg hatte seitdem die Briefe, Packete [sic] u.s.w. nach Datteln zu besorgen. Die jetzige Postagentur besteht seit dem Jahre 1883.

 

Der Verkauf des Walles

 

Von einiger Bedeutung war für die Gemeinde auch der Verkauf des Walles an der südwestlichen Seite des Dorfes. Derselbe war bis dahin im Besitze des (114) Advokaten Keus, in Horneburg in dem Schulteschen Hause wohnhaft und ansäßig. Er führte für die Gemeinde und einzelne Bürger derselben manche Prozesse, die er des Verdienstes halber geschickt einzuleiten wußte, dann aber auch meistens verlor. Bei der Versteigerung seines Anwesens nach seinem Tode brachte Theodor Wülfinghoff in Clostern bei Datteln alles an sich und vermietete es an Trottenberg. Im Jahre 1819 wurde der Wall parzelliert und von den davor wohnhaften Bürgern gekauft, die Parzelle zu 50 Thalern.

 

Die Prozessionen

 

Bei dem Verkauf wurde vorbehalten, daß die jährlichen vier Prozessionen der Gemeinde über den Wall ziehen konnten. Diese Prozessionen fanden statt

 

  1. am Tage des hl. Joseph
  2. am Frohnleichnamsfeste
  3. am Sonntage nach Jakobi zum Andenken an den Brand im Jahre 1646
  4. am Feste Mariä Geburt.

 

1848

 

(115) Das Jahr 1848 teilte seine Unruhen und Tumulte mehr oder weniger auch der Gemeinde Horneburg mit. Zu mehreren Malen kam der Sekretair Bitter des Justizrates van Stellern zu Recklingen [?] herüber und hielt in der früheren Stratmannschen Wirtschaft seine aufrüherischen Reden. Er fand großen Zulauf. Die Männer aus dem Dorfe und der Umgegend kamen vielfach mit Knitteln bewaffnet. Man sprach und trank viel und beschloß zuletzt einen Sturm auf das hiesige Schloß. Doch gewannen schließlich die Vernünftigeren die Oberhand und der projektierte Sturm erwies sich in seiner Ausführung nur als Fastnachtsscherz.

 

Als erster Abgeordneter für den Kreis Recklinghausen wurde 1848 der demokratisch gesinnte frühere Regierungsrat Bracht auf Dillenburg gewählt. Am Abend nach der Wahl brachte ihm die hiesige Gegend eine großartige Ovation in Gestalt eines glänzenden Fackelzuges. Er war aber nur 10 Tage in Berlin und legte dann infolge seiner unzufriedenen Stimmung sein Mandat nieder. Er starb 1862, das kirchliche Begräbnis mußte ihm versagt werden.

 

Die Chaussee

 

Der Bau der Chaussee von Recklinghausen durch Horneburg nach Waltrop begann im Jahre 1869. Man baute zuerst die Strecke von Horneburg bis Lucas [Joseph und Anna Lucas, geborene Berger, betreiben an der Kreuzung der Wege nach Datteln, Waltrop und Henrichenburg eine Gastwirtschaft.], der Krieg 1870 unterbrach den Bau, bis er 1871 vollendet wurde auch zwischen Horneburg und Recklinghausen. (116) Zu gleicher Zeit wurde auch eine ordentliche Dorfstraße angelegt. (Dieselbe ist im März 1887 einer bedeutenden Reparatur unterzogen worden.) Die neue Chaussee sollte zuerst über Suderwich führen, doch zerschlugen sich die Verhandlungen mit dieser Gemeinde. Der frühere Weg, der sogenannte alte Weg, führte durch das obere Thor an der Brücke bei Wieland nach Meckinghoven.

 

Im Jahre 1883 hat die Gemeinde den neuen Aschweg [Ascheweg] zur Horneburger Heide angelegt. Die Kosten betrugen etwa 1.000 Mark.

 

Epidemien

 

Im Jahre 1868 brachen in Horneburg die Pocken aus, die mehrere hinwegrafften, ebenso die Ruhrkrankheit im Jahre 1873.

 

Brände

 

Brandunfälle kamen in der Gemeinde außer dem großen Brande von 1646 folgende vor: Der letzte betraf im November dieses Jahres (1890) den Kötter Bernard Abenath. Der vorletzte ereignete sich am Abend des 9. December 1884 und legte die beiden Wohnhäuser des Hubert Stratmann und des Wirtes Theodor Meyer in Asche. 1879 brannte die Scheune des Wirtes Stratmann nieder. (117) 1864 brannte die Scheune des Wirtes Benke, 1851 das Wohnhaus des Auferkamp, 1847 die Häuser Peveling, Küper und Spörkel, 1846 das Haus, welches jetzt Hermann Sinder im Besitze hat, früher Cosmann, 1831 die Häuser Meyer, Stratmann und Westhoff.

 

Hagel

 

Ein beträchtlicher Schaden an Feld- und Gartenfrüchten entstand am 6. Juli 1888, indem in der Mittagsstunde ein Hagelschlag eintrat. Die Hagelkörner in der Größe von Taubeneiern richteten eine bedeutende Zerstörung an. Der Herzog von Ahrenberg erließ infolge dessen einen Teil der Pachtgelder für die von seiner Besitzung abgepachteten Grundstücke.

 

Überschwemmung

 

Am 24. November 1890 zeigte sich auch in Horneburg die große Wasserflut. Das Wasser kam aus dem sogenannten Thorteiche und überschwemmte die Haupt- und Nebenstraße des Dorfes, sowie den der Lehrerwohnung gegenüber liegenden Garten und das Haus des H. Sinder. Die Schule und Kirche waren nicht zu erreichen. (118)

 

2. Kapitel: Kirchenverhältnisse

 

Um 1802 war Pastor der Gemeinde Horneburg der Franziskaner

14. Rolandus Stein gest. 1818.

 

(Schon im I. Abschnitt erwähnt.) Im Jahre 1808 wurde die neue Pastorat gebaut.

 

Russen in Horneburg


Zu erwähnen ist noch, daß im Jahre 1814 die Russen, welche in der Gemeinde einquartiert waren, sich den Nebenaltar in der Kirche für ihren Gottesdienst einrichteten und denselben auch nach dem Ritus ihrer Kirche feierten. Ihre Anwesenheit in Horneburg verursachte allerdings nicht wieder die traurigen Verhältnisse früherer Kriegszeiten, doch soll eine große Unsicherheit in betreff der Sittlichkeit während ihres Hierseins geherrscht haben, auch wunderte man sich darüber, daß sie Eingemachtes aus den Fässern aßen. (119)

 

15. Pastor Heinrich Uphoff [1818-1853].


Er verzichtete im Jahre 1853 wegen Unfähigkeit auf seine Stelle und starb nach 1 oder 2 Jahren in Recklinghausen. Zu seiner Zeit wurde im Jahre 1821 das ganze Vest Recklinghausen vom kölnischen Bistum losgelöst und mit dem Bistum Münster verbunden. Das Dekanat Recklinghausen wurde errichtet und die Pfarre Horneburg demselben zugeteilt.

 

16. Carl Meyer aus Bocholt, Pastor seit 1853 [† 1891].


Er war vorher Kaplan auf dem Gute Wellheim [Welheim] und ihm wurde die Stelle eines Seminardirektors in Langenhorst angetragen. Wegen eines körperlichen Leidens (Asthma) verzichtete er auf dieselbe und übernahm die kleine Pfarre Horneburg.
Im Jahre 1855 wurde ihm von der Königlichen Regierung das Patronatsrecht über die hiesige Schulstelle ausdrücklich zuerkannt, seine Verpflichtungen gegen die Stelle (120) löste er im Jahre 1874 mit einer Summe von 1.088 Thalern und einigen Groschen ab. Von 1857 bis 1874 war er der Beziksschulinspector der beiden Ämter Waltrop und Datteln. Im Jahre 1864 wurden im Kreise Recklinghausen zwei Dekanate errichtet, Recklinghausen mit 14 Pfarreien, Dorsten mit 7 Pfarreien und der Herrlichkeit Lembeck.


Zu Anfang der sechziger Jahre wurde Pastor Meyer mit in einen Streit verwickelt, der in Datteln zwischen dem Pastor Bernard Niemerg aus Warendorf und der Gemeinde ausgebrochen war. Trotzdem sich derselbe um die Restauration und Verschönerung der dortigen Kirche sehr verdient machte, tauchten allerlei üble Gerüchte über seine Amtsführung auf, die zu einer Untersuchung führten. Der damalige General-Vikar Bernard Brinkmann (später Bischof) hatte dieselbe zu leiten und Pastor Meyer als Beisitzer in derselben zu fungieren. Die Folge (121) war, daß Leute aus den benachbarten Datteler Bauerschaften in Horneburg allerhand Unfug ausübten und den Pastor in aller möglichen Weise chikanierten.

 

Vikare in Horneburg


Wegen zunehmender Kränklichkeit hielt sich der Pastor seit 1861 einen Vikar zur Aushülfe und übertrug ihm im selben Jahre die hiesige Schulstelle. Der erste Vikar war Ludgerus Schlüter aus Bork, er starb 1883. In weiteren Kreisen war er bekannt als Kenner der Kirchenmusik, auch wurden einige seiner Kompositionen in hiesiger Kirche gesungen. In einigen Kommersen der Studentenverbindung Germania zu Münster kamen mehrere von ihm komponierte weltliche Lieder zum Vortrag.


