Geschichte der Kirche in Horneburg

 

Heinrich Michael Knechten

 

Eine geschichtliche Darstellung beruht auf historischen Urkunden, nämlich auf Verträgen, Rechnungen, Schuldverschreibungen und ähnlichen Dokumenten. Sie geben oft nicht Antwort auf Fragen, die heute gestellt werden. Daher ist jede Darstellung der Vergangenheit lückenhaft.

 

Wer sich mit Geschichte beschäftigt, stolpert außerdem über Worte. Ist Go ein japanisches Brettspiel? Was ist eine Kalandsbruderschaft? Ist mit "Horn" ein Musikinstrument und mit "Freiheit" ein philosophischer Begriff gemeint? Ist der Kellner der Horneburg in einer Gastwirtschaft tätig?

 

Begriffsklärungen

 

Der Go ist ein Dorfschaftsverband im ehemaligen sächsischen Stammesgebiet zwischen Elbe und Rhein. Das Wort entspricht sprachlich, aber nicht sachlich, dem oberdeutschen Gau. Dem Go obliegt unter anderem ein großer Teil der Gerichtsbarkeit.[1] Das in Recklinghausen im Jahre 1228 zum ersten Mal erwähnte Gogericht bildet die rechtliche Grundlage, auf die sich die Landesherrschaft des Erzbischofs von Köln stützt. Die Gogerichtsbarkeit gibt die Grundlage für die Bildung und den Zusammenhalt der Territorien. Im Gegensatz zur Freigerichtsbarkeit ist sie auf das Nachbarschaftsprinzip gegründet, übergreift also Ständeunterschiede und besondere Personengruppen. Sie ist an die flächenhafte kirchliche Organisation (Kirchspiele) angelehnt. In ihrem Rahmen wird der seit dem 11. Jahrhundert aufkommende neue Typ der Hochgerichtsbarkeit als Gericht über Leib und Leben ausgeübt. Das Gogericht entspricht insofern exakt dem, was außerhalb Westfalens als Landgericht bezeichnet wird.[2]

 

Der Begriff Vest hat seinen Ursprung in dieser Gerichtsorganisation und meint den Bezirk eines Gogerichtes. Es ist ein forensischer Begriff.[3] Von daher die lateinische Bezeichnung Vestanus commissariatus.[4] Das Wort geht zurück auf das mittelhochdeutsche vest, veste – befestigter Ort.[5]

 

"Der Name 'Vest' hängt mit dem Bestehen der Grenz- und Befestigungslinien auf das engste zusammen; denn die Landwehren, die den Gerichtsbezirk – wenigstens im Osten und Westen – umgaben, wurden auch Landfesten genannt."[6]

 

Eine andere Herleitung geht von dies festus aus, dem angesagten Tag, dem Gerichtstag. Später geht diese Bezeichnung auf die Gerichtsverhandlung und schließlich auf den Gerichtssprengel über.[7]

 

Die Bruderschaft des Heiligen Geistes, die über 450 Jahre in Recklinghausen bestanden hat, wird Kalandsbruderschaft genannt. Dies ist eine seit dem 13. Jahrhundert in Nord- und Ostdeutschland belegte Bezeichnung für verschiedene Formen von Priesterbruderschaften.

 

Der Name wird vom Monatsersten calendæ abgeleitet. An diesem Tag versammeln sich die Geistlichen der einzelnen Bezirke, um die bischöflichen Verordnungen entgegenzunehmen, mit den kirchlichen Festen des Monats bekanntgemacht und über die Pfarrführung und Büßung kirchlicher Vergehen unterrichtet zu werden.

 

Im Anschluss an diese monatlichen Dekanatsversammlungen, die mit gemeinschaftlichem Gottesdienst und einem gemeinsamen Mahle verbunden sind, bilden sich die Kalandsbruderschaften.

 

Die Recklinghäuser Kalandsbruderschaft wird am 17.4.1334 durch den Recklinghäuser Pfarrer Goswin von Hattingen, den Kirchhellener Pfarrer Arnold, den Halterner Pfarrer Wolter, den Buerer Pfarrer Konrad und den Priester Friedrich aus Suderwich gegründet.[8]

 

Da die Liebe zueinander und zu allen Menschen einer der Hauptleitsätze der Bruderschaft ist, stellt sie sich unter den Schutz des Heiligen Geistes. In Armut, Unglück und Not stehen die Mitglieder einander bei. Für die Seelen verstorbener Mitglieder wird die Hl. Messe zelebriert. Aus den Mitgliederverzeichnissen erfahren wir die Namen vieler Geistlicher.[9]

 

Horn kommt in Ortsnamen vor[10]  und bezeichnet ein spitz zulaufendes Landstück.[11] Zum Beispiel kann ein Feld in einen Wald hineinragen.[12] Burg und Freiheit liegen auf einem Ausläufer des Vestischen Höhenrückens, etwa 70 bis 75 m über Normal Null. Diese Spornlage wird also für den Ortsnamen maßgeblich gewesen sein. (Vgl. G.Müller, Bearbeiter, Westfälischer Flurnamenatlas, Lieferung 3, Bielefeld 2003, 376-379).

 

Eine andere Deutung spricht von einer Bodenschwelle oder trockenen Anhöhe, die im Sumpfland vorspringt.[13]

 

Eine dritte Deutung sieht darin einen Wassernamen mit der Bedeutung "schmutzig, dunkel, grau", durch Umwelteinflüsse auch "weiß" und "blass-blau". In Werne gibt es eine Straße namens Horneburg. Sie liegt in der Nähe der Horne. Der Hornebach ist ein 12,6 km langer rechter Nebenfluss der Lippe. Diese dritte Deutung des Namens könnte sich hierauf beziehen.[14]

 

Bei der Beurteilung der Etymologie ist darauf zu achten, dass der Vorgängerbau der Horneburg (arx Horneburgensis) sich nördlich der späteren Hauptburg befand.[15] Möglicherweise haben Sachsen einen Ortsnamen aus ihrer ursprünglichen Heimat an der Niederelbe mitgebracht.[16] Die Sage nennt einen Ritter Goddert von Horne.[17]

 

Freiheit ist eine immunitas, das heißt ein Ort, der das Asylrecht besitzt und dessen Bewohner von Abgaben befreit sind. Als Gegenleistung sind sie zu Wehr-, Hand- und Spanndiensten verpflichtet.[18]

 

Der Kellner ist cellerarius, entstellt cellenarius, Vorsteher der Cella, der Vorratskammer, also Wirtschafter, Gutsverwalter.[19]

 

Christianisierung

 

Im 7. Jahrhundert beginnt die Christianisierung dieses Gebiets. Der hl. Suidberct/Swithberht († 713), ein angelsächsischer Mönch, ist unter den damals hier lebenden Brukterern 693/694 tätig: "Als Swithberht dann nach Empfang der Bischofsweihe aus Britannien zurückgekommen war, kam er kurz darauf zum Volk der Brukterer. Er führte viele von ihnen durch seine Predigt auf den Weg der Wahrheit [vgl. 2 Petr 2,2].  Als aber die Brukterer wenig später vom Volk der Altsachsen besiegt wurden, zerstreuten sich diejenigen, welche das Wort empfangen haben, überallhin."[20] Auf Swithberht wird die Gründung der Petruskirche in Recklinghausen zurückgeführt.[21]

 

Der karolingische Reichshof Recklinghausen ist das Zentrum des Vestes. Zu dieser Zeit sind die Kirchen die einzigen Stätten von Kunst und Bildung. Für die Bevölkerung ist die Kirche der Ort, an dem sich Diesseits und Jenseits berührt, an dem sie Friede und Erquickung findet, an dem der Same zu mancher guten Tat gelegt wird. Es ist wichtig, sich vor Augen zu halten, dass es in dieser Zeit im kölnischen Westfalen nur etwa ein Dutzend Pfarren und eine kleine Zahl königlicher Hofkapellen gibt.[22]

 

1096 wird der Reichshof Hofstedde[23] bei Datteln erwähnt. Er dient der landwirtschaftlichen Nutzung, der Beherbergung des Hofes und Verteidigungszwecken. Es besteht eine gewisse Wahrscheinlichkeit, dass es hier eine Kapelle gegeben hat, damit nicht der Weg zur Pfarrkirche nach Recklinghausen zurückgelegt werden muss.

 

Amandus von Maastricht († 6.2.676/684) lebt zunächst 15 Jahre als Rekluse. Danach ist er wandernder Missionsbischof im Grenzgebiet an Schelde und Scarpe, aber er unternimmt auch Missionsreisen zu den Basken und Slawen. An seinem Bischofssitz Maastricht verbringt er nur die Jahre 647-649. Er ist ein bei den Franken beliebter Heiliger.[24] Die Wurzeln der Pfarrgemeinde St. Amandus in Datteln, erwähnt 17.6.1147 ("In Datlen ecclesiam"), liegen möglicherweise in einer Eigenkirche.[25]

 

Älteste urkundliche Erwähnungen

 

Vor 1220 erwähnt die Kleinere Vogteirolle des Grafen Friedrich von Isenberg-Altena eine Horneburch.[26] Um 1220 ist in der Großen Vogteirolle des Grafen Friedrich von Isenberg-Altena vermerkt, dass zum Oberhof Richrode Horneburch gehört.[27] In der Urkunde vom 8.1.1332 wird als Zeuge erwähnt: Herr Engilbertus, genannt Pastor von der Hornenburg (dictus de Hornenburg).[28] Hier handelt es sich um eine Bescheidenheitsfloskel. Ein Beispiel möge dies belegen. Bernhard von Clairvaux (1090-1153) schreibt: "Bernhardus, abbas dictus de Claravalle" (Bernhard, genannt Abt von Clairvaux).[29]

 

Die Kapelle der heiligen Maria Magdalena

 

Zur Erfüllung ihrer religiösen Pflichten müssen die Bewohner der Burg und der Freiheit zur Pfarrkirche St. Amandus gehen. Dies ist ein Weg, der 75 Minuten für eine Strecke in Anspruch nimmt. Da während dieser Zeit die Wehranlagen der Verteidiger entblößt sind, erhält Horneburg eine Kapelle für arx et immunitas, die der hl. Maria Magdalena geweiht ist.[30] Dies ist eine beliebte Schutzheilige für solche Kirchen, die fern allem Weltgetriebe in einsamen Gegenden erstehen.[31] Hier darf allerdings nur die Hl. Messe gefeiert werden.[32] Für die Hl. Taufe und auch anlässlich von Beerdigungen müssen die Bewohner weiterhin nach St. Amandus gehen. Vor allem im Winter ist dies ein beschwerlicher Weg. 1350 wird Kaplan Bernhard erwähnt, dem die Seelsorge für die Bewohner der Burgfreiheit obliegt.[33]

 

Die strategische Bedeutung der Horneburg

 

Bei der Schlacht von Worringen im Jahre 1288 steht Graf Eberhard II. von der Mark auf der siegreichen Seite und wird politisch vom  Kurfürstentum Köln unabhängig. In einem Sühnevertrag zwischen dem Kölner Erzbischof Friedrich von Saarwerden († 1414) und dem Grafen Engelbert III. von der Mark († 1391) vom 29.10.1384 wird die Horneburg in dem Veste von Recklinghausen erwähnt.[34] Graf Engelbert erhob Ansprüche auf die Horneburg. Diese Ansprüche sollten aber einem künftigen Schiedsgericht unterbreitet werden. Dieser Friedensvertrag bestimmte, dass "die Toten gegen die Toten, Brand gegen Brand und Raub gegen Raub" als gegeneinander aufgewogen zu gelten hätten und dass jeder im Besitze dessen bleiben sollte, was er vor dem Kampfe gehabt habe. (Manchmal wird er auch als Engelbert IV. bezeichnet, vgl. Johann Friedrich Knapp, Regenten- und Volks-Geschichte der Länder Cleve, Mark, Jülich, Berg und Ravensberg. Von Karl dem Großen bis auf ihre Vereinigung mit der Preußischen Monarchie. Von 768-1815, Bd. 2, Krefeld 1836, 354-379). 1391 werden die Grafschaften Kleve und Mark erstmals in Personalunion vereinigt. Die strategische Bedeutung der Horneburg liegt darin, dass sie eine Festung an der Grenze zur Grafschaft Mark ist, und dass sie einen Korridor zwischen den beiden Teilen der Grafschaft Mark versperrt.

 

Die Herren von Oer

 

In der Senke zwischen dem Recklinghäuser Landrücken und der Haard liegt der Reichshof Oer, eine Grundherrschaft, die sich aus zahlreichen Einzelhöfen (Hobsgütern) zusammensetzt. Die Lage hängt mit dem Weg von Dorsten nach Lünen zusammen. Er führt hier durch das Tal des Silvert- und des Mühlenbaches. Mitten in dieser Senke, an der größten Enge des Passes, ist das Gelände des curtis de Ore. Hier lässt sich die Staße überwachen und gegebenenfalls sperren.