Ihm folgte als Vikar Bernard Recker aus Ahlen 1883-1885, seitdem Schloßkaplan auf dem Schlosse des Freiherrn von Twickel bei Havixbeck.

 

Im Jahre 1884 wurde die hiesige Kirche einer größeren Reparatur unterzogen. (122) Es erfolgte ein innerer Anstrich und äußerer Verputz derselben. Zu den enstandenen Kosten schenkte der Herzog von Ahrenberg  800 Mark.


Dem Bernard Recker folgte als Vikar Joseph Becker aus Bork [Ergänzung mit anderer Handschrift: Borken] bis 1889 und seitdem Rektor in Schmedehausen bei Greven. Seine Verdienste für die Kirchengemeinde waren: 1.) Seinen Bemühungen gelang die Einführung eines Pfarr-Cäcilien-Vereines zum Zwecke eines guten Kirchengesanges. 2.) Er veranlaßte die jetzige malerische Ausstattung der Kirche, die Beschaffung neuer Kirchenfenster und Statuen. Die Kosten wurden freiwillig von einigen Eingesessenen der Gemeinde, von ihm selbst und zum größten Teile von Pastor C.Meyer getragen. Die Malerei wurde durch den Maler Felix Schröder aus Suderwich besorgt. 3.) Er bewirkte hauptsächlich die Einführung der Herz-Jesu-Bruderschaft.


Ihm folgte seit 1889 der Kaplan Bernard Reismann aus Ostbevern.

 

(123) Im Jahre 1887 wurde die Kirche mit dem jetzigen Gitter umgeben, der Platz um die Kirche geebnet und verschönert. Zur Vergrößerung des Platzes schenkte der Herzog von Ahrenberg einen Streifen des daranstoßenden Gartens. Das Gitter wurde vom Schmiedemeister Hermann Elfert angefertigt. Die Kosten wurden wiederum aus freiwilligen Beiträgen gedeckt.

 

Die Glocken


Die Kirche hat drei Glocken aus der Gießerei Petit und Edelbrock zu Gescher. Die älteste stammt aus dem Jahre 1761 und ist St. Antoni getauft. Die Schwesterglocke fiel am Sylvesterabend 1859 aus dem Glockenstuhl und zersprang. Der Pastor Carl Meyer ließ eine neue gießen 1860 und taufte sie St. Maria. Da aber zu diesem Zwecke noch eine Summe Geldes zur Verfügung stand, wurde von ihm noch eine neue Glocke bestellt und 1862 angefertigt. Ihr Name ist St. Maria Magdalena. Das Aufhängen der neuen Glocke machte einen kleinen Umbau des Turmes notwendig (von Gößling ausgeführt). [Seite 124 enthält keinen Text.]

 

3. Kapitel: Schulverhältnisse

 

(125) Um das Jahr 1802 befand sich die Schule in der jetzigen Lehrerwohnung an der Straße. Der Lehrer war Theodor Möller, Sohn des Lehrers Johann Heinrich Möller, (schon erwähnt aus der Zeit des siebenjährigen Krieges.) Der erste Lehrer Möller stammte aus dem Möller'schen Hause, welches in dem der Schulwohnung gegenüberliegenden Garten stand. H. [Hermann] Lucas aus Meckinghoven heiratete die letzte Tochter dieses Hauses. Als diese beiden gestorben waren, wurde das Haus von Hermann Lucas angekauft und zum Bau seines jetzigen Wohnhauses benutzt.

 

Der Lehrer Theodor Möller hatte Gymnasialbildung genossen und amtete nebenbei als Auktions-Kommissar. Auch bekleidete er das Küsteramt an der hiesigen Kirche. Als Küster bezog er aus der Gemeindekasse jährlich einen Thaler. Das Amt eines Organisten bekleidete (126) damals Franz Fleitmann und zwar 64 Jahre lang. Im Jahre 1830 am 18. Januar wurde dem Theodor Möller von Seiner Majestät dem Könige Friedrich Wilhelm III. das allgemeine Ehrenzeichen zweiter Klasse verliehen. Er starb 1836.

 

Ihm folgte sein Sohn Wilhelm Möller, ein Schüler Overbergs, bis 1861. Er war Lehrer, Küster und Organist. Seine Wohnung war das Haus des Philipp Rosenberg, welches dieser von den Erben Möller kaufte. Die Schule war zu seiner Zeit eine einklassige und wurde von 130 - 140 Kindern besucht.

 

Der Schulinspektor

 

Im Jahre 1826 wurde für die hiesige Gegend der erste Schulinspektor ernannt. Dieses war Pastor Harkfort zu Datteln bis zum Jahre 1852. Ihm folgte als solcher der Pastor Frintrup zu Datteln bis zum Jahre 1859. Alsdann war es bis 1874 der Pastor C.Meyer zu Horneburg. Im Jahre 1874 wurde die neue Kreisschulinspektion zu Recklinghausen errichtet. Seit 1884 ist der Pastor C.Meyer wieder Ortsschulinspector.

 

Die neue Schule

 

Schule Horneburg 1837

 

Der Anbau an die ältere Horneburger Schule. Hier war lange die Mädchenschule, hier wohnte die Lehrerin Frl. Gertrud Krewerth. Das vordere Haus ist später Schreinerwerkstatt Peveling, das hintere Haus Wohnhaus Bergfort.

 

Im Jahre 1837 erwies sich die alte Schule als zu klein, es mußte eine neue gebaut werden. Der Bauplan zu derselben wurde von einem Baumeister aus Dühseldorf angefertigt, da die hierorts und in Recklinghausen angefertigten Pläne nicht acceptiert wurden. Man plante einen Schulbau im sogenannten Bollwerk (oder den Ankauf des alten Wesener'schen Wohnhauses zum (127) Schulhause). Doch kam dann die Schule zu weit von der Kirche zu liegen. Man baute also dieselbe hinter die alte Schule und richtete die letztere zur Lehrerwohnung ein. Der Umbau der alten Schule soll 800 Thaler gekostet haben.

 

Als der Lehrer Wilhelm Möller starb, wurde der Lehrer Schüren angestellt. Er war Sohn des Lehrers Schüren zu Leveringhausen. Nur 6 - 8 Wochen verwaltete er die Stelle und kam dann nach Hoetmar. In seine Stelle trat als Schulvikar Ludgerus Schlüter. Da dieser schwächlich war, gab man ihm Substituten. Diese waren nach der Reihenfolge Karl Ferlemann aus Waltrop, jetzt in Lüdinghausen; Wibbes, Tronbernd (hier gestorben) und Brokötter. Im Herbst des Jahres 1873 wurde an der Schule der Lehrer Bornhorst angestellt. Die Schule hatte 132 Kinder und machte die Trennung in zwei Klassen notwendig.

 

(128) Im April 1874 begann man mit dem Neubau der Vorschule. Von der alten Schule wurde soviel abgenommen, daß das Portal für die neue Schule daraus gewonnen wurde. Die Kosten der neuen Schule beliefen sich auf etwa 9.000 Mark. Diese Summe wurde auf Amortisation der Sparkasse zu Recklinghausen entliehen.

 

Die Einrichtung einer zweiten Klasse

 

Bis zum 19. April 1875 mußte eine Halbtagsschule eingerichtet werden, alsdann wurde für die Vorschule am genannten Tage die Lehrerin Frl. Gertrudis Wehrland angestellt. Die erste Klasse hatte 87, die zweite 60 Kinder.

 

Der Lehrer Bornhorst wurde für den 15. October 1877 nach Buer versetzt, ihm folgte für die hiesige Schule der Lehrer Theodor Krampe aus Enniger, welcher die Stelle bis zum 1. März 1884 verwaltete. Während dieser Zeit hatte die Schülerzahl wieder bedeutend abgenommen, so daß in der ersten Klasse nur 48, in der zweiten 52 Schüler waren.

 

Krampe trat am 1. März 1884 in die Stelle des pensionierten Lehrers Ferlemann zu Waltrop. Ihm folgte in Horneburg der Lehrer Bernhard Gellenbeck aus Appelhülsen.

 

Im April 1884 erkrankten (129) die Kinder an den Masern, weshalb die Schule für 14 Tage geschlossen wurde.

 

Am 30. Juli 1887 besuchte der Herr Regierungs-Schulrat Dr. Schulz aus Münster die hiesige Schule und fuhr dann nach Waltrop weiter.

 

Lehrerinnen

 

An der Vorschule (zweiten Klasse) waren bis heute angestellt:

 

1)      Gertrud Wehrland aus Greven vom 19. April 1875 bis zum 15. October 1881 (seitdem in Recklinghausen).

2)      Caroline von de Wall aus Münster vom 15. October 1881 bis April 1886. Da erkrankte dieselbe (Lungenschwindsucht) und bekam bis zum April 1886 die Vertreterin

3)      Amalie Bracht aus Otmarsbocholt [Ottmarsbocholt] (seitdem in Beckum-Werl angestellt). C. v. de Wall unterrichtete wieder während des Sommers und wurde dann pensioniert, sie starb während des Winters. Unterdessen vertrat ihre Stelle die Lehrerin

4)      Osterhues aus Münster bis zum Frühjahr 1887 (jetzt in Dülmen).

5)      (130) Anna Farwich aus Albersloh vom April 1887 bis zum 15. October 1890 (seitdem in Waltrop).

6)      Amalie Engelsing aus Münster seit dem 15. October 1890.

 

Reparaturen an der Schule und Anschaffungen für sie

 

Von der Gemeinde sind im Interesse der Schule die folgenden Reparaturen, Anschaffungen gemacht worden:

 

1)      Im Jahre 1838 der Umbau des Schulhauses zur Lehrerwohnung, es kostete ungefähr 800 Thaler.

2)      Der Neubau der zweiten Klasse 1874-1875: Kosten etwa 9.000 Mark.

3)      Reparatur an der ersten Klasse (Neuversohlung) [Wandverkleidung] 1882. Kosten 100 Mark.

4)      Reparatur des Daches des neuen Schulhauses im Jahre 1881.

5)      Reparatur der Leherwohnung im Jahre 1885. 900 Mark. Anlage des Pflasters hinter der Wohnung und eines Kamines auf der Schule.

6)      Anschaffung neuer Wandkarten, eines Kartenhalters und Lehrpultes. 1887.

7)      (131) Zwei neue Wandkarten (Palästina und Europa) Juni 1888.

8)      Zwei neue Kaiserbilder (Friedrich I. und Wilhelm II.) October 1888. 20 Mark.

9)      Neuer Schulofen. Januar 1889. 135 Mark.

10)  Drei neue Schulbänke Januar 1889 (Stück 27 Mark).

11)  Neulegung des Fußbodens in der zweiten Klasse. October 1888.

12)  Gleichzeitig Beschaffung neuer Turngeräte (68 Mark).

 

Der Schulbezirk Horneburg umfaßt

 

1)      die Gemeinde Horneburg mit 385 Einwohnern,

2)      Einen Teil der Bauerschaft Hagem von Datteln mit den Hausstellen Köster, Vennemann, Hauve (Mölken), Rüter (Freihoff), Speckbrock (Hülshoff), Brox, Goos, Joemann, Neuhaus, Schonlau (Gutacker.)

3)      (132) Einen Teil der Bauerschaft Rapen von Datteln mit den Hausstellen Stegemann (Rüping), Sprenger, Gößling, Grundmann, Neuhaus, Lindemann (Bergmann), Winkelmann, Jasper, Lötte, Notarp, Wiesmann, Goos Heinrich, Goos Hermann, Jaismann (Pahsmann), Mues.

4)      Einen Teil der Bauerschaft Erkenswick von Recklinghausen mit den Hausstellen Schulte Hubbert, Stallmann, Klären, Backhaus, Beckbauer (Stimberg), Honeke, Göddeken, Fischer

5)      Die Bauerschaft Beckum von Henrichenburg mit den Hausstellen Huxel, (133) Hardewig, Sanders, Stöwe (Guf.) [?], Lappenküper, Havermann (Mertens).

 

Überschwemmung

 

Am 24. November 1890 zeigte sich auch in der Gemeinde Horneburg eine Hochflut. Die Dorfstraße und der Schulplatz, sowie die anliegenden Gärten waren bis gegen 2 Uhr des Nachmittags überschwemmt. Die Flut hatte des Morgens gegen 6 Uhr ihren Anfang genommen. Kirche und Schule waren am genannten Tage nicht zu erreichen. – Am 24. Januar 1891 wiederholte sich bei eingetretenem Tauwetter diese Flut, jedoch nicht in so ausgedehntem Maße. [Ab hier Paginierung von anderer Hand.]

 

Tod Pfarrer Meyers

 

(134) Am 23. December 1891 starb der hochwürdige Herr Pfarrer Carl Meyer an der Influenza mit hinzugetretener Lungenentzündung. (Siehe Seite 119.) Die Begräbnisfeierlichkeiten mußten wegen der Weihnachtsfeiertage (Freitag, Samstag und Sonntag) auf Montag, den 28. December verlegt werden. Der Tod des hochwürdigen Herrn wurde der Gemeinde sofort durch Glockengeläute mitgeteilt, der zweite Weihnachtstag zu kirchlichen Andachten für den Verstorbenen benutzt. Es wurde den Schulkindern anheimgegeben, bei der Begräbnis Kränze zu tragen, auch schritten 18 weißgekleidete Mädchen mit schwarzen Florgehängen und Trauerkränzen vor dem Sarge her. Am Grabe wurde das neu eingeübte Grablied "Ruhe nun in sanftem Schlummer" von einem Gesangvereine schön vorgetragen und dann das Grab mit Kränzen geschmückt. Der bisherige hochwürdige Herr Kaplan B.Reismann aus Ostbevern ist einstweilen zum Pfarrverwalter ernannt.

 

(135) In der zweiten Hälfte des Monats Juni (1892) wurde das Äußere der Lehrerwohnung und die Schule mit neuem Anstrich versehen.

 

Am 22. Juli (1892) besuchte der Herr Regierungs- und Geheimrat Dr. B.Schulz die hiesigen Schulen und darauf die in Oberwiese April des Jahres neuerrichtete Schule.

 

Pfarrer Franz Stiene [1892-1901].


Der Pfarrer F. St. ist der 17. der hiesigen Gemeinde. Er ist geboren zu Warendorf am            [
Hier wurde das Geburtsdatum nicht eingetragen.], zum Priester geweiht am 18. Februar 1865 und bekleidete nacheinander die Vikariestellen zu Warendorf, Harsewinkel und Marl. Seine Installation als Pfarrer fand statt am 31. August 1892. Von den betreffenden Feierlichkeiten sollen erwähnt werden:

 

1)      Das Abholen des hochwürdigen Herrn geschah durch Mitglieder des Kirchenvorstandes und einen Reiterzug auf halbem Wege zwischen Horneburg und Recklinghausen. Die Prozession erwartete denselben am Eingange des Dorfes (30. August).

2)      (136) Am Abend desselben Tages war Fackelzug und Illumination des Gartens.

3)      Am Tage der Installation 31. August neun Uhr Levitenamt mit Choralgesang und mehrstimmigen Einlagen. Predigt des Herrn Dechanten Theising zu Recklinghausen.

4)      Festessen in der Wirtschaft W.Benke, woran außer etwa 18 Geistlichen sich auch der Domainen-Inspektor Ruhsel, der Amtmann Cherouny, der Vorsteher, die Mitglieder des Kirchenvorstandes und der Lehrer beteiligten. Dem von hier nach Marl versetzten Vikar B.Reismann verehrt die Gemeinde einen Kelch im Werte von 300 Mark, welche durch freiwillige Gaben aufgebracht sind.

 

Papstjubiläum

 

Am 18. Februar 1893 ist in den hiesigen Schulen des 50jährigen Bischofs-Jubiläum Sr. Heiligkeit des Papstes Leo XIII. gefeiert worden. Die Ansprache hielt Herr Pfarrer Stiene, ebenfalls brachte derselbe das Hoch aus. Darauf folgte das 3stimmige Lied: Harre meine Seele etc.

 

(137) Vom 1. April 1893 ab hat die Gemeindevertretung der Gemeinde Horneburg den hiesigen Lehrpersonen die II. Gehaltsstufe bewilligt, wie dieselbe von der Königlichen Regierung zu Münster in Vorschlag gebracht ist. Dagegen sind ihnen die bisherigen Entschädigungen für den Brennbedarf entzogen worden.

 

Anfangs October 1893 wurde auf dem Schulplatze der neue Abort errichtet. Die Baukosten beliefen sich auf 7 - 800 Mark. Schülerzahl: 75.

 

October 1894. Der Spiel- und Turnplatz wird mit Asche befahren.

 

Januar 1895. Die Feier des Geburtstages Sr. Majestät fand wegen des Sonntages schon am Samstag, den 26. Januar statt.

 

  1. Ansprache des Lehrers.
  2. Heil dir im Siegerkranz.
  3. Hoch, vom ersten Schulknaben ausgebracht.
  4. Gedichte.
  5. Lieder: "Dem König sei mein erstes Lied". und Nimm deine schönsten Melodien.

 

4. April 1895. Der Herr Landrat Graf von Merfeldt und der zum 1. April neu ernannte Herr Amtmann Schwarthoff besichtigten heute in Begleitung des Ortsvorstehers W.Elfert die hiesige Schulräume und Wohnungen der Lehrpersonen. Schülerzahl 82.

 

(138) 18. Januar 1896. Erinnerungsfeier an die Wiedervereinigung Deutschlands durch die Erhebung zum deutschen Kaiserreich.

 

  1. Gebet.
  2. Ansprache des Lehrers. Schilderung der Feier im Schlosse zu Versailles und ihre weitere Bedeutung für unser Vaterland.
  3. Hoch auf Sr. Majestät und "Heil dir im Siegerkranz".
  4. Gedichte (von den Kindern vorgetragen).
  5. Lieder: Deutschland – über alles, "Dem Landesherrn."

 

April 1896. Beim Beginne des neuen Schuljahres beträgt die Schülerzahl 94 Kinder, 47 Knaben und 47 Mädchen. Da der Platz nicht ausreicht, müssen drei neue Bänke beschafft werden.

 

Herbst 1896. Die Schülerzahl beträgt 80 Kinder, 41 Knaben, 39 Mädchen.