 

Spätestens seit dem Ende des 12. Jahrhunderts steht an der Spitze des Reichshofes Oer die gleichnamige Familie von Oer. Die Einkünfte des Hofes fließen dem Kölner Domkapitel zu.[35] Vor dem 2.7.1371 übergab der Administrator des Erzbistums Köln, Kuno II. von Falkenstein († 1388), Erzbischof und Kurfürst von Trier, das Amt Waldenburg-Schnellenberg dem Fürstbischof von Paderborn, Heinrich III. von Spiegel zum Desenberg OSB († 1380), der sich aber nicht gegen Graf Engelbert III. von der Mark durchsetzen konnte. Deshalb legte der Kölner Erzbischof Friedrich III. von Saarwerden es in die Hände des Heydenrich von Oyre (Heidenreich von Oer). 1389 kann er den Reichshof Oer vom Kölner Domkapitel käuflich erwerben.[36] Nur die äußerste Not kann das Domkapitel veranlassen, sich eines so wertvollen Besitzes, wie es der Reichshof Oer war, zu entäußern. Es setzt alle Hebel in Bewegung, um wieder in seinen Besitz zu gelangen.

 

Mit dem Reichshof Oer ist die Horneburg verbunden, die zu dieser Zeit verfallen ist, aber durch Heidenreich von Oer neu erbaut, erweitert und stark befestigt wird.[37] Am 15.6.1390 legt er für seine Familie in einer Stiftungsurkunde jährliche Abgaben für die Kapelle zu Horneburg fest. Einer der Zeugen ist Frater Johannes ordinis Minorum.[38] Der Sohn Heidenreichs, Heinrich von Oer,[39] versucht, landeshoheitliche Rechte über die umliegenden Ortschaften auszuüben. Er wird 1418 besiegt und muss die Horneburg verlassen.[40]

Zur Eigenwirtschaft der Horneburg gehörte zwischen 1377 und 1418 offensichtlich der so genannte Hof zum Berge, ein Waldstück mit Teichen, da es bereits 1430 zur Ausstattung des erzbischöflichen Amtmannes Heinrich von Backem gerechnet wird. (Vgl. Staatsarchiv Münster, Vest Recklinghausen Landesarchiv, Urkunden 51 zu 1381: "Item de Dyke in de hoeue zom Berge"). Die Teiche gehörten wohl ursprünglich zum benachbarten Hof Berge (Berkel), wurden aber von diesem getrennt. 1982 wurden die Teiche als Reste einer Turmhügelburg wiederentdeckt. (Zur Geschichte vgl. H.Pennings, Westerholter Regesten des 13. und 14. Jahrhunderts, in: Vestische Zeitschrift 37 (1930), Nr. 55, 197).

 

Kurkölnische Kellnerei

 

Der weit ausgedehnte Grundbesitz des Kurfürsten von Köln: Äcker, Weidegründe, Wälder, Gebäude, Mühlen und Bauerngüter, die privat- und öffentlich-rechtlichen Nutzungen erfordern eine besondere Verwaltungsstelle. Zunächst befindet sie sich in Recklinghausen. Verwalter ist der Kellner. 1410 wird der Geistliche Johann Droege als Kellner erwähnt.[41]

 

Die Verlegung der Kellnerei nach Horneburg (nach 1420) ist ein schwerer Schlag für die Kaufleute und Gewerbetreibenden, da die Bauern, die ihre Abgaben abliefern oder ihren Dienstpflichten genügen, bei dieser Gelegenheit mancherlei Einkäufe tätigen und jetzt der Stadt fernbleiben. Gründe für die Verlegung sind die krummen und winkligen Straßen Recklinghausens, die Enge der städtischen Verhältnisse und der Mangel an geeigneten Gebäulichkeiten für die Aufspeicherung des Getreides und die Unterbringung des zahlreichen Viehes.

 

Die Horneburg dagegen bietet günstige Platzverhältnisse und geräumige Wirtschaftsgebäude.[42] Sie wird der Mittelpunkt der Landes- und Güterverwaltung, die kurfürstliche Rentmeisterei im Vest. Zu dieser Zeit hat das Vest Recklinghausen 14.500 Einwohner.[43] Als erster Kellner auf dem Schloss Horneburg findet sich 1425 Ludolf Hecheln.[44] 1431 wird die Horneburg mit Kapelle vom Erzbischof von Köln vollends in Besitz genommen.[45]

 

Die Kalandsbruderschaft

 

Nach 1475 wird als Mitglied der Kalandsbruderschaft erwähnt: "Coenradus Bruck, presbiter [sic] in Horneborgh".[46] 1552 ist Johannes Werneken als Notar, Vikar am St. Michaelsaltar zu Recklinghausen und Pfarrer zu Horneburg belegt.[47] Johannes Steinweg wird am 23.8.1569 in einem Recklinghäuser Visitationsbericht als Pfarrer von Horneburg erwähnt (Archiv der Erzdiözese Köln in Köln, vgl. Heinrich Pennings, Geschichte der Stadt Recklinghausen und ihrer Umgebung, 2. Bd.: Kulturgeschichte am Ausgang des Mittelalters und zu Beginn der Neuzeit, Recklinghausen 1936, 120). Johannes Meckinghoven ist Rektor in Horneburg und Vikar in St. Amandus, Datteln. Seine Investitururkunde von 1581 ist im Pfarrarchiv Datteln erhalten. 1608 wird ein gewisser Dobbelinck als Rektor von Horneburg genannt.

 

Westerholt

 

Ab dem 16. Jahrhundert besitzt das Haus Westerholt Ländereien in Horneburg.[48]

 

Der Truchsessische Krieg

 

Gebhard Truchsess von Waldburg (1547-1601) wird 1577 zum Erzbischof von Köln gewählt. 1582 wird er evangelisch. Sein Nachfolger, Ernst von Bayern, führt einen Krieg gegen ihn, den er 1589 gewinnt. In diesem Truchsessischen oder Kölnischen Krieg geht es darum, ob das Erzbistum Köln und damit auch das Vest katholisch bleibt oder evangelisch wird. Die Horneburg wird von dem truchsessischen Obersten Engelbert von der Lippe am 31.5.1583 besetzt. Das Vest kann aber zurückgewonnen werden. Von Schloß Horneburg zieht der Hauptmann Johann Wacker in der Nacht vom 26. zum 27. April 1584 mit seinen Knechten heimlich davon.[49]

 

Der Weg zur eigenständigen Pfarrei

 

1610 erhält die Kirche in Horneburg das Recht, die Taufe zu spenden, und zwar unter Heinrich Barckhoff (1608-1650), der später auch Dechant und Vestischer Kommissar wird. Unter diesem fähigen und tatkräftigen Seelsorger wird die Kirche umgebaut und erweitert.[50] In der Schule, die er 1610 gründet, ist er zunächst für zwei Jahre selber Lehrer. Er unterrichtet unter anderem Grammatik, Latein und Religion, gibt aber sogar eine Einführung in die Philosophie. Er wird 1632 mit dem Kellner von hessischen Truppen als Gefangener verschleppt und 1635 in Dorsten für drei Wochen inhaftiert.[51] Im gleichen Jahr wird er zum Pfarrer ernannt.

 

Im Dreißigjährigen Krieg

 

Am 25.7.1646 lässt der französische Marschall Henri de La Tour d'Auvergne, Vicomte de Turenne Schloss und Freiheit niederbrennen, um sich wegen einer militärischen Niederlage im Gebiet von Lünen-Hamm, aber auch wegen eines Angriffes auf seine Nachhut zu rächen.[52] Die Kirche bleibt erhalten, doch der Dachstuhl wird durch Brand zerstört. Leider verbrennen die Pfarrregister im Pastorat.

 

1650 beginnt Pfarrer Diederich Middeldorf (1650-1663) mit der Anlegung neuer Tauf-, Trau- und Sterberegister. Im Lagerbuch von 1660 heißt es von ihm: "Der Wiedemhoff oder pastorath. Herr Diederich Middeldorf, ietzo Pastor zur Horneburg und hat den wahl hinder Planckermanß Hauße von ietzigem Kellneren ad quinquennium vor einen RT iahrlichß gepfachtet."[53] Für einen Reichstaler jährlich hat der Pfarrer also den Wall gepachtet, um darauf Gemüse für die Küche zu ziehen.

Die Horneburger Pfarrhäuser

1587 wurde das erste Horneburger Pfarrhaus erbaut. Es stand vermutlich nordöstlich der Alten Kirche am Schloßgraben. (Die Sakristei wurde erst 1932 angebaut.) 1646 brannte das erste Pfarrhaus ab. 1662 bis 1665 wurde das zweite Pfarrhaus erbaut, das die Hauptstraße abschloss. Sie war zu dieser Zeit also noch eine Sackgasse. 1805 stürzte ein Franziskaner, der bei Pater Rolandus Stein zu Gast war, in ein Loch im Boden des Pfarrhauses und brach sich ein Bein. Die Gemeinde musste die Heilungs- und Pflegekosten übernehmen. 1808 entstand das dritte (ebenfalls am Abschluss der Hauptstraße) und 1903 das vierte Pfarrhaus, jetzt an der gegenüberliegenden Seite der Hauptstraße, heute Horneburger Straße 58. Das Fachwerk des Pfarrhauses, welches zur Zeit von Pater Rolandus Stein errichtet worden war, wurde für das Wohnhaus der Familie Berens im Hochfeld verwendet. (Vgl. Bernhard Gellenbeck, Chronik, Bd. 1, 111f; Westfälischer Städteatlas XI,2, Altenbeken 2010, Tafel 2, Entwurf C.Kneppe, Tafel 3: Flurkarte von 1823/1825.)

Der Oberkellner 

Am 22.10.1658 wird Johan [sic] Mathias Pranghe zum neuen Kellner auf der Horneburg bestellt.[54] Er sagt, er habe ein ungastliches Haus betreten, verwüstet, mit demolierten Fenstern und Türen. Im Viehstall habe er nicht einmal eine Futterkrippe vorgefunden, die Kellnereiwohnung habe nur eine kleine Stube und von der Küche ziehe der Rauch dorthin.[55] Für seine Bemühungen um eine Neuorganisation der Verwaltung wird ihm 1665 der Titel "Oberkellner" verliehen.[56]

 

Die Erweiterung der Kirche

 

Die Kirche wird zu einem zweijochigen Saalbau erweitert. 1630 verzeichnet ein Visitationsbericht, die Kirche sei neu und noch nicht geweiht (Visitationsbericht 1630, Diözesanarchiv Münster, Horneburg A 2). 1654 wird die Kirche vom Kölner Weihbischof Georg Paul Stravius (1593-1661) eingeweiht. Von 1654 bis 1780 werden die Verstorbenen an der Kirche bestattet. Die Umfriedung des Kirchhofes ist noch auf einer Photographie aus dem Jahre 1927 zu sehen.[57] Wilhelm Hovestadt (so Bernhard Gellenbeck, Horneburger Chronik, Teil 1, 89; Havestadt: Anton Jansen, Die Gemeinde Datteln, Datteln 1881, 111) ist Pfarrer von 1663-1672. Im gleichen Jahr 1672 erhält die Kirche uneingeschränkte Pfarrrechte (Abpfarrung von St. Amandus). Johann Middeldorf ist Pfarrer von 1672-1708.

Die Schlußsteine des Gewölbes

Beim Schlußstein im Altarraum wurde das Wappen oder Emblem abgefräst. Könnte dies eine damnatio memoriae (Verdammung des Andenkens) sein, die sich auf Gebhard Truchsess von Waldburg bezieht?

 Der Schlußstein in der Mitte der Kirche stellt eine so genannte Hausmarke dar, welche dieses Gebäude als in Sippenbesitz befindlich kenntlich machen soll.  Sie ist zweiteilig und in einer schildähnlichen Kartusche angebracht. Zu sehen sind drei Kugeln (Ballen) diagonal und abgesetzt davon, zwei parallele Schäfte mit vorderer Fußabstrebe und einer Schragensprosse. Da keine publizierte Sammlung vestischer Hausmarken existiert, ist eine zweifelsfreie Identifikation nicht möglich. (Vgl. Brief von Herrn Dr. Matthias Kordes aus dem Institut für Stadtgeschichte / dem Stadt- und Vestischen Archiv, vom 15.5.2014). "Die beiden mit Querbalken verbundenen Schäfte sind sogenannte Wolfsangeln. Sie wurden mit Fleisch beladen aufgehängt, um Wölfe zu töten." (Christel und Ulrich Müter, Brief vom 24.5.2016). "Der Schlussstein ist nach der Form des geschweiften Wappens wohl in das mittlere oder spätere 16. Jahrhundert oder frühe 17. Jahrhundert zu datieren. Es ist ein zweiteiliges Allianzwappen, vermutlich eines Ehepaares: die linke (heraldisch rechte) Seite zeigt immer das Wappen des Mannes und hier eine Hausmarke, die sich allenfalls von Siegeln im Stadtarchiv aufklären lässt. Hausmarken sind eine typisch bürgerliche Wappenform. Die andere Seite, also die der Frau, zeigt drei Ringe übereinander. Adelige Wappen gibt es mit diesem Bild nicht (wohl aber, indem die drei Ringe anders verteilt sind: oben zwei und unten einer z.B. die von Frydag / Freitag zu Löringhof); das einzige, was in etwa vergleichbar ist, ist das Wappen der Familie von Knipping, das die drei Ringe übereinander auf einem gelb-rot gespaltenen Schild zeigt, und zwar genau auf der Linie zwischen gelb und rot (Max v. Spießen, Wappenbuch des westfälischen Adels, 1901-1903, Taf. 81). Die Knipping waren auch im Bereich der Grafschaft Mark ansässig. Vermutlich ist es aber eher eine bürgerliche Dame gewesen, auch wenn es durchaus auch Heiraten adeliger Töchter mit reichen Bürgern gab." (Brief, Juni 2016, Dr. Gerd Dethlefs, Landschaftsverband Westfalen-Lippe, Münster, durch die dankenswerte Vermittlung von Arno Straßmann, Recklinghausen). Die Engelsburg in Recklinghausen wurde 1701 als Herrenhaus von Clamor Konstantin Münch († 1751), Richter des Kölner Kurfürsten, und seiner Frau Agatha, geborene Rensing, erbaut. Sein Emblem im Familienwappen ist der Mönch und ihr Emblem ist die Wolfsangel, ebenso zweiteilig und mit einer Schrage verbunden wie in Horneburg. Am 29.10.1608 kauften die Eheleute Vincenz Rensing, Chur- und Fürstlicher Cölnischer Rath und Amtsverwalter zu Horneburg, und Elisabeth Knipping das Haus Wilbring in Waltrop für 10.400 Reichsthaler, vgl. Regest, 29.10.1608 (Abschrift des 18. Jahrhunderts), in: Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen, Münster, Haus Wilbring - Urkunden, Nr. II, 2. Das Dortmunder Patriziergeschlecht Rensing gehörte zum Landadel. Vincenz Rensing wurde später Statthalter des Vests Recklinghausen. Fünf Generationen des Adelsgeschlechtes Knipping verwalteten als Drosten das Amt Hamm, von Gerd Knipping (1427-1455) bis Dietrich Knipping (um 1531-1607).

Der Schlußstein im Teil der Erweiterung trägt das IHS-Zeichen. P. Rolandus Stein, 1792-1818 Pfarrer in Horneburg, war Franziskaner. Dieser Orden pflegte die Namen-Jesu-Verehrung, die der heilige Bernhardin von Siena (1380-1444) gefördert hatte.

Zar Peter der Große in Horneburg

 

23.5.1698: Auf seiner Reise von Amsterdam nach Wien ist Zar Peter der Große in Horneburg.[58] Seit 1671 gibt es für einige Jahre die Fahrpost Berlin-Lünen-Horneburg-Recklinghausen-Köln.[59] Für 1770 ist folgende Strecke für die Extrapost belegt: Cassel-Lünen-Horneburg-Marl-Schermbeck-Wesel-Xanten-Cleve-Nimwegen-Grave-Herzogenbusch-Breda-Antwerpen.[60] Die Strecke von Lünen bis zum Rhein folgt dabei einem Weg, der in vorgeschichtliche Zeit zurückgeht.[61]

 

Juden in Horneburg

"Das Jahr 1700 brachte eine Verfügung des Kurfürsten, nach welcher es den Juden nicht mehr gestattet wurde, sich im Kölnischen niederzulassen oder darin Handel zu treiben. Wollten sie dennoch das Gebiet betreten, so war dazu ein Geleitsbrief des vestischen Statthalters notwendig, der für eine bestimmte Zeit ausgestellt werden sollte. Aber selbst der Geleitsbrief schützte die Juden nicht. Auf öffentlichen Straßen und Wegen beschimpfte, mißhandelte und beraubte man dieselben. Die Verfügung bestand bis zum Jahre 1802 und wurde damals durch den neuen Landesherrn, den König von Preußen, wieder aufgehoben. Horneburg hatte damals noch an beiden Eingängen des Dorfes (am sogenannten Thorteich und an der Brücke bei Wieland) Thorbogen mit verschließbaren Thüren. Im Durchgange hing, nach außen hin erreichbar, ein Briefkasten. Juden hatten ihr Gesuch um Einlaß, Steuerexekutoren ihre Papiere, Gläubiger ihre Mahnbriefe hineinzulegen. Der Thorwächter machte dem Bürgermeister Mitteilung und dieser konnte nun nach Gutdünken den Zutritt verweigern oder genehmigen." (Bernhard Gellenbeck, Horneburger Chronik, Teil 1, Seite 51f).  Das preußische Judengesetz vom 23. Juli 1847 regelte die Stellung der Juden neu. Landrat Freiherr von Reitzenstein in Recklinghausen verfügte die Zuordnung der Juden aus Datteln, Waltrop, Ahsen und Horneburg sowie des Amtes Herten zur Synagogenhauptgemeinde Recklinghausen. (Vgl. Die ersten Waltroper Juden. Norbert Frey begab sich für sein Heimatbuch auf die Spuren der Gemeinde, in: Dattelner Morgenpost, 12.9.2016, Nr. 213, Seite 6).

Asylkirche

 

Im alttestamentlichen Buche Numeri 35,12-15 werden Asylstädte genannt. In sie konnte ein Mensch fliehen, der ein Tötungsdelikt begangen hatte, um vor der Blutrache, die manchmal ganze Sippen auslöschte, sicher zu sein. Im 18. Jahrhundert hat in der Kirche in Horneburg das Asylrecht Geltung. Dies ist besonders für die im nahen Gefängnis Inhaftierten eine verlockende Möglichkeit gewesen. Für die Jahre 1737, 1739, 1742 und 1746 sind im Pfarrarchiv Horneburg Fälle belegt.

 

Ausschmückung der Kirche

 

Folgende Pfarrer sind nur einige Jahre in Horneburg tätig: Johann Wilhelm Grimbrich (1708-1717), Johann Theodor Mechelen (1717-1721), Johann Vincenz Wissing (1721-1726), Johann Bernard Haddorf (1726-1731) und Johann Ignatius Aloys Pathuys (1731-1739), über den das Pfarrarchiv Horneburg berichtet, dass er die Kirche ausschmückt und die Bruderschaft der Todesangst Christi gründet, die an jedem dritten Sonntag im Monat eine Andacht hält.

 

Länger sind tätig: Johann Werner Krämer (1739-1772), über den im Sterberegister vermerkt ist: "rector et pastor per 33 annos zelosissimus" (überaus eifrig), und Johann Theodor Kettler (1772-1792).

 

Haus Arenberg

 

Österreich, die Schutzmacht des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation, gesteht der revolutionären Republik Frankreich in einem geheimen Zusatzabkommen zum Frieden von Campo Formio (1797) die Abtretung der linksrheinischen Gebiete zu. Durch den Lünstädter (Lunéviller) Frieden vom 9.2.1801 verliert das Haus Arenberg alle seine linksrheinischen Besitzungen und erhält als Entschädigung durch den Reichsdeputationshauptschluss am 25.2.1803 das münsterische Amt Meppen sowie das kurkölnische Vest Recklinghausen zugesprochen.

 

Die Emscher bildet die Grenze zwischen der protestantischen Grafschaft Mark und dem Kölnischen Vest. Dies ist eine markante Konfessionsgrenze. Im gesamten Verwaltungsbezirk Recklinghausen gibt es 1812 nur drei evangelische Christen! In den Jahren der Industrialisierung ändert sich dies.[62]

 

Russische Soldaten in Horneburg

 

Anfang Januar 1814 (Feldzug gegen Napoleon) sind russische Soldaten in Horneburg. Für sie wird in unserer Kirche die Göttliche Liturgie von einem russischen Geistlichen gefeiert. Der aktive Franziskanerpater Rolandus Stein hatte dies gestattet. Anders als im Kölnischen und im Dreißigjährigen Krieg, unterbleiben Plünderungen.

 

P. Rolandus, 1747 in Recklinghausen geboren, 1785-1793 Schulvisitator für das Vest,  1792-1818 Pfarrer, verfügt über eine umfangreiche Bibliothek, trägt zur Verbesserung der Schulausbildung bei und erbaut anstelle des unbewohnbar (inhabitabilis) gewordenen Pfarrhauses ein neues.[63]

 

Fahnen

Bei Prozessionen werden Fahnen mitgeführt: rot-weiße für das Erzbistum Köln, gelb-weiße für den Vatikan und blau-weiße für die Jungfrauenkongregation.

Erklärungen: Köln war neben Lübeck Mitbegründerin der Deutschen Hanse; daher trägt das Wappen die Farbe der Hanse: Rot und Weiß.

Blau steht für die Verehrung der Jungfrau Maria.

Gelb steht in der Heraldik für Gold und Weiß für Silber. In der Heraldik dürfen keine zwei Metalle nebeneinander verwendet werden. Dies weist auf den Ausnahmezustand der Kirche hin, die nicht den Gesetzen dieser Welt unterworfen ist: "Was du auf Erden bindest, wird auch im Himmel gebunden sein, und was du auf Erden lösest, wird auch im Himmel gelöst sein" (Mt 16,19).

 

Im Bistum Münster

 

Am 3.8.1802 marschieren drei preußische Bataillone und das Husarenregiment von Blücher in Münster ein, um vor dem fürstbischöflichen Schloss die Inbesitzname zu verkünden. In den folgenden Jahren werden die politischen, sozialen und kirchlichen Strukturen des Konfessionsstaates weitgehend zerschlagen. Das Fürstbistum und damit die Adelskirche gehen unter. Im Jahr 1821 kommt Horneburg kirchlich zum Bistum Münster.[64] Pfarrer sind: Heinrich Uphoff (1818-1853) und Carl Meÿer (* 6.3.1813, Pfarrer in Horneburg 1853-1891, † 23.12.1891).[65]

 

Dem Vikar Bernard Recker folgte 1885 als Vikar Joseph Becker aus Borken. Seinen Bemühungen gelang die Einführung eines Pfarr-Cäcilien-Vereines zum Zwecke guten Kirchengesanges. Im Jahre 1912 gab es folgende Mitglieder im Kirchenchor St. Maria Magdalena Horneburg: Josef Möller (Dirigent), Theodor Behler, Heinrich Elfert, Hermann Fischer, Franz Fleitmann, Hugo Hoppmann junior, Heinrich und Johannes Kalb, Ignatz Kaczmarek, Hermann und Josef Koppelkamp, Heinrich und Josef Lettmann, Hermann Lötte, August Luers, Thomas Michalak, August Müller, Hermann Pennekamp, Hugo Püß, Peter Röhl, Wilhelm Saarmann, Wilhelm Schulte, Wilhelm Sinder, August Sindern, Karl Sträterhoff, Heinrich Teigeler und Richard Zimmermann. Der Kirchenchor feierte am 9.9.2012 sein 125-jähriges Bestehen.[66]

 

Am 9.5.1899 werden Teile von Groß-Erkenschwick, Rapen und Hagem der Pfarre Horneburg zugeschlagen. Pfarrer ist von 1892-1901 Franz Stiene (* 14.9.1839-2.9.1901).[67]

 

1896 überlässt der Herzog von Arenberg dem Landrat von Recklinghausen, Grafen von Merfeld, das Schloss, damit in ihm eine Winterschule eingerichtet werden kann. Da Horneburg keine verkehrsgünstige Lage hat, ist es wichtig, dass die Räumlichkeiten des Schlosses die Unterbringung von Internatsschülern gestatten. 1904 übernimmt der Kreis die Gutswirtschaft und stellt sie unter die Leitung des Direktors Dorn. Junge Bauern werden hier bis 1942 ausgebildet. Für die Führung des Haushalts sind Schwestern der Göttlichen Vorsehung tätig.  1907 kommt der Kreisgarten mit Ausbildungsstätte hinzu sowie eine Haushaltungsschule für Bauerntöchter mit Internat. Sie erhalten Grundkenntnisse für Haushalt, Garten und Hof. 1921 erwirbt der Kreis die Schlossanlage. 1937 wird die Tätigkeit dieser Schwestern beendet. Sie kommen 1945 wieder. Jetzt ist im Schloss auch eine Lungenheilstätte für Kinder. 1954 kommen Marienschwestern aus Schönstatt bei Vallendar und wirken bis 1970 im Schloss, leiten den Kindergarten und sind in der Krankenpflege tätig. Für die Schwestern wurde eine Sakristei im Südturm des Schlosses und ein Oratorium im angrenzenden Raum im Oberschoss des Schlosses neben den Klausurräumen eingerichtet. Vgl. die Bauzeichnungen von 1927 (nicht realisiert) und von 1950, Landschaftsverband Westfalen-Lippe und Kreis Recklinghausen, jeweils Denkmalpflege, R.Möcklinghoff-Kohts, Die Horneburg und die Rauschenburg, in: Vestischer Kalender 85 (2014), 247. Im Jahre 1972 wird in der Schlosskapelle die letzte Heilige Messe gefeiert.