 

Die landwirtschaftliche Winterschule

 

Am 5. November des Jahres 1896 wird in Horneburg eine landwirtschaftliche Winterschule eröffnet. Die Eröffnungsfeierlichkeiten leitet der Herr Landrat Graf (139) von Merfeld und mit ihm sind auch die Herren vom Kreisausschuß des Kreises Recklinghausen und der herzogliche Domainenrat Rußel erschienen. Gleichfalls beteiligen sich an derselben der Herr Pfarrer Stiene, der Landwirtschaftslehrer Dorn, der Ortslehrer Gellenbeck und etwa 30-40 Landwirte aus der Umgegend. In die neue Schule sind sofort 35 Schüler eingetreten. Der Feier ging um 10 Uhr ein feierlicher Gottesdienst (Hochamt) vorher, dem alle genannten Personen beiwohnten.

 

Den fachkundlichen Unterricht erteilt der Landwirtschaftslehrer Dorn, der hochwürdige Herr Pfarrer Stiene erteilt wöchentlich 2 Religionsstunden, der Ortslehrer Gellenbeck hat wöchentlich 5 Stunden Deutsch, 1 Stunde Zeichnen und 1 Stunde Vaterlandskunde zu geben, der Lehrer Hunke in Meckinghoven wöchentlich 4 Rechenstunden und 1 Stunde Geographie. Die Honorare betragen für den Pfarrer M 250,00, für den Ortslehrer M 140,00, für den Lehrer a. M. [aus Meckinghoven] M 100,00.

 

26. Januar 1897. Wegen des starken Schneefalls fehlen heute, einschließlich der kranken Kinder, 32.

 

(140) 27. Januar 1897. Feier des Geburtstages Sr. Majestät des Kaisers und Königs Wilhelm II. Wegen des starken Schneefalles fehlen 42 Kinder, einschließlich der kranken. Feier:

 

  1. Ansprache des Lehrers und Hoch.
  2. Heil dir im Siegerkranz.
  3. Gedichte.
  4. Deutschland – über alles.
  5. Dem Landesherrn.

 

28. Januar 1897. Der Herr Geheimrat Dr. B.Schulz (Regierungs- und Schulrat aus Münster) inspizierte heute von halb zehn bis halb zwölf Uhr die beiden hiesigen Schulklassen und sodann auch die Winterschule auf dem Schlosse. Leider fehlte in beiden Schulklassen des tiefen Schnees wegen die Hälfte der Kinder.

 

2. April 1897. Am 2. April wurden von den Schülern 2 Apfelbäume auf dem Spielplatze gepflanzt. Die Bäume sind vom Lehrer Gellenbeck für den Preis von 3 Mark beschafft worden.

 

Der umgeleitete Bischof

 

(141) 3. August 1897. Am heutigen Nachmittage gegen 5 Uhr besuchte der Hochwürdigste Herr Weihbischof von Münster auf seiner Firmungsreise die hiesigen Schulklassen. Besonders zu bemerken ist, daß derselbe dem früheren Gebrauche entgegen direkt zur Gemeinde Henrichenburg begleitet wurde und zwar auf dem Feldwege durch Beckum. Die Bauerschaft Meckinghoven, welche sich sonst immer für diesen Fall mit Horneburg verband, war hiervon abgewichen und bestand auf eine besondere Empfangnahme des Bischofs. Da dieses auf eine ungerechtfertigte Opposition beruhte, entschied sich der Bischof nach Kenntnisnahme des Sachverhaltes für den oben angegebenen Weg.

 

18. April 1898. Die Schülerzahl beträgt zu Anfang des Sommer-Halbjahres 96 Kinder, nämlich 52 Knaben und 44 Mädchen, dann nach vorzeitiger Entlassung dreier Knaben noch 93 Kinder.

 

5. April 1899. Beim Beginn des neuen Schuljahres beträgt die Schülerzahl 95 (50 Knaben und 45 Mädchen), in der (142) [Oben links auf S. 142 enthält die Chronik Klebespuren, die möglicherweise eine Textpassage überdecken, z.B. "I. Klasse; in der…"] II. Klasse sind 41 Knaben und 39 Mädchen, zusammen 91 Knaben und 84 Mädchen, [insgesamt] 175.

 

Am 2. April 1899 wurde hierselbst der Seminarpriester Herr Franz Render aus Alstätte im Kreise Ahaus als Kaplan angestellt. Derselbe soll späterhin auch die Leitung der hiesigen landwirtschaftlichen Winterschule übernehmen.

 

Am 10. Juli 1899 wurden die hiesigen Schulklassen durch den Herrn Kreisphysikus Dr. Dulcker [?] aus Recklinghausen nach ansteckenden Augenkrankheiten revidiert und solche nicht vorgefunden (100 Kinder).

 

Die Abpfarrung von Groß-Erkenschwick, Rapen und Hagem

 

Mit dem 16. Juli 1899 trat die Abpfarrung von Groß-Erkenswick, Rapen und Hagem, soweit diese Bauerschaften zum Schulbezirk Horneburg gehören, nach der Pfarre Horneburg in Kraft. Die betreffende Urkunde des Bischofs Hermann von Münster wurde heute von der Kanzel verlesen: (142 A)

 

Bekanntmachung.

Hermann,

durch Gottes Erbarmung und des Heiligen Apostolischen Stuhles Gnade

Bischof von Münster,

Hausprälat und Thronassistent Sr. Heiligkeit des Papstes.

 

Da die Eingesessenen der Bauerschaft Klein-Erkenschwick und eines Theiles der Bauerschaft Große-Erkenschwick , welche bisher zum Kirchspiel Recklinghausen gehörten, bei uns darauf angetragen haben, nach der Pfarre Oer umgepfarrt zu werden, so haben wir

 

  1. in Erwägung, daß die genannten Bauerschaften der Pfarrkirche zu Oer bedeutend näher liegen, als der Pfarrkirche zu Recklinghausen und von letzterer durch die am 7. August 1896 erfolgte Umpfarrung der Bauerschaft Ehsel nach Suderwich territorial völlig getrennt sind,
  2. in Erwägung, daß die Eingesessenen der gedachten Bauerschaften bisher schon ihre religiösen Bedürfnisse zumeist in der Pfarrkirche zu Oer zu befriedigen pflegten,  auch deren Kinder der Schule zu Oer überwiesen sind,
  3. in Erwägung, daß die kirchlichen Gemeinde-Organe zu Recklinghausen und Oer sich mit der Umpfarrung einverstanden erklärt haben, beschlossen, dem obenbezeichneten Antrage zu entsprechen.

 

Kraft unserer Bischöflichen Auctorität und kraft jener Auctorität, welche uns von dem heil. Concil von Trient (sess. XXI. cap. 4 de reform.) delegirt worden ist, trennen wir daher, nach Anhörung der Betheiligten und unter Zustimmung unseres Hochwürdigen Domcapitels, die Bauerschaften Kleine-Erkenschwick und Große-Erkenschwick innerhalb der auf der beiliegenden Karte bezeichneten Grenzen mit allen ihren katholischen Eingesessenen von der Pfarre Recklinghausen ab und verleiben sie der Pfarre Oer ein.

 

Die also Umgepfarrten, welche jeden Anspruch auf das kirchliche Vermögen der Pfarre Recklinghausen verlieren, sprechen wir frei von allen ferneren Beiträgen zu den Kirchen-Bedürfnissen in eben dieser Pfarre, soweit sie öffentlich rechtlicher Natur sind, erkennen ihnen dagegen alle die Rechte zu, welche die bisherigen Pfarrgenossen von Oer besitzen.

 

Sie haben sich fortan als Angehörige der Pfarrgemeinde Oer zu betrachten und darum auch alle Pflichten zu erfüllen, die den Parochianen gegen die dortige Pfarrkirche obliegen.

 

Die Bestimmungen der gegenwärtigen Urkunde treten mit dem Tage ihrer Verkündigung in Kraft.

Urkundlich unter unserer Unterschrift und beigedrucktem Bischöflichen Insiegel.

 

Münster, 9. Mai 1899.                                   (L.S. [locus sigilli – Ort des Siegels])

Nr. 3017                                            gez. † Hermann.

 

Die nach der vorstehenden Urkunde vom 9. Mai 1899 von dem Bischof von Münster kirchlicherseits ausgesprochene Umpfarrung der Bauerschaft Klein-Erkenschwick und eines Theils der Bauerschaft Große-Erkenschwick wird auf Grund der von dem Minister der geistlichen, Unterrichts- und Medicinal-Angelegenheiten mittelst Erlasses vom 12. Juni d. J. – G. II. 1320 – uns ertheilten Ermächtigung hierdurch von Staatswegen bestätigt und in Vollzug gesetzt.

Münster, den 27. Juni 1899

Königliche Regierung,

Abtheilung für Kirchen- und Schulwesen.

Gescher.

(142 B)

 

Hermann,

durch Gottes Erbarmung und des Heiligen Apostolischen Stuhles Gnade

Bischof von Münster,

Hausprälat und Thronassistent Sr. Heiligkeit des Papstes.

 

Da die Eingesessenen eines Theiles der Bauerschaft Große-Erkenschwick  bei uns darauf angetragen haben, von der Pfarre Recklinghausen nach der Pfarre Horneburg umgepfarrt zu werden, so haben wir

 

  1. in Erwägung, daß der in Betracht kommende Theil der gedachten Bauerschaft der Pfarrkirche zu Horneburg bedeutend näher liegt, als der Pfarrkirche zu Recklinghausen und von letzterer durch die am 7. August 1896 erfolgte Umpfarrung der Bauerschaft Ehsel nach Suderwich territorial völlig getrennt ist;
  2. in Erwägung, daß die Antragsteller bisher schon ihre religiösen Bedürfnisse zumeist in der Pfarrkirche zu Horneburg zu befriedigen pflegten – auch deren Kinder der Schule zu Horneburg überwiesen sind;
  3. in Erwägung, daß die kirchlichen Gemeinde-Organe zu Recklinghausen und Horneburg sich mit der Umpfarrung einverstanden erklärt haben, beschlossen, dem obenbezeichneten Antrag zu entsprechen.

 

Kraft unserer Bischöflichen Auctorität und kraft jener Auctorität, welche uns von dem heil. Concil von Trient (sess. XXI. cap. 4. de reform.) delegirt worden sind, trennen wir daher nach Anhörung der Betheiligten und unter Zustimmung unseres Hochwürdigen Domcapitels den Theil der Bauerschaft Groß-Erkenschwick, welcher sich aus der anliegenden Karte ergibt, sammt allen seinen katholischen Eingesessenen von der Pfarrkirche zu Recklinghausen ab und verleiben ihn der Pfarre Horneburg ein.

 

Mit der letzteren Pfarre vereinigen wir überdies kraft derselben Auctorität und nach Anhörung der Betheiligten, diejenigen Theile der zum Kirchspiele Datteln gehörenden Bauerschaften Rapen und Hagen , welche ebenfalls auf der beiliegenden Karte bezeichnet sind, indem wir sie zu dem Behufe von der Pfarrkirche zu Datteln, von welcher sie weit entfernt liegen, abtrennen.

 

Die also Umgepfarrten sprechen wir frei von allen ferneren Beiträgen zu den Kirchenbedürfnissen der Pfarren Recklinghausen und Datteln, wohingegen sie jeden Anspruch auf das kirchliche Vermögen ebendieser Pfarren verlieren. Jedoch werden die Rechte der Eingesessenen der Bauerschaften Rapen und Hagen  auf die Benutzung des Krankenhauses zu Datteln durch die Umpfarrung nicht berührt.

 

Die Umgepfarrten haben sich fortan als Angehörige der Pfarrgemeinde Horneburg zu betrachten; sie genießen alle jene Rechte, welche die bisherigen Pfarrgenossen von Horneburg besitzen und haben darum auch alle Pflichten zu erfüllen, die den Parochianen gegen die dortige Pfarrkirche obliegen.

 

Die Bestimmungen der gegenwärtigen Urkunde treten mit dem Tage ihrer Verkündigung in Kraft.

Urkundlich unter unserer Unterschrift und beigedrucktem Bischöflichen Siegel.

 

Münster den 9. Mai 1899.

(L.S. [locus sigilli – Ort des Siegels])                                             gez. † Hermann.

 

Die nach der vorstehenden Urkunde vom 9. Mai 1899 von dem Bischof von Münster kirchlicherseits ausgesprochene Umpfarrung eines Theils der Bauerschaft Große-Erkenschwick und der Bauerschaften Rapen und Hagen  wird auf Grund der von dem Minister der geistlichen, Unterrichts- und Medicinal-Angelgenheiten mittelst Erlasses vom 12. Juni d. J. – G. II. 1320 – uns ertheilten Ermächtigung hierdurch von Staatswegen bestätigt und in Vollzug gesetzt.

Münster den 27. Juni 1899

(L.S. [locus sigilli – Ort des Siegels])                                Königliche Regierung,

Abtheilung für Kirchen- und Schulwesen.

Gescher.

 

Der Rhein-Ems-Kanal und das Schiffshebewerk

 

(142) Kaiserfeier 11.8.1899. Die beiden hiesigen Schulklassen beteiligten sich heute an der mit der Einweihung des Rhein-Ems-Kanals verbundenen Kaiserfeier. (143) Etwa 120 Kinder zogen in geschlossenen Reihen mit Fähnchen und Schärpen ausgestattet um 5 Uhr des Morgens zum Empfangs-Pavillon im Henrichenburger Gehölz, um demselben gegenüber auf den Leinpfaden des Kanals Aufstellung zu nehmen. Es bot sich hier auch die günstigste Gelegenheit, Seine Majestät, den Kaiser, ganz in der Nähe zu sehen. Nach dem Empfange und der Abfahrt des Schiffes konnten die Kinder noch frühzeitig genug das Hebewerk erreichen, um auch hier noch den Feierlichkeiten beiwohnen zu können. Die Person Seiner Majestät und insbesondere die nach allen Seiten gerichteten freundlichen und leutseligen Dankesbezeugungen haben auf die Kinder einen unauslöschlichen Eindruck gemacht. – Der Rückzug nach Horneburg konnte in schönster Ordnung erfolgen.

 

Das Dorf Horneburg hatte zu diesem Festtage und zur Begrüßung der in ungeheurer Menge zuströmenden Gäste reichen Flaggenschmuck angelegt. Nach beendigter Feier gegen 10 Uhr des (144) Morgens füllten sich die Straßen-Wirtschaften und Privathäuser mit den vom Kanal zurückkehrenden Fremden. Der Verkehr stockte bisweilen gänzlich und erst gegen 4 Uhr waren die letzten Vereine wieder abgezogen.

 

15. August 1899. Seuche. Mit dem 15. August endete die über die Gemeinde Horneburg seit Wochen durch die Maul- und Klauenseuche notwendig gewordene Dorfsperre. Diese Krankheit wurde von Suderwich und Ehsel aus eingeschleppt. Kühe und Schweine sind der Seuche nicht erlegen, wohl aber einige Ziegen.

 

24. December 1899. Jahrhundertwende. Feier zum Jahrhundertwechsel im Sinne der Allerhöchsten Ordre vom 4. December.

 

1)      Hinweis auf die vorstehend genannte Ordre.

2)      Rückblick. Das Vaterland von 1800 bis 1900.

3)      Heil dir im Siegerkranz. G.

 

Die dritte Schulklasse

 

(145) Vom 15. October des Jahres 1899 ab wurde die Lehrerin Frl. Gertrud Krewerth, gebürtig aus Telgte, einstweilig an der hiesigen Schule hier angestellt, (Verfügung vom 25. September 1899, № 7861 II.), nachdem die Lehrerin Fräulein Amalia Mönnigmann aus Warendorf von hier nach Rheine versetzt war.

 

Schule Horneburg 1900

 

Lehrer B.Gellenbeck (rechts) und Lehrerin Gertrud Krewerth (links)

sowie Schülerinnen und Schüler Horneburgs im Jahre 1900.

 

18. April 1900. Beginn des neuen Schuljahres. Die Schülerzahl der I. Klasse beträgt 100, nämlich 51 Knaben und 49 Mädchen.

 

27. April 1900. Drei Klassen für 2 Lehrkräfte und 2 Schulräume.

 

Am 27. April 1900 ordnete der Herr Kreisschulinspektor Witte eine Änderung der Schulklassen an. Die neue Knabenoberklasse umfaßt 66 Schüler, die neue Mädchenoberklassse 59 Schülerinnen, die gemischte Unterklasse enthält 54 Kinder. Der Unterricht in den beiden Oberklassen findet in den Morgenstunden von 8-12 Uhr, in der Unterklasse des Nachmittags von 1-4 Uhr statt.

 

8. Juli 1900. Dritte Klasse. Schulvorstand und Gemeindevertretung der Gemeinde Horneburg beschlossen in gemeinschaftlicher Sitzung die Einrichtung der dritten Schulklasse (Mädchenoberklasse) und die Anstellung einer zweiten Lehrerin für den 15. October des Jahres. Die jetzige Wohnung der Lehrerin soll (146) als drittes Schulzimmer eingerichtet werden. Dabei wird angenommen, daß die von der Gemeinde Henrichenburg beabsichtigte Trennung der Bauerschaft Beckum vom Schulbezirk Horneburg, welche durch eine Verfügung der Königlichen Regierung zu Münster aus dem Jahre 1834 dahin überwiesen wurde, nicht erfolgt.

 

15. October 1900. Die Einrichtung des dritten Schulzimmers, sowie die Anstellung einer zweiten Lehrerin ist nicht erfolgt, weil die beiderseitigen Verhandlungen in betreff der Bauerschaft Beckum zu einem Resultate noch nicht geführt haben. Die nötigen Lehrmittel für die neue Klasse sind unterdessen beschafft worden.

 

11. December 1900. Eine von der Königlichen Regierung zu Münster entsandte Kommission unterzog die hiesigen Schulräumlichkeiten einer näheren Besichtigung rücksichtlich einer dauernden Einschulung der Bauerschaft Beckum nach Horneburg. Zu den weiteren Verhandlungen begab sich dieselbe durch Beckum nach Henrichenburg.

 

20. December 1900. Der Landwirt Wilhelm Huxel in Beckum erhält Nachricht vom Bischöflichen General-Vikariate, daß mit Rücksicht auf die finanzielle Lage der Gemeinde Henrichenburg eine Abfarrung (147) und dauernde Einschulung der Bauerschaft Beckum nach Horneburg nicht erfolgen könne.