 

Seit 1902 ist in der Gemeinde Pfarrer Ludwig Kindermann tätig (* 29.10.1849, Priesterweihe 10.3.1883, † 18.12.1921). 1906 wird in Erkenschwick eine Notkirche zum hl. Joseph und 1908 an ihr ein Rektorat der Pfarre Horneburg errichtet.

 

In der Horneburger Schule sind am 1. April 1910 unter insgesamt 140 Schülerinnen und Schüler 24 Kinder, welche zu Hause polnisch sprechen. Am 15. April 1911 hat sich die Zahl Fremdsprachiger erhöht: Unter 138 Schülerinnen und Schülern befinden sich im ganzen 27 polnisch, 5 niederländisch und 3 tschechisch sprechende Kinder.[68]

 

1911 kommen die Gebiete von Groß-Erkenschwick und Rapen an die neue Pfarre in Erkenschwick. Der Kreuzweg in der Alten Horneburger Kirche stammt vermutlich aus Wiedenbrück. Dass sich ein gesamter Ort auf die Herstellung von Kircheneinrichtungen spezialisierte, dürfte in seiner Art einmalig sein. Der Kreuzweg fügte sich harmonisch in das gesamte Raumgefüge der Kirche ein. Er stammt wahrscheinlich vom Kunstmaler Heinrich Repke (1877-1962). Der Kreuzweg ist expressionistisch und spricht unmittelbar an, weil in ihm Porträts von Menschen verarbeitet sind, die Repke kannte. Er konzentrierte sich auf das Wesentliche und machte Schmerz und Leid nachvollziehbar. (Vgl. Materialien durch die Vermittlung des 1. Vorsitzenden des Heimatvereins Wiedenbrück-Reckenberg e.V., Manfred Schumacher, am 5.3.2015; Benedikt Große Hovest u. Marita Heinrich, Die "Wiedenbrücker Schule". Kunst und Kunsthandwerk des Historismus, Paderborn 1991, 25f.109-111.) – 1922 wird Anton Uekötter Pfarrer (* 14.5.1883 in Greven, Priesterweihe 5.6.1909, † 19.2.1958). 1932 wird eine Sakristei an die Kirche angebaut.

 

Fest der ehemaligen Horneburger

 

Viele Schüler besuchen im Laufe der Jahrzehnte die landwirtschaftlichen Lehranstalten in Horneburg. Daher wird im Jahre 1922 der Verein der ehemaligen Horneburger gegründet. Er baut ein Ehrenmal für die im Ersten Weltkriege gefallenen Mitschüler. Dies wird am 15. Juli 1932 feierlich eingeweiht.[69] Ein auf dem Schlosshof errichtetes Zelt kann die Zahl der Festteilnehmer nicht fassen, sodass Ställe und Scheunen der Gutswirtschaft als Festräume dienen müssen. Das feierliche Hochamt zelebriert Internatsleiter Quabbendieker, es assistieren als frühere Internatsleiter Kaplan Tippenkemper aus Hüls und Pfarrer Kordt aus Hiddingsel. Pfarrer Uekötter hält die Festpredigt. Am Abend zieht ein feierlicher Fackelzug durch das geschmückte Dorf, den Horneburger Busch und über die Höhen der Gewächshäuser zurück zum Schloss. Da entfaltet sich ein unvergesslich bleibendes Bild. Eine solch innige Verbundenheit ist nur an Schulen mit Internat möglich.[70]

 

Horneburger Blasorchester

1922 gründeten Mitglieder des Spielmannszuges der Freiwilligen Feuerwehr Horneburg unter der Leitung von Josef Teigeler (1900-1964) eine Blaskapelle. Zu ihr gehörten Josef und Johannes Breuckmann, Willi Dirks, Wenzel Gizek, Karl Gremm, Wilhelm Hölter, Heinrich und Hubert Hoppe, Johann Hüning, Johann und Thomas Michalak, Theodor Neisen, Theodor Saarmann, Heinrich Schulte, Heinrich, Josef und Karl Teigeler. Instrumente und Noten wurden unter persönlichen finanziellen Opfern beschafft. Die Tätigkeit beschränkte sich zunächst auf Choral- und Kirchenmusik. Als 1924 die Hagemer Kapelle beitrat, wurden auch Auftritte in einer größeren Öffentlichkeit möglich. 1927 wurde das Schützenfest mitgestaltet. 1933 bis 1945 wurde nur zu Prozessionen der Gemeinde und zur Kevelaerwallfahrt gespielt. Seit 1948 konnte auch wieder bei Veranstaltungen außerhalb des kirchlichen Bereiches gespielt werden. 1950 kamen Johannes Bergfort, Clemens Lücke und Heinz sowie Winfried Teigeler hinzu. Vgl. Horneburger Blasorchester 75 Jahre jung ... und kein bißchen leiser, Horneburg 1997.

Anbau der Sakristei

 

Die Polizeibehörde in Waltrop stellt am 4.3.1932 einen Bauschein für Herrn Pfarrer Uekötter aus, in dem sie den Anbau einer Sakristei an die Kirche in Horneburg genehmigt. Die Mauern dürfen verputzt werden, da ja auch das benachbarte Schloss verputzte Mauern hat.

 

Gemeinschaftsgrab der „Ostarbeiter“

 

Auf dem Meckinghover Friedhof ruhen 125 Personen, die in den Jahren 1941 bis 1945 als so genannte Ostarbeiter in den Betrieben der Umgebung eingesetzt wurden. Die meisten von ihnen arbeiteten auf der Zeche Emscher-Lippe ½ und starben bei der Bombardierung Dattelns am 7. und 9. März 1945.

 

Die Kolpingsfamilie

 

In den Jahren 1945/1946 organisieren Gerd Hellweg und Heinrich Schulte-Scherlebeck zusammen mit Pfarrer Anton Uekötter dienstagsabends Vortrags- und Spielabende in der Gastwirtschaft Haus Berens für die Lehrlinge der Baumschulen Wegmann und des Kreisgartens. Am 1. Dezember 1946 wird die Kolpingsfamilie Horneburg gegründet.

 

Gründungsmitglieder der Kolpingsfamilie Horneburg sind unter anderem Hubert Behler, Paul Breuckmann, Franz Elfert, Franz-Josef Elfert, Josef Fischer, Heinrich Hoppe, Josef Hüning, Norbert Kalb, Ernst Kottmann, Karl Mosler, Adolf Peveling, Theo Peveling, Fritz Weichler und Adolf Zimmerann. Später stoßen hinzu Frederick Becker, Willi Dördelmann, Hubert Fischer, August Peveling, Hubert Peveling und Alfons Sindern. Beteiligt ist außerdem der Gewerbe-Oberlehrer Josef Elfert, ein gebürtiger Horneburger. In den folgenden Jahren kommen Clemens Lücke jun. und Franz Lücke hinzu.[71]

 

 

Nach dem Zweiten Weltkrieg bis 1959 sind am Schloss Schönstattschwestern tätig. In dieser Zeit gibt es am Burgwall ein Heiligtum der Gottesmutter, einen Bildstock.

 

Pater Elgar

 

Seit 1948 ist in der Gemeinde St. Maria Magdalena in Horneburg P. Elgar M. Hagemann OP tätig: * 29.4.1897 in Straßburg, Taufname: Franz, Feierliche Gelübde 25.9.1926 in Düsseldorf, Priesterweihe 6.8.1929 in Köln durch Karl Joseph Cardinal Schulte, kam im Juli 1934 von Berlin nach Meckinghoven, ging im Januar 1936 nach Köln, kam 1947 zurück, verließ das Kloster wegen der Auflösung im Sommer 1966, † 5.1.1977 in Warburg. Er ging sonntags zu Fuß nach Horneburg, um in der Alten Kirche die zweite Heilige Messe zu feiern. In der Predigt zum Silbernen Priesterjubiläum von P. Pankratius Koch OP († 21.1.1977 in Warburg) am 15.8.1935 sagte P. Elgar, der Priester müsse die Laufbahn Christi gehen und vor den Menschen die Rechte Gottes vertreten. Vgl. G.Ritter u. Th. Beckmann, Zur Geschichte des Dominikaner-Klosters Meckinghoven, Dattelner Heft 5, Datteln 2000, 37-39.95.

 

Im November 1953 wird die Kirche renoviert: Die Sakramentsnische wird von Übermalungen befreit, der Altar in Gold und Silber gestrichen, die Figuren und der Kreuzweg überarbeitet. Die Arbeiten führt Heinrich Maas aus Recklinghausen-Hochlar aus.

 

Pater Erwin Immekus und der Beginn der Russenseelsorge

 

Am 25.7. 1954 ist die Priesterweihe von Pater Dr. Erwin Immekus SAC (* 8.9.1924 in Hohl bei Olpe). Er unternimmt Vorarbeiten für die Gründung der Seelsorge für Gläubige der russischen Sprache. 1959 ist Beginn der Seelsorge für Gläubige der russischen Sprache.

 

Der Kindergarten

 

1956 ist der Baubeginn des Kindergartens an der Hauptstraße (heute: Horneburger Straße). Schönstätter Marienschwestern, die zu dieser Zeit auf dem Schloss wirken, sind die ersten Betreuerinnen. Da es zu jener Zeit ringsum viele Wiesen und Auen gibt, wird der Kindergarten „Marienau“ genannt.

 

1959-1965 unterhält der Diözesan-Caritasverband Münster im Schloss ein Müttererholungsheim. 16.11.1965: Einrichtung einer Förderschule im Schloss.

 

Pfarrer Liedmeier

 

Pfarrer August Liedmeier wird geboren am 13.2.1913 in Bockraden bei Ibbenbüren, in Münster zum Priester geweiht am 17.12.1938 und ist Pfarrer in Horneburg von 1958 bis 1988. Er ist kein Freund großer Worte, sondern arbeitet still, aber beharrlich. Er ist jederzeit erreichbar. Seine Ruhe und sein Einfühlungsvermögen machen ihn beliebt. Er stirbt am 7.9.1995.

 

Die Neue Kirche

 

An der Stelle der früheren Arenberg-Grundbesitzverwaltung Recklinghausen entstand in Horneburg im Austausch ein Neubau. Am Seiteneingang dieser Neuen Kirche finden sich die Initialen AB. Dies bedeutet: Architekt Albert Franz Brenninkmeyer. Er wohnt in Westerkappeln/Mettingen, Haus Langenbrücken bei Osnabrück und danach Aakämpe 39 in Lengerich. Er nennt sich einfach "Albert Brennink". Er ist ein Multitalent, schlug als Spross der C & A - Familie die sichere Kaufmannskarriere in den Wind und wurde Architekt. Als Musikwissenschaftler erfand er eine neue Notenschrift, verfasste ein Vorwort zu Bachs Kunst der Fuge, Frankfurt 1976, baute später Wein an, züchtete Schafe und Rinder. Ab seinem 48. Lebensjahr wurde er Maler, vgl. G. u. M.Wessing, Der Maler Albert Brennink, Münster 2012. Die Wurzeln seiner Familie gehen ins 17. Jahrhundert nach Mettingen in Westfalen zurück. In den Jahren 2014 und 2016 besuchte er die von ihm erbaute Neue Kirche in Horneburg, ließ Photographien anfertigen und war von der Atmosphäre dieses Gotteshauses sichtlich angetan.

 

Am 15.3.1964, dem Ersten Passionssonntag (Iudica), erfolgt um 17.00 Uhr die Grundsteinlegung der Neuen Kirche. Der geistliche Rat Monsignore Wilhelm Gertz nimmt im Auftrage des Hochwürdigsten Herrn Generalvikars Laurenz Böggering die Weihehandlung vor. Der Grundstein ist aus Anröchter Dolomit gefertigt und 72,5 cm lang, 37 cm hoch und 38 cm breit. (Vgl. Kirche und Leben 19 (1964), Nr. 11, 15. März, Seite 13.) Er befindet sich in der Nähe des Haupteingangs und trägt die Inschrift: "Jesus Christus – Der Grundstein. 1964. Wir sind die Mitbürger der Heiligen und die Hausgenossen Gottes." Dies geht auf Eph 2,19f zurück: "So seid ihr nun nicht mehr Gäste und Fremdlinge, sondern Mitbürger der Heiligen und Hausgenossen Gottes, erbaut auf dem Grund der Apostel und Propheten, da Jesus Christus der Eckstein ist." Zu vergleichen ist auch 1 Kor 3,11: "Einen anderen Grund kann niemand legen als den, der gelegt ist: Jesus Christus". Im Grundstein ist folgende Urkunde:

 

Urkunde

 

Im Namen des Vaters + und des Sohnes + und des Heiligen Geistes. + Amen.

Wunderbar ist Gott in seinen Werken (Sir 11,4).

Groß ist Er zu uns in Seiner treuen und barmherzigen Liebe.

 

Der Grundstein der neuen Pfarrkirche St. Maria Magdalena zu Horneburg wurde gelegt im 1. Jahre der glorreichen Regierung des Papstes Paul VI., im Jahre seiner Pilgerreise in das Heilige Land, im 3. Jahre des 2. Vatikanischen Konzils, als Professor Dr. Joseph Höffner Bischof von Münster, Dr. Heinrich Roleff, Heinrich Baaken und Heinrich Tenhumberg Weihbischöfe, Laurenz Böggering Generalvikar in Münster, Propst Graf Droste zu Vischering Bezirksdechant im Stadt- und Landkreis Recklinghausen, Emmanuel Wethmar Dechant von Datteln, August Liedmeier Pfarrer in Horneburg und Pater Elger Hagemann aus dem Dominikanerkloster in Meckinghoven treuer Helfer in der Seelsorge, von Oppen Pfarrer der evangelischen Gemeinde Datteln-Süd/Horneburg, die Schönstätter Marienschwestern in Pfarrgemeinde und Schloß Horneburg im Dienste der Seelsorge und Caritas, Heinrich Teigeler, Adolf Becker, Leo Balan, Wilhelm Elfert iun., Fritz Stiewe und Josef Ovelhey Mitglieder im Kirchenvorstand, Franz Wegmann, Aloys Wellnitz, Felix Völker, Magdalene Teigeler, Josefine Elfert und Karl Teigeler im Vorstand des Kirchbauvereins, als Dr. Lübke Bundespräsident, Dr. Erhard Bundeskanzler und Dr. Adenauer Alt-Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland, Dr. Meyers Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen, Dr. Köchling Landschaftsdirektor von Westfalen-Lippe, Dr. Schneeberger Regierungspräsident im Regierungsbezirk Münster, Theodor Liesenklas Landrat und Dr. Lübbersmann Oberkreisdirektor des Landkreises Recklinghausen, Theodor Surmann Amtsbürgermeister und Dr. Audick Amtsdirektor des Amtes Waltrop, Heinrich Teigeler Bürgermeister der Gemeinde Horneburg, Aloys Wellnitz Hauptlehrer, Elisabeth Kleygrewe und Gertrud Schnetgöke Lehrerinnen an der Volksschule Horneburg, Wilhelm Elfert sen. Altbürgermeister und Josefa Grewe Alt-Lehrerin in Horneburg waren.

 

Der Architekt Albert Franz Brenninkmeyer aus Westerkappeln bei Osnabrück, Haus Langenbrück, hat den Plan der Kirche entworfen. Die Bauunternehmung Wilhelm Dericks aus Waltrop hat die Erd-, Maurer- und Stahlbetonarbeiten ausgeführt.

 

Die Schutzheilige der Pfarre und Patronin der Kirche bleibt die heilige Büßerin Maria Magdalena. Voller Zuversicht kommt zu ihr die Bitte, daß das neue Gotteshaus für alle Pfarrkinder ein Ort der Auferstehung zum Leben der Gnade und ein Abbild der feiernden Gemeinde im Himmel sei.

 

Horneburg, am 1. Passionssonntag, dem 15. März 1964

 

Bei der Altarweihe am 27.6.1965 legt Bischof Heinrich Tenhumberg Reliquien des hl. Viktor, des hl. Nicostratus und der hl. Pretiosa [Jacobus Langebek, Scriptores rerum Danicarum medii aevi, Bd. 8, Kopenhagen 1834, 300: "De sancta Pretiosa virgine: Iustina martire"] unter die Altarplatte. An fünf Stellen salbt er den Altar mit hl. Öl. An diesen Stellen entzündet er aus Wachs und Weihrauch ein Feuer, das den Altar zum Zeichen der Gegenwart Gottes in eine Wolke einhüllt.

 

Dies erinnert an die Weihe des Tempels zu Jerusalem, den König Salomon erbaut hatte: "Als die Priester aus dem Heiligtum traten, erfüllte die Wolke das Haus des Herrn. Wegen der Wolke konnten sie nicht ihren Dienst verrichten; denn die Herrlichkeit des Herrn erfüllte das Haus des Herrn" (1 Kön 8,10f). In sechseckiger Form, an ein Zelt erinnernd, das auf das wandernde Gottesvolk (siehe das Buch Exodus) Bezug nimmt, passt sich die Neue Kirche harmonisch in das Dorfbild ein. Der sechseckige Turm ist 33 Meter hoch und steht abseits der Kirche, mit der er durch die Sakristei und die Vorhalle verbunden ist. Der Glockenstuhl liegt in einer Höhe zwischen elf und fünfzehn Metern. Bevor die vier in Gescher gegossenen Glocken ihren Platz im eichenen Glockenstuhl einnahmen, wurden sie am 2.5.1965 auf dem Schlosshofe geweiht. Das Turmkreuz mit Turmhahn aus Kupfer wurde von den Gebrüdern Josef und Heinrich Teigeler in der Werkstatt des damaligen Bürgermeisters Heinrich Teigeler hergestellt. Durch eine Holzverschalung, die für das Gießen der tragenden Pfeiler und der anderen Betonteile notwendig war, entstand das Äußere der Kirche. Das Kirchendach ist mit Schiefer aus dem Sauerlande gedeckt. Der Boden des Kirchenschiffes und des Altarraumes ist aus Anröchter Stein. Der Altar steht frei und offen im Chorraum, daneben der Tabernakel. Über dem Altare hängt freischwebend das Altarkreuz. Die Gestaltung des Chorraumes wurde von dem Architekten und Künstler Bernhard Gewers (1927-2012) aus Hagen am Teutoburgerwald entworfen und verwirklicht. An zwölf Säulen sind die Apostelkreuze angebracht, darüber befinden sich die Apostelleuchter. Die Schleifladenorgel mit neunzehn klingenden Registern wurde von der Orgelbaufirma Gebrüder Stockmann in Werl hergestellt. In einer musikalischen Feierstunde unter Mitwirkung des Domorganisten Stockhorst aus Münster wurde sie am 15.11.1970 eingeweiht. Aus der alten Kirche wurden der Taufstein aus dem Jahre 1618 und die farbige Skulptur "Anna Selbdritt" aus dem 15. Jahrhundert (Bemalung erneuert von Willi Nitzbon, 1930-2006) in die Neue Kirche herübergenommen, ebenso das Kreuzbild aus dem Altarrelief. Vgl. Gertrud Ritter, in: Historischer Stadtführer, hg. v. Theodor Beckmann, Ingrid Breuer, Reiner Erpenbeck, Thomas Mertens, Gertrud Ritter u. Anne Stahl, Geschichtswerkstatt der Volkshochschule der Stadt Datteln, Datteln 1993, 167f.

 

In den Tagen vor Weihnachten des Jahres 1965 baute der Künstler Alexander Iwschenko aus Osnabrück die von ihm gestalteten farbenfrohen Betonglasfenster ein. Sie sind vor allem in blau, rot und gelb gehalten. Im Altarraum überwiegen helle, gelbliche Farben, die auf das Mysterium des Göttlichen Lichtes hinweisen.

 

Der Neue Kindergarten

 

Im Jahre 1971 wird ein Kindergartengesetz erlassen, das diesen Einrichtungen einen Bildungsauftrag gibt, der in den Räumlichkeiten des alten Hauses nicht zu erfüllen ist. Am 26. September 1976 weiht Pfarrer August Liedmeier den neuen Kindergarten neben der neuen Kirche St. Maria Magdalena ein. Der Grundstein ist der Altarstein der Alten Kirche. Leiterin ist Marianne Filla, dann Angelika Kösters, die zu dieser Zeit bereits Gruppenleiterin ist, und heute Birgit Steininger.

 

Byzantinische Umgestaltung der Alten Kirche

 

1967 wird eine Ikonostase in die Alte Kirche eingefügt. Ikonenschreiber ist der soeben erwähnte Alexander Iwschenko, geboren am 21.10.1924 in Trostjanec (Gebiet Sumy) und verstorben am 4.10.1997.

 

Der Innenraum der Kirche wird byzantinisch umgestaltet. 1968 wird die Schlosskirche unter dem Patronat der russischen Erstmärtyrer Boris und Gleb Zentrum der Seelsorge für Gläubige der russischen Sprache. Zur gleichen Zeit wird der Kirchenchor der hll. Boris und Gleb gegründet.

 

Eine Doppelikone zeigt auf der einen Seite die Hodigitria, die allheilige Gottesgebärerin und Jungfrau Maria, welche den Christen den Weg zum Heil weist. Auf der anderen Seite die heiligen Kosmas und Damian. Sie werden ανάργυροι (anárgyroi, die Silberlosen) genannt, von άργυρος (árgyros), Silber. Sie waren die Ärzte, die von armen Menschen kein Silber (Geld) für ihre Behandlung nahmen. Im Slavischen ist dieser Ausdruck genau übersetzt: Sie sind безсребренники,[72] von сребренникъ (srébrennik), die Silbermünze, das Geld. Allgemein nennt man sie: die Uneigennützigen.

 

Seit dem Sommer 1973 veranstaltet die Kolpingsfamilie Horneburg mehrwöchige Ferienfreizeiten für Kinder und Jugendliche. Nicht zuletzt durch diese Maßnahmen erhält sie ständig Zuwachs.

 

1976/1977 wird ein neuer Kindergarten erbaut. Die Räume des alten Kindergartens übernimmt die evangelische Gemeinde. Später entsteht hier eine Kirche mit Gemeindehaus. Das Gebäude wird seit 2007 als Tagesstätte der Diakonie genutzt. In den Jahren 1980/1981 wird ein Pfarrheim erbaut.

 

Pfarrer seit 1990

 

Werner Bordewick (* 5.5.1932 in Steinfurt-Borghorst, Priesterweihe 2.2.1962, † 14.10.2005) ist von 1990-1997 Pfarrer in Horneburg, Prof. Dr. Seemampillai Joseph Emmanuel (* 11.4.1934 in Jaffna / Sri Lanka, Priesterweihe 16.12.1966) von 1997-2007. Am 2. Dezember 2007 schließen sich die Pfarrgemeinden St. Maria Magdalena Horneburg, St. Dominikus Meckinghoven und St. Lambertus Henrichenburg zur Pfarrgemeinde St. Dominikus zusammen. Hier ist die Urkunde. Pfarrer ist Leonhard Backmann (Priesterweihe am 7.6.1992).

 

Beschreibung der Kirche

 

Die Kirche ist einschiffig, zweijochig und hat einen abgeflachten Fünfachtel-Chorschluss. Sie ist 17,70 m lang und 9 m breit. Schiff und Chor sind mit Strebepfeilern besetzt. Im Westen des Daches sitzt ein beschieferter Dachreiter, der drei Glocken trägt. Der Innenraum der Kirche ist mit Kreuzgratgewölben überdeckt, die auf Rippen zwischen rundbogigen Quergurten und auf Konsolen ruhen, teils mit Engelköpfen versehen. Die Fenster sind spitzbogig, dreiteilig und mit schwerfälligem Mauerwerk von 1654 versehen, das in Fischblasenform gemustert ist.

 

Die Kirche ist ausgestattet mit einem Barockaltar. Die Urfassung aus dem 17. Jahrhundert ist schwarz und weiß mit Matt- und Glanzgold. Die zweite Bemalung, wohl nicht vor 1725, ist blau marmoriert. Die 3. Fassung ist aus der späten Barockzeit, vermutlich aus dem letzten Viertel des 18. Jahrhunderts, weiß mit Bleigrau. Die 4. Fassung ist eine Holzimitation, erste Fassung auf dem Tabernakel mit Expositorium schätzungsweise drittes Viertel des 19. Jahrhunderts. Die 5. Fassung ist eine dunkle Holzimitationsfassung, wohl aus dem Anfang des 20. Jahrhunderts. Die 6. Fassung ist eine grüngraue Bemalung mit Gold.[73]

 

Das schwere Rahmenwerk des Hochaltares mit Akanthusranken und Putten sowie einer Darstellung der büßenden Maria Magdalena aus dem Ende des 17. Jahrhunderts umschloss im Mittelfelde eine Kreuzigungsgruppe.[74] Diese wird in einem Fragebogen von 1855 als vorhanden aufgeführt.[75] Daraus sind Maria und Johannes heute in den Museen der Stadt Recklinghausen (1924 über den Kunsthandel angekauft und nicht rückkaufbar, vgl. die briefliche Anfrage vom 10.9.2016 und Antwort vom 13.10.2016). Dies wurde ersetzt durch eine Herz-Jesu-Statue, nach 1925 durch Maria Magdalena, Maria und Johannes unter dem Kreuz (heute in der neuen Kirche), gemalt von Joseph Gietmann (Kleve), und schließlich durch einen byzantinischen Pantokrator.