 

18. Januar 1901. Die zweihundertjährige Jubelfeier der Erhebung Preußens zum Königreiche wurde auch in den hiesigen Schulklassen nach Vorschrift und in ansprechender Weise gefeiert. Die Kinder der gemischten Unterklasse, welche sonst nur Nachmittagsunterricht haben, kommen zu diesem Tage auch des Morgens und verteilten sich auf die beiden anderen Klassen. – In der Ansprache wurden besonders diejenigen Punkte hervorgehoben, welche zeigen, wodurch die Hohenzollern das Vaterland zu seiner jetzigen Machtstellung emporgeführt haben. Im weiteren verlief die Schulfeier, wie sie sonst für die Feier des Geburtstages Sr. Majestät gebräuchlich ist.

 

20. Januar 1901. Die Lehrerin Frl. Gertrud Krewerth ist erkrankt, nach dem Atteste des Doktors Struck (Datteln), an Bronchitis wahrscheinlich auf Tuberkulose beruhend. Bis zum Eintreffen der Vertretung werden aus den 3 Schulklassen 2 einklassige Schulen (Knaben- und Mädchenschule) gebildet, in welchen (148) nach Tagen abwechselnd der Lehrer unterrichtet.

 

10. April 1901. Die Einrichtung der Schulklassen (3 Klassen für 2 Lehrpersonen) bleibt noch bestehen.

 

15. April 1901. Der Spielplatz wird vergrößert und mit Asche befahren.

 

23. April 1901. Die jährliche Nachweisung gibt nachstehende Schülerzahl an: erste Knabenklasse: 62, erste Mädchenklasse 52, gemischte Unterklasse 31 Knaben, 26 Mädchen, [insgesamt] 93 Knaben, 78 Mädchen.

 

Tod des Pfarrers Stiene

 

2. September 1901. Heute Morgen gegen 6 Uhr starb der Herr Pfarrer und Ortsschulinspektor Franz Stiene, gebürtig aus Warendorf und Pfarrer in Horneburg seit dem 31. August 1892. – Die Sedanfeier [Diese Feier wurde zum Gedenken an den Sieg über Frankreich 1870 in Sedan eingesetzt.] wurde infolgedessen gekürzt und beschränkte sich auf eine kurze Ansprache.

 

15. October 1901. Die erste Knabenklasse hat 52 Schüler (I. Abteilung 20) (II. Abteilung 32). Die erste Mädchenklasse hat 49 Kinder. Die gemischte Unterklasse hat 31 Knaben und 25 Mädchen, [insgesamt] 56.

 

Während der diesjährigen Ferien wurden in der Lehrerwohnung 2 Stuben neu bedielt, diejenige an der Straße erhielt einen neuen (149) Fußboden, die hintere Stube erhielt den nachgebesserten Belag der vorderen Stube.

 

16. October 1901. Nach einer amtlichen Mitteilung bewilligte die hiesige Gemeindevertretung am 14. October für Mehrarbeiten wegen der Klasseneinteilung den Lehrpersonen je 100 Mark.

 

18. October 1901. Der Herr Kreisarzt Dr. Rump aus Recklinghausen in Begleitung des Herrn Amtmanns Schwarthoff und des Dr. Hermann Overthun aus Waltrop unterzog heute die Schulräumlichkeiten einer Revision. Besonders beanstandet wurde die Umgebung des Schulgebäudes, auch die Aborte, die Pumpe und die Schulbänke sind nicht in guter Ordnung.

 

1. November 1901. Die Lehrerin Gertrud Krewerth, gebürtig aus Telgte, wurde für den 1. November an die Schule zu Emsdetten versetzt, an ihre Stelle trat zum selben Termine die Lehrerin Pauline Sanner aus Laggenbeck bei Ibbenbüren.

 

Pfarrer Ludwig Kindermann


14. Januar 1902. An Stelle des am 2. September 1901 verstorbenen Pfarrers Stiene ist der Missionspfarrer Ludwig Kindermann, bis dahin in Friedrichsstadt in Schleswig (gebürtig Emsdetten) zum Pfarrer der Gemeinde Horneburg (150) ernannt worden. Die Ernennung erfolgte nach geschehener Präsentation des Herzogs von Ahremberg . Am Nachmittage 3 Uhr (14. Januar) wurde der Herr Pfarrer durch eine Reiterschar von der Wirtschaft Wember abgeholt. Am 15. Januar war die kirchliche Feier der Installation und nachher Festessen in der Wirtschaft Heinrich Stratmann. L.Kindermann ist der achtzehnte Pfarrer der Gemeinde Horneburg. Geboren 29. October 1849, geweiht: 10. März 1883.

 

Tod des Kaplans Franz Render

 

31. Januar 1902. Heute Morgen um 4 Uhr starb im Krankenhause zu Datteln der hiesige Hochwürdige Herr Kaplan Franz Render an der Lungenentzündung. Die Leiche wurde am Nachmittage unter feierlichem Geleite seitens der Gemeinde Horneburg herübergeholt und im Schlosse aufgebahrt.

 

3. Februar 1902. Am heutigen Tage fand das Begräbnis des verstorbenen Herrn Kaplans statt. Die Beteiligung war eine ganz ungewöhnlich große und zeugte von der Beliebtheit des Verstorbenen bei allen Pfarreingesessenen.

 

(151) 2. April 1902. Beim Beginne des Sommerhalbjahres hat die I. Knabenklasse 62, die I. Mädchenklasse 47, die gemischte Unterklasse 54 Schüler. Die Einrichtung der Klassen mit 2 Lehrkräften und für 2 Schulräume bleibt bestehen.

 

14. October 1902. Schülerzahl: I. Knabenklasse: 59. I. Mädchenklasse: 45. Gemischte Unterklasse: 56.

 

15. April 1903. Beginn des neuen Schuljahres. Die Einrichtung der Schulklassen, 3 Klassen für 2 Schulzimmer und 2 Lehrpersonen, muß weiter bestehen bleiben. Die I. Knabenklasse hat 66, die I. Mädchenklasse hat 58, die gemischte Unterklasse hat 66 Kinder. – In der Bauerschaft Rapen beginnt eine sehr rege Bautätigkeit; für das neue Schuljahr kann ein starker Zuwachs an Schulkindern erwartet werden.

 

15. October 1903. Beim Beginne des Winter-Halbjahres beträgt die Schülerzahl: I. Knabenklasse 67, I. Mädchenklasse 56, II. Gemischte Unterklasse 70 (35 Knaben und 35 Mädchen), [insgesamt] 193. (152) Dieselbe verteilt sich auf die Gemeinden folgendermaßen: Horneburg 52 Knaben, 44 Mädchen, Datteln 25 Knaben, 29 Mädchen, Recklinghausen 25 Knaben, 18 Mädchen, [insgesamt] 102 Knaben, 91 Mädchen.

 

1. November 1903. Es wurden neu beschafft:

 

1)      für die Oberklassen ein "Königs Kartenschoner (à 15 Mark) und einmal die

2)      Planigloben von Harms,

3)      desgleichen die neuen Auflagen der Lese- und Rechenbücher.

 

4. December 1903. Am heutigen Tage fand in den hiesigen Schulen die Gedenkfeier zur Vereinigung Münsters mit dem Königreich Preußen am 1. December 1803 statt. Dieselbe konnte am 1. December nicht stattfinden, da die Anordnung derselben hier zu spät eintraf. Im Einvernehmen mit dem Herrn Ortsschulinspektor, Pfarrer Kindermann wurde die Feier für den 4. December bestimmt. Nach derselben war schulfrei.

 

Am 2. Januar 1904 wurde die neue Schule in Erkenswick eröffnet. Aus den hiesigen Schulklassen wurden 42 Kinder überwiesen, es verbleiben denselben zusammen 162.

 

(153) 29. März 1904. Auf Anordnung der Königlichen Regierung zu Münster wurde der Lehrer Bernhard Gellenbeck als ständiges Mitglied in den hiesigen Schulvorstand aufgenommen und am heutigen Tage eingeführt. Alsdann wurde in der Sitzung des Schulvorstandes nachstehender Beschluß gefaßt: "Das Tapezieren der Dienstwohnungen, wozu bisher die Lehrpersonen die Tapeten zu beschaffen hatten, geschieht von jetzt an allein von der Gemeinde. Dabei bleibt es den Lehrpersonen überlassen, die Tapeten in der Preislage von 25 bis 60 Pfennigen auszuwählen."

 

Neue Turmuhr

 

12.-14. April 1904. Durch den Uhrmacher Bernard Vortmann wird hier eine neue Turmuhr aufgestellt, der Preis derselben ist 800,00 Mark, die Kosten sind durch freiwillige Beiträge gedeckt.

 

17. Juni 1904. Um 6 Uhr nachmittags zog ein Gewitter mit Hagelschlag über Horneburg. Die Schlossen hatten die Größe von Wallnüssen, fielen jedoch nicht sehr dicht und auch bei völliger Windstille, weshald ein besonderer Schaden nicht entstanden ist.

 

(154). 30. Juni 1904. Schulvorstand und Gemeindevertretung von Horneburg haben heute in ihren Sitzungen für die Lehrpersonen die höhere Gehaltsstufe bestimmt. Lehrer: Grundgehalt 1.300,00 Mark, Alterszulage 180,00 Mark. Lehrerin: Grundgehalt 1000,00 Mark, Alterszulage 120,00 Mark. Damit wurde die Gleichstellung mit den benachbarten Gemeinden hergestellt.