 

Oben am Altar ist eine Inschrift: "Altare quotidie privilegiatum". Wird an einem privilegierten Altar eine Hl. Messe gefeiert, so wird dem in der Intention gedachten Verstorbenen ein vollkommener Ablass zuteil. Das Privileg kann zeitlich beschränkt (ad tempus), unbeschränkt (in perpetuum) oder wie hier täglich (quotidie, quotidianum) erteilt werden.[76]

 

An der linken Seite des Altarraums ist eine Rokoko-Sakramentsnische aus Sandstein, ein Wandtabernakel aus dem 17. Jahrhundert mit vertäfelter Holztür zwischen Steinpilastern, ringsum Kartuschenwerk mit Engelsköpfen. Taufbrunnen von 1618, rundes Becken mit Blattfries und Engelskopf. Anna Selbdritt, Eichenholz, 15. Jahrhundert, erneuerte Bemalung. Taufbrunnen und Anna Selbdritt sind heute in der Neuen Kirche.

 

Über der Eingangstür ist noch im Jahr 1936 ein Kreuz zu erkennen, darunter steht: IHS. Diese Abkürzung steht für die griechische Form des Namens "Jesus", wird aber volkstümlich gedeutet als: Jesus, Heiland, Seligmacher. Darunter ist ein vierfach gefaltetes Band, dessen Inschrift nicht mehr lesbar ist. Ganz unten steht: O.A.M.D.G.: Omnia ad maiorem Dei gloriam, Alles zur größeren Ehre Gottes. Später ist von all dem nichts mehr zu sehen. Es bleibt ein leeres Feld mit einer Umrahmung. Im Jahr 1999 wird an diese Stelle eine Ikone der heiligen Boris und Gleb eingefügt.

 

Im Inneren sind über der Eingangstür drei Fresken, die von dem Schlesier Egon Sendler († 2014) stammen. In der Mitte ist der Pantokrator, der wiederkehrende Christus, der in seiner Hand ein Evangeliar mit den Worten: "Ich bin die Tür. Wer durch mich hineingeht, wird gerettet werden" (Joh 10,9), links griechisch und rechts kirchenslavisch, hält. Rechts steht Johannes der Vorläufer, links die allheilige Gottesgebärerin. Sie erheben fürbittend die Hände zum Pantokrator; daher heißt diese Ikonenzusammenstellung Deesis, Fürbitte.

 

Silberjubiläum des neuen Kindergartens

 

Bei der Einweihung des neuen Kindergartens im Jahre 1976 sangen die Kinder das Lied: „Durch das Dorf geht ein Gerücht…“. Beim Silbernen Jubiläum der Marienau am 30. September 2001 singen es die inzwischen Erwachsenen wieder. Da im Jahre 1956 Baubeginn des alten Kindergartens war, kann die Einrichtung im Jahre 2006 ihr Goldenes Jubiläum begehen.

 

Die Renovierung der Alten Kirche

 

Im Jahr 2003 wurde die Alte Kirche in Horneburg von außen angestrichen, vor das vordere rechte Fenster kam eine Schutzverglasung und es wurden Schäden im oberen Mauerbereich beseitigt. Seit Dezember 2013 begann die Innenrenovierung. Wenn aber Fenster undicht sind, hat ein Innenanstrich wenig Sinn. Daher wurden alle Fenster überarbeitet und vor das vordere linke Fenster kam ebenfalls eine Schutzverglasung. Für die Überprüfung der Glocken und der Uhr wurde eine Wendeltreppe eingebaut. Danach begann der Bau des Windfangs. Der Boden der Kirche war wegen des Einbaus einer Fußbodenheizung angehoben worden. Dieser Zustand blieb, aber die störende Stufe im Eingangsbereich wurde beseitigt.

 

Der Barockaltar mit Akanthusranken und Putten, der nach einem Visitationsbericht kurz vor 1717 fertig gestellt wurde, enthielt ursprünglich das Gemälde einer Kreuzabnahme, das zuletzt 1855 als vorhanden aufgeführt wurde. Die Statuen Maria und Johannes, die dazu gehören, befinden sich noch in Recklinghausen (Höhe 69 cm, Lindenholz, 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts). Die beiden Engel, die Geißelsäule, Stab mit Schwamm und Lanze tragen, konnten wieder oben rechts und links in den Altar eingefügt werden. Zwei weitere Figuren waren seit 1922/1924 in Recklinghausen: Muttergottes Immaculata (Höhe 106 cm, Eichenholz, Anfang des 18. Jahrhunderts) und Johannes Nepomuk (Höhe 78,5 cm, Eichenholz, 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts). Sie wurden rechts und links des Altars auf vorhandene Postamente gestellt.

 

Zweihundert Jahre

 

Am 16.2.2014 gedachte die Gemeinde eines Ereignisses, das vor zweihundert Jahren stattgefunden hatte: Am 6.1.1814 feierten russische Soldaten mit einer Liturgie das Fest der Geburt unseres Erlösers. Das Datum ergibt sich aus der Berechnung des Julianischen Kalenders. Der Bischof, der Chor der heiligen Boris und Gleb, der Chor der heiligen Maria Magdalena, die Frauengemeinschaft, die Seniorengemeinschaft, die Bürgerschützen mit dem Heimatausschuss, Vertreter der politischen Gemeinde, der Ideengeber des Festes, Gruppen, Vereine und Verbände des Ortes, die Organisatoren der Kolpingsfamilie wirkten zusammen und feierten ein fröhliches Fest.

 

Diamantenes Jubiläum

Pater Erwin Immekus, der Begründer der Russischen Gemeinde der heiligen Boris und Gleb Horneburg, hatte am 25.7.2014 sein Diamantenes Priesterjubiläum und am 8.9.2014 seinen 90. Geburtstag gefeiert. Am 14.9.2014 wurde ein feierlicher Gottesdienst mit einer Festpredigt gefeiert. Zahlreiche Geistliche, der Kirchenchor des heiligen Remigius in Mengede, der Cäcilienchor Horneburg, der Chor der Russischen Gemeinde und die Musikgruppe Radost' aus Kreuztal wirkten zusammen. Die Kolpingsfamilie hatte Tische und Stühle für die zahlreichen Gäste aufgestellt. Vereine, Verbände sowie Gruppen waren gekommen und gratulierten. Der Bischof freute sich über das gelungene Fest.

Am 31.3.2016 erhielt Pater Erwin Immekus in Münster das Bundesverdienstkreuz am Bande.

 

50 Jahre Förderschulinternat Schloss Horneburg

Nach dem Zweiten Weltkriege kamen Deutsche aus Ost- und Südosteuropa ins Bundesgebiet. Ihre Kinder beherrschten manchmal nicht mehr die deutsche Sprache. Monsignore Paul Kewitsch, Leiter der Melde- und Leitstelle für junge Aussiedler beim Diözesancaritasverband Paderborn, sorgte dafür, dass am 15.11.1965 die ersten zwanzig Aussiedlerinnen im Alter von sieben bis vierzehn Jahren in das Förderschulinternat Schloss Horneburg aufgenommen wurden. Am 20.5.2015 wurde das fünfzigjährige Jubiläum gefeiert und am 4.6.2015 schloss sich ein Tag der Offenen Tür an.

 

Siehe auch

 

o       Anna Selbdritt

 

o       Das Horneburger Altarbild

 

o       Das Schwarze Bild

 

o       Der Dreißigjährige Krieg und Horneburg

 

o       Der Horneburger Kirchhof

 

o       Der Horneburger Predigtstuhl

 

o       Der Truchsessische Krieg: Konfessionswechsel und Huldigung auf der Horneburg

o       Die Alte Kirche

 

o       Die Außenikone

 

o       Die Motte am Heiligenkamp

o       Die Neue Kirche

 

o       Die Notglocke

 

o       Gellenbecks Horneburger Chronik

 

o       Gellenbecks Horneburger Kirchenchronik

 

o       Grochtmanns Vor- und Frühgeschichte

 

o       Horneburg im Siebenjährigen Krieg

o       Horneburg und Meckinghoven

o       Horneburger Pfarrer in Haft

o       Horneburger Sagen (aus Gellenbecks Chronik)

 

o       Horneburger Urkunden und Briefe

 

o       Pfarrer Jansen über Horneburg

 

o       Russen 1814 in Horneburg

o       Russische Ikonen im Ruhrgebiet

 

o       St. Dominikus

o       Zar Peter der Große in Horneburg

 

 

Die hll.  Fürsten und Leidensdulder Boris und Gleb

 

Vladimir der Heilige starb am 16. Juli 1015 in Kiev. Da er mehrere Söhne hinterließ, waren Erbfolgekämpfe vorauszusehen, zumal sich der älteste Sohn, Jaroslav, in der weit entfernten Stadt Novgorod befand. Sein Bruder Svjatopolk war dagegen in Kiev. Er beschloss, die Gunst der Stunde zu nutzen und die Alleinherrschaft über das russische Land an sich zu reißen.

 

Boris betete, als er hörte, dass sich die Mörder näherten: „Herr, wie zahlreich sind meine Bedränger! So viele stehen gegen mich auf!“ (Psalm 3,2). Dann wurde er getötet. Dies war am 24. Juli 1015. Sein jüngerer Bruder Gleb erlag am 5. September 1015 dem Meuchelmord.[77]

 

Im Jahre 1072 wird berichtet, dass beide als Leidensdulder verehrt werden Ihre Reliquien wurden in der ihnen geweihten Kirche in Vyšgorod (nördliche Vorstadt von Kiev) verehrt, doch sie gingen verloren, als die Mongolen im Jahr 1240 die Stadt eroberten.[78]

 

Im 14. Jahrhundert werden sie in der Vita, die ihre Ikone umgibt, beritten dargestellt.[79] In der Ikone „Die streitbare Kirche“ wird deutlich, dass sie (auch hier beritten) als Nationalheilige Russlands angerufen werden.[80] Ihr Gedenktag ist am 24. Juli; der Übertragung ihrer Gebeine wird am 2. Mai gedacht.

 

Tropar der hll. Boris und Gleb, 2. Ton

 

Leidensdulder für die Gerechtigkeit, echte Hörer der Botschaft Christi, lauterer Boris und unschuldiger Gleb. Nicht widerstehen konntet ihr eurem feindlichen Bruder, der euren Leib tötete, die Seele aber nicht treffen konnte. Weinen soll daher der Herrschsüchtige. Ihr aber, frohlockt mit den Engelscharen: Stehend vor der Heiligen Dreieinigkeit, betet für euer Land und euer Volk, dass alle Menschen Russlands gerettet werden.

Etymologie

Boris geht auf das slavische borti zurück und bedeutet Kämpfer, vgl. Rick Derksen, Etymological Dictionary of the Slavic Inherited Lexicon, Leiden Indo-European Etymological Dictionary Series 4, Leiden u. Boston 2008, 57f.

Gleb geht auf das altnordische guthleifa zurück und bedeutet: Gott überlassen (Gottlieb), vgl. Walter Baetke, Wörterbuch zur altnordischen Prosaliteratur, Sitzungsberichte der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig, Philologisch-historische Klasse Bd. 111, Heft 1f, Berlin 82008, 372.

 

Quellen

 

o       Schenkungsurkunde von 1096, in: Staatsarchiv, Düsseldorf, Urkunden Siegburg, Nr. 14.

o       Urkunde vom 17.6.1147, in: T.J.Lacomblet, Urkunden für die Geschichte des Niederrheins oder des Erzstifts Cöln, der Fürstenthümer Jülich und Berg, Geldern, Meurs, Cleve und Mark, und der Reichsstifte Elten, Essen und Werden, Bd. 1: Von dem Jahr 779 bis 1200 einschließlich, Düsseldorf 1840, Nr. 357, S. 244f; J.Hess, Die Urkunden des Pfarrarchivs von St. Severin in Köln, Köln 1901, Nr. 8.

o       Zeugenverhör von 1228, in: Westfälisches Urkundenbuch, hg. v. dem Vereine für Geschichte und Altertumskunde Westfalens, Bd. 7, Die Urkunden des kölnischen Westfalens vom Jahre 1200-1300, bearbeitet vom Staatsarchiv Münster, Münster 1908, Nr. 307.

o       Urkunde vom 8. Januar 1332, in: Vestisches Archiv, Recklinghausen, Flaesheimer Urkunden, Nr. 91.

o       Urkunde vom 17.4.1334, in: Vestisches Archiv, Recklinghausen, Kirchen- und Schulsachen, milde Stiftungen, Abteilung T, Nr. 24, Blatt 1.

o       Urkunde von 1350 im Archiv Haus Berge (bei Buer), in: Vestisches Archiv, Recklinghausen.

o       Sühnevertrag vom 29.10.1384, Staatsarchiv, Düsseldorf, in: T.J.Lacomblet, Hg., Urkundenbuch für die Geschichte des Niederrheins oder des Erzstifts Cöln, der Fürstenthümer Jülich und Berg, Geldern, Meurs, Cleve und Mark, und der Reichsstifte Elten, Essen und Werden, Bd. 3, 2. Abtheilung, Düsseldorf 1853, Nr. 885.

o       Verpflichtungsurkunde vom 10.3.1389  im Herzoglichen Arenbergischen Archiv im Vestischen Archiv zu Recklinghausen, Auszug im Nachlass Theodor Esch im Vestischen Archiv zu Recklinghausen I, Blatt 186.

o       Stiftungsurkunde vom 15.6.1390, Archiv des Schlosses Arenfels, Westerholt, Nr. 26, in: Vestisches Archiv, Recklinghausen.

o       Unterwerfungsurkunde von 1410, Staatsarchiv, Münster, Urkunden betreffend das Vest Recklinghausen, Repertorium 1313, Nr. 36.

o       Urkunde vom 18.6.1418, in: Vestisches Archiv, Recklinghausen, Herzogliches Arenbergisches Archiv, II, Blatt 39f.

o       Sammelschreiben Dietrichs von Oer an den Bischof von Münster und andere, 23.12.1422, in: Stadtarchiv, Dortmund, Abteilung A, Urkunde Nr. 2144.

o       Einnahme- und Ausgabeverzeichnis der kurfürstlichen kölnischen Oberkellnerei von 1425, in: Staatsarchiv, Münster, Vest Recklinghausen, Repertorium 1313, Nr. 50.

o       Urkunde von 1431, in: Staatsarchiv, Münster, Vest Recklinghausen, 1313, Nr. 52.

o       Urkunde vom 22.2.1552 im Archiv Bodelschwingh-Ickern, Nr. 121, in: Stadtarchiv, Dortmund.

o       Investitururkunde von 1581 für Johannes Meckinghoven, in: Pfarrarchiv, Datteln.

o       Kellnerei-Rechnungen der Horneburg aus den Jahren 1588-1591, Anhang zu: K.Philipp, So stellt man sich in der Märchenwelt die Hexe vor, in: Horneburg – Geschichte und Geschichten. Beiträge zur Orts- und Heimatkunde, hg. zum 600jährigen Jubiläum des Schlosses Horneburg vom Festausschuß des Bürgerschützenvereins Horneburg in Zusammenarbeit mit dem Kreis Recklinghausen, Datteln-Horneburg 1983, 88-92.

o       Visitationsbericht von 1630, in: Diözesanarchiv, Münster, Horneburg A 2.

o       Urkunde von 1665, Herzogliches Arenbergisches Archiv im Vestischen Archiv zu Recklinghausen, Abteilung 2, Fach 83, Nr. 6, Fasciculum 1, Blatt 46.

o      Prozeßakten 1669-1672: Der Dattelner Pastor Theodor Bürich gegen den Horneburger Rector sive (oder) Pastor Wilhelm Havestadt, in: Pfarrarchiv Datteln.

o      Bericht über die Visitation in Horneburg im Jahre 1717, in: Bistumsarchiv, Münster, Handschrift 144.

o      Fragebogen von 1855, in: Bildarchiv des Denkmalamtes, Münster.

o      Bauschein für Herrn Pfr. Uekötter, ausgestellt am 4.3.1932 von der Polizeibehörde Waltrop: Genehmigung des Anbaus einer Sakristei.

o      Aktenvermerk der Landeskonservatorin von Westfalen-Lippe, Dr. Dorothea Kluge, 24.1.1973, Tagebuch-Nr. Kl/S.

o       Beda Venerabilis, Historia Ecclesiastica gentis Anglorum, hg. v. B.Colgrave u. R.A.B.Mynors, Einleitung, Übers., Anmerkungen u. Register v. G.Spitzbart, Darmstadt 21997 (Nachdruck: Books on Demand 2007).

o       Burghardt, W., Hg., Das Vestische Lagerbuch von 1660, Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Westfalen 29, Westfälische Lagerbücher 3, Münster 1995.

o       Gellenbeck, B., u.a., Horneburger Chronik.

o       Grochtmann, Hubertus, Regesten von Urkunden des Pfarrarchivs St. Amandus Datteln (1325-1421), in: Vestisches Jahrbuch 58 (1956), 54-72.

o       Grochtmann, Hubertus, Regesten von Urkunden des Pfarrarchivs St. Amandus Datteln (1426-1518), in: Vestisches Jahrbuch 59 (1957), 94-110.

o       Moritz zu Bentheim, Hg., Die Große Vogteirolle des Grafen Friedrich von Isenberg-Altena um 1220, Rheda in Westfalen 1955.

o       Moritz zu Bentheim, Hg., Die kleinere, ältere Vogteirolle der Grafen von Isenberg-Altena, Rheda in Westfalen 1957.

 

Weiterführende Literatur

 

 

Verweise

 

o       Geschichte „Die Horneburg

o       Horneburg (GenWiki)

o       Schloß Horneburg

 

Dank gebührt den Herren Siegfried Eggenstein, Aleksandr Ključko, Heinrich Möllers, Wilhelm Müschenborn und Wolfgang Wellnitz für Anregungen, Materialien und Hinweise.

 

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[1] Vgl. L.Weyhe, Go, in: Lexikon des Mittelalters, Bd. 4, München 2003, 1527.

[2] Vgl. Zeugenverhör von 1228, in: Westfälisches Urkundenbuch, hg. v. dem Vereine für Geschichte und Altertumskunde Westfalens, Bd. 7, Die Urkunden des kölnischen Westfalens vom Jahre 1200-1300, bearbeitet vom Staatsarchiv Münster, Münster 1908, Nr. 307. Siehe auch W.Janssen, Adelsherrschaft und Herzogsgewalt. Politische Strukturen und Entwicklungen zwischen Ruhr und Lippe 1180-1300, in: Ritter, Burgen und Intrigen. Aufruhr 1225! Das Mittelalter an Rhein und Ruhr, hg. v. Landschaftsverband Westfalen Lippe – Museum für Archäologie – Westfälisches Landesmuseum Herne, Mainz 2010, 47-58, hier 51.

[3] Vgl. W.Burghardt, Hg., Das Vestische Lagerbuch von 1660, Münster 1995, 3.7f.

[4] Vgl. A.Sleumer, Kirchenlateinisches Wörterbuch, Limburg 21926, 817.

[5] Vgl. M.Lexer, Mittelhochdeutsches Taschenwörterbuch, Stuttgart 371986, 287; Grimm, Deutsches Wörterbuch 3 (1862), 1563.

[6] H.Böker, Hofgerichtsbarkeit und Hofgerichte im Vest Recklinghausen, in: Vestisches Jahrbuch 59 (1957), 21.

[7] Vgl. E.Klausener u. E.Stein, Der Landkreis Recklinghausen, in: A.Weskamp, Zur Geschichte des Kreises Recklinghausen, Bd. 1, Berlin 1925, 13.

[8] Vgl. Urkunde vom 17.4.1334, in: Vestisches Archiv, Recklinghausen, Kirchen- und Schulsachen, milde Stiftungen, Abteilung T, Nr. 24, Blatt 1; W.Mummenhoff, Die Kalandsbruderschaft in Recklinghausen (1334-1788), in: Vestische Zeitschrift 33 (1926), 167f.

[9] Vgl. H.Pennings, Geschichte der Stadt Recklinghausen und ihrer Umgebung, Bd. 2, Recklinghausen 1936, 55-59.

[10] Vgl. J.H.Gallée, Altsächsische Grammatik, Tübingen 31993, 213.

[11] Vgl. D.Berger, Duden. Geographische Namen in Deutschland, Mannheim 1993, 139.

[12] Vgl. H.Grochtmann, Geschichte des Kirchspiels Datteln von den Anfängen bis zur Gegenwart, Datteln o.J. [1951], 223.

[13] Vgl. H.Niederding, Geschichte des ehemaligen Niederstiftes Münster, Vechta 1840, 17.

[14] Vgl. T.Baader, Örtlichkeitsnamen des Kirchspiels Datteln, Vestische Zeitschrift 56 (1954), 5-23.

[15] Vgl. H.Pennings, Eine alte Burganlage bei Datteln, in: Alt-Recklinghausen 5 (1924), 95f; K.Philipp, Die Vorläufer der Horneburg, in: Horneburg – Geschichte und Geschichten. Beiträge zur Orts- und Heimatkunde, hg. zum 600jährigen Jubiläum des Schlosses Horneburg vom Festausschuß des Bürgerschützenvereins Horneburg in Zusammenarbeit mit dem Kreis Recklinghausen, Datteln-Horneburg 1983, 25-29.

[16] Vgl. H.Wiebringhaus, Ein Beitrag zur Siedlungsgeschichte des Vestes, in: Vestisches Jahrbuch 50 (1948), 14f.

[17] Vgl. Margaretha im Verlies, in: Horneburg – Geschichte und Geschichten, Datteln-Horneburg 1983, 17. Siehe auch H.Möllers, Untersuchungen zur Herkunft und Bedeutung des Ortsnamens "Horneburg", in: Horneburg – Geschichte und Geschichten, Datteln-Horneburg 1983, 53-59.

[18] Vgl. J. u. W.Grimm, Deutsches Wörterbuch 4/1/1 (1878), 112.

[19] Vgl. J. u. W.Grimm, Deutsches Wörterbuch 5 (1873), 522; F.Kluge u. E.Seebold, Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache, Berlin u. New York 242002, 483.

[20] Vgl. Beda Venerabilis, Historia Ecclesiastica gentis Anglorum V,11, hg. v. B.Colgrave u. R.A.B.Mynors, Darmstadt 21997, 462. Hömberg und Kirchhoff stellen fest, die boructuarii seien nicht identisch mit den Brukterern, sondern sie lebten im Grenzbereich von Friesland und Sachsen, also fern des südlichen Westfalens. Vgl. Albert K.Hömberg u. Karl-Heinz Kirchhoff, Die Gaue 800-1100, in: Geschichtlicher Handatlas von Westfalen, Erste Lieferung, Nr. 1, Münster 1975. Siehe auch Arnold Angenendt, Mission bis Millenium (313-1000), Geschichte des Bistums Münster 1, Münster 1998, 86.

[21] Vgl. H.Pennings, Geschichte der Stadt Recklinghausen und ihrer Umgebung, Bd. 1, Recklinghausen 1930, 156-158.

[22] Vgl. H.Rothert, Kirchengeschichte des Westfälisch-Rheinischen Industriegebietes vom evangelischen Standpunkt, Dortmund 1926, 12f. Um das Jahr 1000 gibt es im kölnischen Westfalen 40 bis 50 Pfarren. Im Jahr 1520 sind es 235 bis 240. Vgl. Albert K.Hömberg, Das mittelalterliche Pfarrsystem des kölnischen Westfalen, in: Westfalen 29 (1951), 41-44.

[23] Vgl. Schenkungsurkunde von 1096, in: Staatsarchiv, Düsseldorf, Urkunden Siegburg, Nr. 14.

[24] Vgl. Vita sancti Amandi, in: Acta sanctorum, hg. v. Bollandus, Februar, Bd. 2, Paris 1733, 638ff; Monumenta Germaniæ historica, Scriptores rer. Merov. 5, hg. v. B.Krusch, 395f; 7, 846ff; Suppletio und poetische Vita, in:  Monumenta Germaniæ historica, Poet. Carol. 3, 561ff; E.Weis, Amandus von Maastricht, in: Lexikon der christlichen Ikonographie 5 (1974), 110f.

[25] Vgl. Urkunde vom 17.6.1147, in: T.J.Lacomblet, Urkunden für die Geschichte des Niederrheins, Bd. 1, Düsseldorf 1840, Nr. 357, S. 244f; Aufgespürt: Historisches entlang der Kirchspielgrenzen, hg. v. den stadtgeschichtlichen Sammlungen der Stadt Datteln,. Datteln 1998, 32-34.

[26] Vgl. Moritz zu Bentheim, Hg., Die kleinere, ältere Vogteirolle der Grafen von Isenberg-Altena, Rheda in Westfalen 1957.

[27] Vgl. Moritz zu Bentheim, Hg., Die Große Vogteirolle des Grafen Friedrich von Isenberg-Altena um 1220, Rheda in Westfalen 1955.