 

Rückkehr zur zweiklassigen Schule

 

13. April 1905. Beginn der diesjährigen Osterferien (Freitag vor Palmsonntag bis Mittwoch nach Ostern). Zum Beginn des neuen Schuljahres sind die Kinder der Gemeinde Datteln aus den hiesigen Schulklassen entlassen und den Schulen in Rapen und Meckinghoven zugeteilt. Die Zahl derselben ist 64. Die seit 5 Jahren bestehende Klasseneinrichtung (3 Klassen für 2 Lehrpersonen) wird aufgehoben und die davor bestehende Einrichtung I. und II. Klasse (gemischt) wieder eingeführt.

 

(155) 26. April 1905. Zum Beginne des neuen Schuljahres zählt die erste Klasse 58 Kinder (28 Knaben und 30 Mädchen), die zweite Klasse 44 Kinder (22 Knaben, 22 Mädchen).

 

1. Januar 1905. An der zweiten Klasse wirkt die seit dem 1. Januar 1905 hier angestellte Lehrerin Josepha Grewe aus Recke, Kreis Tecklenburg, vorgebildet im Kloster zu Ahaus, geprüft 26.-30. October zu Münster. Ihre Vorgängerin, die Lehrerin Pauline Sanner aus Laggenbeck ist am 31. December 1904 in den Orden der Schwestern zum hl. Herzen Jesu, Mission für die Südsee, Kloster bei Hiltrup, eingetreten.

 

20. August 1905. Mit dem heutigen Tage beginnen die diesjährigen Herbstferien, dieselben sollen nach einem Beschlusse des Schulvorstandes fürderhin in die Zeit vom 20. August bis zum 1. October fallen.

 

Während der Ferien wurde die westliche Wand des Schulzimmers neu gesohlt [verkleidet] und auch der Schulofen einer größeren Reparatur unterzogen. – In der Nähe der Schule wurde das alte Halstrick'sche Haus umgebaut.

 

Neuer Kirchhof

 

(156) 1. November 1905. Allerheiligen. Am heutigen Tage wurde der neue Kirchhof eingeweiht. Nach dem Nachmittagsgottesdienste zog eine feierliche Prozession dorthin, anschließend erfolgte die Einweihung durch den Herrn Pfarrer Kindermann.

 

1. März 1906. Definitive Anstellung der Lehrerin Frl. Josepha Grewe.

 

15. April 1906. Tag des Osterfestes und Feier der ewigen Anbetung in der hiesigen Pfarrkirche. Osterferien vom 7. April, Tag vor Palmsonntag, bis Donnerstag nach Ostern 19. April einschließlich. Die Zahl der Erstkommunikanten beträgt 12.

 

20. April. Beginn des neuen Schuljahres. I. Klasse 29 Knaben, 32 Mädchen, zusammen 61. II. Klasse 22 Knaben, 27 Mädchen, zusammen 49, [insgesamt] 110.

 

21. Mai 1906. Mit dem heutigen Tage begann eine Reparaturarbeit in der Lehrerwohnung, insbesondere sind in den oberen Räumen neue Decken angelegt worden.

 

Volksmission

 

Vom 27. Mai bis zum 5. Juni 1906 wurde in der Pfarre Horneburg von zwei Patres eine Volksmission abgehalten.

 

24. Juli 1906. Heute Morgen gegen 10 Uhr traf hier eine Kommission der Königlichen Regierung zu Münster in Begleitung (157) des Herrn Schulrates Witte und des Herrn Landrates Grafen von Merfeldt zur Besichtigung der hiesigen Schulräume ein. Dem Vernehmen nach handelt es sich um einen Neubau der Schule.

 

1. October 1906. Beginn des Winter-Halbjahres. I. Klasse 56 Kinder, II. Klasse 47 Kinder. In der I. Klasse ist während der Ferien an der Westwand eine Holzverkleidung angebracht worden.

 

15. Februar 1907. Schulvorstand und Gemeindevertretung von Horneburg haben heute in ihren Sitzungen eine Erhöhung der Lehrergehälter und damit die Gleichstellung der Lehrpersonen in den Gehaltsbezügen mit denjenigen in den benachbarten Gemeinden Waltrop und Datteln beschlossen. Hiernach beträgt für Lehrer 1. das Grundgehalt 1.400,00 Mark, 2. die Alterszulage 9 x 200 Mark, 3. die Mietsentschädigung für Verheiratete 350 Mark, für Unverheiratete 200 Mark. Für Lehrerinnen 1. Grundgehalt 1.100,00 Mark, 2. Alterszulage 9 x 130 Mark, 3. Mietsentschädigung 200 Mark. Die Erhöhung soll mit dem 1. April 1907 eintreten.

 

(158) 5. April 1907. Beginn des neuen Schuljahres. In die I. Klasse treten aus der II. Klasse 15 Kinder ein. Die Schülerzahl der I. Klasse beträgt 25 Knaben und 34 Mädchen; die der II. Klasse 23 Knaben und 28 Mädchen.

 

1. Mai 1907. Der Bischof Hermann von Münster traf heute Nachmittag von Suderwich hier ein, um morgen das Sakrament der Firmung zu spenden. Gefirmt werden auch diejenigen, welche erst im nächsten Jahre zur ersten hl. Kommunion gehen. Von Horneburg begibt sich der Bischof am 2. Mai nachmittags 5 Uhr nach Oer.

 

1. Mai 1907. Heute starb zu Waltrop der Lehrer Theodor Krampe, der die hiesige Lehrerstelle vom 15. October 1877 bis zum 1. März 1884 bekleidete.

 

Die neue Schule

 

1. October 1907. Beim Beginn des Winterhalbjahres 1907/08 betrug die Schülerzahl in der I. Klasse 57, nämlich 25 Knaben und 32 Mädchen, in der II. Klasse 52 Kinder, 26 Knaben – 26 Mädchen. Im September begannen auf dem Bauamte in Waltrop die Vorarbeiten für den Neubau einer Schule in Horneburg.

 

(159) 1. October 1907. In der Woche vom 21.-28. September wurde die Kirchenorgel einer eingehenden Reparatur unterzogen. Die Kosten betrugen 657,00 Mark. Nach Aussage des Orgelbauers Breil in Dorsten ist nach Ablauf von 10 Jahren ein neues Werk nötig.

 

Am 30. September (letzter Ferientag) war die Feier des ewigen Gebetes.

 

24, April 1908. Beginn des neuen Schuljahres. Die I. Klasse hat 30 Knaben und 32 Mädchen, die II. Klasse 27 Knaben und 33 Mädchen.

 

I. Schulvorstandssitzung am 13. Mai 1908. Für den im Laufe des Sommers zu erwartenden Schulneubau ist vom Herzog von Aremberg  ein Grundstück neben dem neuen Spritzenhause an der Westseite des Dorfes in der Größe von 38,5 a angekauft worden. Preis pro Morgen 1.800,00 Mark.

 

Die seit dem ersten Mai 1907 mit der hiesigen Landwirtschaftlichen Winterschule verbundene Haushaltungsschule für Bauerntöchter ist für das neue Schulhalbjahr 1908 erweitert worden. Auch hat jetzt die Verwaltung des Kreises Recklinghausen damit begonnen, hier einen großen Obstgarten am östlichen Eingange (160) des Dorfes an der Chaussee nach Meckinghoven anzulegen.

 

29.7.1908. II. Schulvorstandssitzung wegen Neubau. Der durch den Herrn Amtmann Schwarthoff angekündigte Verding des Neubaues wird aufgehoben und der Amtmann beauftragt, wegen Änderung des Projektes sich an die Königliche Regierung zu wenden.

 

3.8.1908. III. Schulvorstandssitzung. Der Herr Amtmann versucht, den vorigen Beschluß rückgängig zu machen. Derselbe wurde jedoch aufrecht erhalten.

 

24. August 1908. Mit dem heutigen Tage begannen die Vorarbeiten für den Neubau der Schule. Bauunternehmer ist Clemens Pieper in Meckinghoven. Das Grundstück in der Größe von 35 einfünftel a ist vom Herzog von Ahrenberg zum Preise von 1.800 Mark pro Morgen erworben worden. Die Kosten des Baues werden sich auf etwa 32.000 Mark belaufen. Zur Deckung derselben leistet die Staatskasse ein Drittel, also 10-11.000 Mark. Für weitere 10.000 Mark der Bausumme hat die Kreiskasse auf 6 Jahre die Verzinsung übernommen. (161) Ein alter Schulfond von 4.300 Mark soll nach dem Beschlusse des Schulvorstandes ebenfalls zum Schulbau verwendet werden. Außerdem ist Aussicht vorhanden, die alten Schulgebäude für mindestens 15.000 Mark zu verkaufen. Durch den Schulneubau werden daher der Gemeinde Horneburg keine besonderen Lasten entstehen.

 

Am 15. September 1909 galt der Schulneubau als vollendet. Die Lehrerwohnung wurde am 24. und 25. September bezogen und am 1. October begann in der neuen Schule nach den Herbstferien wieder der Unterricht. Der Herr Pfarrer L.Kindermann vollzog am 2. October die Einweihung. Schule und Lehrerwohnung haben durch den Anschluß an das Kastroper Wasserwerk eine Wasserleitung erhalten. In der Lehrerwohnung befindet sich eine Anlage für elektrisches Licht. Die Kosten dieser Anlage hat die Gemeinde übernommen, weil der Lehrer B.Gellenbeck dieselbe in seiner früheren Dienstwohnung auf eigene Kosten hatte herstellen lassen und sie bei seinem Umzuge der Gemeinde überläßt.