[28] Vgl. Urkunde vom 8. Januar 1332, in: Vestisches Archiv, Recklinghausen, Flaesheimer Urkunden, Nr. 91.

[29] Bernhard von Clairvaux, Liber de diligendo Deo (Buch über die Gottesliebe), Prolog, in: Bernhard von Clairvaux, hg. v. J.Leclercq u. G.B.Winkler, Bd. 1, Innsbruck 1990, 74. Bernhard ist formaljuridisch und tatsächlich Abt von Clairvaux, aber er bedient sich einer rhetorischen Demutsformel. Vgl. E.R.Curtius, Europäische Literatur und lateinisches Mittelalter, Bern 51965, 93-95.

[30] Vgl. J.Lappe, Die Gemeinde Horneburg, in: Heimatbuch des Amtes Waltrop. Waltrop – Henrichenburg – Horneburg, hg. v. Heimatverein Waltrop, Waltrop 1974, 320f.

[31] Vgl. J.Evelt, Die Verehrung des hl. Antonius Abbas im Mittelalter, in: Zeitschrift für vaterländische Geschichte und Altertumskunde 33 (1875), Abteilung 2, 7.

[32] Vgl. die Prozeßakten 1669-1672: Der Dattelner Pastor Theodor Bürich gegen den Horneburger Rector sive (oder) Pastor Wilhelm Havestadt, Pfarrarchiv Datteln, St. Amandus. Siehe auch: Anton Jansen, Die Gemeinde Datteln, Datteln 1881, 109.

[33] Vgl. Urkunde von 1350 im Archiv Haus Berge (bei Buer), in: Vestisches Archiv, Recklinghausen.

[34] Vgl. Sühnevertrag vom 29.10.1384, Staatsarchiv, Düsseldorf, in: T.J.Lacomblet, Urkundenbuch für die Geschichte des Niederrheins, Bd. 3, 2. Abtheilung, Düsseldorf 1853, Nr. 885.

[35] Vgl. Westfälisches Urkundenbuch, hg. v. dem Vereine für Geschichte und Altertumskunde Westfalens, Bd. 7, Die Urkunden des kölnischen Westfalens vom Jahre 1200-1300, bearbeitet vom Staatsarchiv Münster, Münster 1908, Nr. 31.

[36] Vgl. Verpflichtungsurkunde vom 10.3.1389  im Herzoglichen Arenbergischen Archiv im Vestischen Archiv zu Recklinghausen, Auszug im Nachlass Theodor Esch im Vestischen Archiv zu Recklinghausen I, Blatt 186.

[37] Dies geht aus der Unterwerfungsurkunde von 1410 hervor, Staatsarchiv, Münster, Urkunden betreffend das Vest Recklinghausen, Repertorium 1313, Nr. 36.

[38] Vgl. Stiftungsurkunde vom 15.6.1390, Archiv des Schlosses Arenfels, Westerholt, Nr. 26, in: Vestisches Archiv, Recklinghausen.

[39] Heinrich von Oer stirbt vor Ablauf des Jahres 1422. Vgl. Sammelschreiben Dietrichs von Oer an den Bischof von Münster und andere, 23.12.1422, in: Stadtarchiv, Dortmund, Abteilung A, Urkunde Nr. 2144.

[40] Vgl. Unterwerfungsurkunde vom 18.6.1418, im Herzoglichen Arenbergischen Archiv im Vestischen Archiv zu Recklinghausen, Auszug im Nachlass Theodor Esch im Vestischen Archiv zu Recklinghausen II, Blatt 39f.

[41] Vgl. Unterwerfungsurkunde von 1410, Staatsarchiv, Münster, Urkunden betreffend das Vest Recklinghausen, Repertorium 1313, Nr. 32.

[42] Vgl. H.Pennings, Geschichte der Stadt Recklinghausen und ihrer Umgebung, Bd. 2, Recklinghausen 1936, 261f.

[43] Vgl. H.Diekmann, Die Geschichte der kurfürstlichen Oberkellnerei auf Schloß Horneburg im Vest Recklinghausen mit besonderer Berücksichtigung des 18. Jahrhunderts, in: Vestische Zeitschrift 40 (1933), 26; M.Storm, Das Herzogtum Westfalen, das Vest Recklinghausen und das rheinische Erzstift Köln: Kurköln in seinen Teilen, in: Das Herzogtum Westfalen, Bd. 1: Das kurkölnische Herzogtum Westfalen von den Anfängen der kölnischen Herrschaft im südlichen Westfalen bis zur Säkularisation 1803, hg. v. Harm Klueting unter Mitarbeit v. Jens Foken, Münster 2009, 343-362, hier 358. Damit ist das Vest Recklinghausen das kleinste Kölner Territorium. Im Herzogtum Westfalen leben um diese Zeit etwa 59.000 Menschen und im rheinischen Erzstift etwas weniger als 100.000 Einwohner.

[44] Vgl. das älteste erhaltene Einnahme- und Ausgabeverzeichnis der kurfürstlichen kölnischen Oberkellnerei von 1425, in: Staatsarchiv, Münster, Vest Recklinghausen, Repertorium 1313, Nr. 50.

[45] Vgl. Urkunde von 1431, in: Staatsarchiv, Münster, Urkunden betreffend das Vest Recklinghausen, Repertorium 1313, Nr. 52.

[46] Vgl. Mitgliederverzeichnis der Kalandsbruderschaft zu Recklinghausen aus den Jahren nach 1475, in: H.Grochtmann, Geschichte des Kirchspiels Datteln von den Anfängen bis zur Gegenwart, Datteln o.J. [1951], 228.

[47] Vgl. Urkunde vom 22.2.1552 im Archiv Bodelschwingh-Ickern, Nr. 121, in: Stadtarchiv, Dortmund.

[48] Vgl. Vestisches Archiv, Recklinghausen, Findbuch P 184. Siehe auch http://wiki-de.genealogy.net/Haus_Westerholt/Archiv (abgerufen am 24.2.2011).

[49] Vgl. Max Lossen, Der Kölnische Krieg, Bd. 2: Geschichte des Kölnischen Kriegs. 1582-1586, München u. Leipzig 1897, 508.

[50] Der Visitationsbericht von 1630 (im Diözesanarchiv, Münster, Horneburg A 2) bezeichnet die Kirche als neu.

[51] Vgl. A.Jansen, Die Gemeinde Datteln, Datteln 1881, 102-130.

[52] Vgl. Bericht von 1646, Herzogliches Arenbergisches Archiv im Vestischen Archiv zu Recklinghausen, II G, Nr. 21, Blatt 63.

[53] Das Vestische Lagerbuch von 1660, B, Blatt 68v, hg. v. W.Burghardt, Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Westfalen 29, Westfälische Lagerbücher 3, Münster 1995, 100.

[54] Vgl. Bestallungsdekret vom 22.10.1658, Herzogliches Arenbergisches Archiv im Vestischen Archiv zu Recklinghausen, II A, Nr. 61, Blatt 174ff.

[55] Vgl. Bericht vom 4.12.1658, Herzogliches Arenbergisches Archiv im Vestischen Archiv zu Recklinghausen, II A, Nr. 10, Blatt 8f.19v.23.

[56] Vgl. Urkunde von 1665, Herzogliches Arenbergisches Archiv im Vestischen Archiv zu Recklinghausen, Abteilung 2, Fach 83, Nr. 6, Fasciculum 1, Blatt 46.

[57] Vgl. J.Körner u. A.Weskamp, Die Bau- und Kunstdenkmäler von Westfalen 39: Landkreis Recklinghausen und Stadtkreise Recklinghausen, Bottrop, Buer, Gladbeck und Osterfeld, Münster 1929, 299.

[58] Vgl. S.Luber, Die Reiserouten Peters des Großen 1697-1698 und 1716-1717, in: Palast des Wissens, Bd. 1, München 2003, 45.

[59] Vgl. Esch, T., Zur Geschichte des Postwesens im Veste Recklinghausen, in: Vestische Zeitschrift 7 (1897), 11f.

[60] Vgl. Hochfürstlich-Hessen-Casseler Staats- und Adreß-Calender auf das Jahr Christi 1770, Kassel 1770, 309.

[61] Vgl. K.Schuchardt, Vorgeschichte von Deutschland, München u. Berlin 1928, 239.

[62] Vgl. Wilhelm Damberg, Moderne und Milieu. 1802-1998, Geschichte des Bistums Münster 5, Münster 1998, 155f.

[63] Vgl. H.Möllers, Zwei "Denkmäler" erinnern an ihn. Pater Rolandus Stein wurde vor 200 Jahren Horneburger Pfarrer, in: Festschrift zum Schützenfest 1993, Horneburg 1993, 23.

[64] Die Zirkulationsbulle Pius' VIII. "De salute animarum" vom 16.7.1821 erhält am 23.8.1821 Gesetzeskraft in Gestalt einer Kabinettsordre Friedrich Wilhelms III. Vgl. Wilhelm Damberg, Moderne und Milieu. 1802-1998, Geschichte des Bistums Münster 5, Münster 1998, 46.48.53.

[65] Vgl. Bernhard Gellenbeck, Horneburger Chronik, in: Archiv der Statt Datteln, Teil 1, 119-121.134.

[66] Vgl.Alfons Garvert, 125 Jahre Kirchenchor St. Maria Magdalena Horneburg. 1887-2012, Horneburg 2012, 15.

[67] Lebensdaten der Pfr. Meÿer und Stiene sowie die Orthographie von Meÿer gemäß den Grabsteinen des Friedhofs am Ehrenmal in Horneburg.

[68] Vgl. Bernhard Gellenbeck, Horneburger Chronik, in: Archiv der Statt Datteln, Teil 1, Seite 162.

[69] Die Schulchronik vermerkt den 14.7.1932 als Festtag.

[70] Vgl. H.Lenter, Horneburg einst und jetzt, 123.

[71] Vgl. J.Frölich, 50 Jahre hindurch treu geblieben, in: Festschrift zum Schützenfest 1996, 61-64.

[72] Bezsrébrenniki: "z" ist ein weiches S wie in "Rose".

[73] Vgl. den Brief des Restaurators Hubertus Peez, Obermarsberg an der Nikolaikirche, vom 3.11.1984.

[74] Ursprünglich soll es im Hochaltar vom Ende des 17. Jahrhunderts ein Gemälde der Kreuzabnahme gegeben haben, das aber nicht mehr vorhanden ist. Vgl. J.Körner, u. A.Weskamp, Die Bau- und Kunstdenkmäler von Westfalen 39: Landkreis Recklinghausen und Stadtkreise Recklinghausen, Bottrop, Buer, Gladbeck und Osterfeld, Münster 1929, 300.

[75] Bildarchiv des Denkmalamtes; vgl. Brief von Dr. Kluge, Landeskonservator von Westfalen-Lippe, vom 24.1.1973.

[76] Vgl. Codex iuris canonici, Rom 1917, Canones 916 und 918. Siehe auch Christine Göttler, "Jede Messe erlöst eine Seele aus dem Fegefeuer". Der privilegierte Altar und die Anfänge des barocken Fegefeuerbildes in Bologna, in: Himmel - Hölle - Fegefeuer. Das Jenseits im Mittelalter, hg. v. Peter Jezler, Zürich u. München, 2. Auflage 1994, 149-164.

[77] Vgl. Skazanie i strast' i pochvala svjatuju mučeniku Borisu i Glebu, hg. v. L.A.Dmitriev, in: Biblioteka literatury Drevnej Rusi, Bd. 1, St. Petersburg 2000, 328-351.527-531.

[78] Vgl. L.A.Beljaev, Borisoglebskaja cerkov' v Vyšgorode, in: Pravoslavnaja ėnciklopedija 6 (2003), 65.

[79] Ikone der hll. Boris und Gleb, 14. Jahrhundert, Tret'jakov-Galerie, Moskau, in: M.V.Alpatov, Drevnerusskaja ikonopis', Moskau 1978, Abbildung Nr. 52, Erklärung S. 302.

Ikone "Gesegnet seien die Heerscharen des himmlischen Königs" (Die streitbare Kirche), 1550-er Jahre, aus Anlass der Eroberung der Stadt Kazan' am 2.10.1552 entstanden, früher in der Entschlafenskathedrale des Kreml', heute in der Tret'jakov-Galerie, Moskau.

[80] Vgl. Moskovskaja ikona XIV-XVII vekov, hg. v. E.Smirnova, Leningrad 1989; Moskauer Ikonen des 14. bis 17. Jahrhunderts, Übers. v. L.S.Dimenstein, Wiesbaden 1989, Nr. 175-179, Erläuterung: S. 304f; M.Martynowa u. V.Tschorny, Der Kreml. Geschichte – Architektur – Museen (Moskovskij Kreml'. Zapečatlennaja pamjat' Rossii), Übers. v. L.Schirmer, Gütersloh 1987, 87f.