 

(162) Für die neuen Schullokale sind 40 Stück viersitzige Bänke mit Klappsitzen von der Firma Gebrüder Neuendorff, Schulbank-Fabrik in Herborn, Naßau, angeschafft; jedes Schullokal erhält auch ein neues Kaiserbild. Die Schülerzahl beträgt: I. Klasse: 34 Knaben, 40 Mädchen. II. Klasse: 28 Knaben, 40 Mädchen.

 

Kinder anderer Muttersprache

 

1. April 1910. Auf einen Antrag des Herrn Pfarrers L.Kindermann hat die Königliche Regierung genehmigt, daß vom 1. April 1910 ab der Lehrer die großen Knaben, 5.-8. Jahrgang, und den 3. und 4. Jahrgang gemischt, die Lehrerin dagegen die großen Mädchen, 5.-8. Jahrgang, den 1. und 2. Jahrgang gemischt übernimmt. Die Schülerzahl beträgt:

Knaben: 5.-8. Jahrgang 20, 3. und 4. Jahrgang 25, 1. und 2. Jahrgang 27;

Mädchen: 5.-8. Jahrgang 23, 3. und 4. Jahrgang 28, 1. und 2. Jahrgang 17,

[insgesamt] 72 Knaben – 68 Mädchen.

Die Anzahl der Kinder, welche zu Hause polnisch sprechen, ist 24.

 

15. April 1911. Zu Beginn des neuen Schuljahres hatten die beiden Schulklassen nachstehend verzeichnete Schülerzahl: (163) Klasse des Lehrers. I. Abteilung 19 Knaben. IV. Jahrgang 13 Knaben, 16 Mädchen, III. Jahrgang 10 Knaben, 9 Mädchen. [Insgesamt] 42 Knaben 25 Mädchen. Klasse der Lehrerin. I. Abteilung 24 Mädchen. II. Jahrgang 7 Mädchen, 9 Knaben, I. Jahrgang 13 Mädchen, 18 Knaben. [Insgesamt] 44 Mädchen 27 Knaben. Unter diesen befinden sich im ganzen 27 polnisch, 5 holländisch und 3 tschechisch sprechende Kinder.

 

25. Juli 1912. Am heutigen Tage war der Weihbischof Illigens von Münster zur Spendung der hl. Firmung in Horneburg anwesend. Am Abend vorher wurde derselbe von Erkenschwick durch Radfahrer und eine Reiterschar abgeholt und traf um 6 Uhr hier ein. Gleich nach der Einschulungsfeier war Unterricht für die Kinder in der Kirche. Die Schulen wurden nicht besucht. Die Firmung begann am folgenden Morgen um 6 Uhr. Achteinviertel Uhr wurde der Bischof zur Grenze von Henrichenburg in der üblichen Weise begleitet.

 

20. Juli 1913. Heute wurde für beide Schulklassen ein größerer Ausflug veranstaltet. Das Ziel desselben war der Pachthof Heinrich Berkel in Becklem. Berkel hatte sich erboten, den Kindern seine Weide als Spielplatz zu überlassen und ihnen Kaffee verabreichen zu lassen. Der Ausflug begann um 2 Uhr und endete um 7 Uhr. An Kosten hatte jedes Kind 20 Pfennige zu tragen. Durch Preisschießen, Wettlaufen u.s.w. wurden Preise unter die Kinder verteilt.

 

(164) Am 7. August 1913 revidierte der neue Kreisschulinspektor, Herr Dr. Knops, die hiesigen Schulklassen. Vom 1. October an soll eine andere Klasseneinteilung eintreten, (die Halbtagsschule). Der Lehrer übernimmt die Knaben vom 3. Jahrgang einschließlich bis zum 8. Jahrgang. Die Lehrerin in gleicher Weise die Mädchen für den Vormittagsunterricht. Der I. und II. Jahrgang (gemischt) erhalten Nachmittagsunterricht (anderthalb bis dreieinhalb Stunden). Der Lehrer übernimmt hierfür Religion und Rechnen, zusammen 8 Stunden, die Lehrerin den Unterricht im Deutschen (8 Stunden).

 

22. April 1914. Die Halbtagsschule bleibt bestehen, die Schülerzahl ist 62 Knaben und 68 Mädchen, zusammen 130.

 

Am 31. März 1915 starb der Gemeinde-Vorsteher Wilhelm Elfert, nachdem er dieses Amt 23 Jahre lang bekleidet hatte. Er war in all diesen Jahren auch Mitglied des Schulvorstandes und 20 Jahre lang Vereinsvorsitzender des Spar- und Darlehenskassen-Vereins. Das Begräbnis fand am Ostersonntag-Nachmittag um dreieinhalb Uhr statt. Die Stelle des Gemeinde-Vorstehers wird einstweilig von dem Bäcker Hubert Stratmann verwaltet.

 

14.4.1915. Zum Beginne des neuen Schuljahres hat die erste Knabenklasse Abteilung I. 5.-8. Jahrgang 24 Schüler, Abteilung II. 4. Jahrgang 13 Schüler, Abteilung III. 3. Jahrgang 12 Schüler, [insgesamt] 49 Schüler. (165) Die Mädchenklasse hat in der I. Abteilung 5.-8. Jahrgang 21 Mädchen, II. Abteilung 4. Jahrgang 10 Mädchen, III. Abteilung 3. Jahrgang 15 Mädchen, [insgesamt] 46 Mädchen. Die gemischte Unterklasse hat in Abteilung I. 2. Jahrgang 14 Mädchen, 9 Knaben, in Abteilung II. 1. Jahrgang 16 Mädchen, 16 Knaben, [insgesamt] 55 Kinder. Ein Kind Wosniak ist durch ärztliches Attest zurückgestellt. Auch die noch nicht 6 jährigen, aber schulpflichtig gewordenen Kinder sind gekommen.

 

26. April 1916. Beginn des neuen Schuljahres. Halbtagsschule. Schülerzahl: I. Knabenklasse 42, I. Mädchenklasse 39, Unterklasse 53, [insgesamt] 134.

 

Es wurden 22 Kinder neu aufgenommen. Die betreffenden Pläne mußten dem Ortsschulinspektor zur Genehmigung vorgelegt werden, nicht dem Kreisschulinspektor. Die Kriegslage hat die Inspektion durch die Häufung der Arbeiten sehr erschwert. – Die erste hl. Kommunion der Kinder findet in diesem Jahre am 2. Sonntage nach Ostern, am 7. Mai statt.

 

April 1917. Zum Beginne des neuen Schuljahres beträgt die Schülerzahl: I. Klasse – Knaben 54, I. Klasse – Mädchen 43, Gemischte Unterklasse – I. und II. Jahrgang: 24 Knaben, 31 Mädchen, [zusammen] 55, [insgesamt] 152.

 

(166) Auf den zum 1. Januar 1912 in Ruhestand getretenen Schulrat Joseph Witte folgte für den Kreisschulinspektionsbezirk I. als Kreisschulinspektor Dr. Knops, bis dahin am Gymnasium zu Velbert. Da dieser im Jahre 1916 zum Heeresdienste eingezogen wurde, hatte die Vertretung des Bezirkes der Inspektor des Bezirkes II., Dr. Metzmacher, zu übernehmen.

 

April 1918. Schülerzahl zum Beginn des Schuljahres: I. Klasse Knaben 51. I. Klasse Mädchen 54. I. und II. Jahrgang, gemischte Klasse 27 Knaben, 31 Mädchen, [zusammen] 58. [Insgesamt] 163.

 

Die Stoffverteilungspläne brauchen nur dem Ortsschulinspektor zur Genehmigung vorgelegt zu werden. Für das Jahr 1918 kann ein früherer Verteilungsplan mit einigen kleinen Änderungen wieder zugrunde gelegt werden. Verfügung vom 11.2.1916. Kreisschulinspektion I./III. Dr. Metzmacher. Sehr weit gehend sind für die Kriegszeit die Befugnisse zur Erteilung von Schuldispensen. Siehe Schulamtsblatt.

 

Am 16. Mai 1918 starb der Schulrat Joseph Witte im Alter von bald 74 Jahren, seine Frau, geborene Drecken, war einige Wochen vorher, am 10. April, gestorben. Von seinen Seminarschülern konnte nur einer, nämlich der Lehrer Gellenbeck in Horneburg (167) an seinem Begräbnis, welches am 19. Mai, am Tage vor Pfingsten stattfand, teilnehmen.

 

Reinigung der Schornsteine. 29. December 1917. Nach einer Mitteilung des Herrn Amtmanns Schwarthoff haben die Gemeinden des Amtes Waltrop beschlossen, die Kosten für das Reinigen der Schornsteine in den Dienstwohnungen der Lehrpersonen nur im Winter zu tragen, insofern die Schornsteine für Schulräume und Dienstwohnungen gemeinschaftlich sind.

 

Quelle

 

Chronik der Schule zu Horneburg, Teil 1: bis 1918, 96-167, in: Archiv der Stadt Datteln (unveröffentlichte Handschrift in deutscher Kurrentschrift).

 

Weiterführende Literatur

 

 

Verweise

 

 

 

 

 

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