Die Rückkehr der Kunstschätze

Bereits berichtet wurde, wie der Kreuzweg aus dem Jahr 1928 in die Alte Kirche Horneburg zurückkehrte. Lina Pak hatte die Bilder gereinigt.

Lina Pak vor dem Horneburger Kreuzweg. Foto: Heinrich Michael Knechten

Nun ist endlich das Schwarze Bild wiedergekommen. Es hieß so, weil Kerzenruß es im Laufe der Zeit geschwärzt hatten.

Das Schwarze Bild vor der Restaurierung. Deutlich sind die Schäden zu sehen. Foto: Katrin Kuberski.

Das Bild „Maria Magdalena“ nach der Restaurierung, Foto: Siegfried Eggenstein

Auf diesem Bild sind die Bußwerkzeuge Geißel und Stechdorn zu sehen, außerdem ein Gebetbuch und ein Kreuz sowie das Gefäß mit kostbarer Nardensalbe. Maria Magdalena trägt die Dalmatika einer Diakonin und wird von einem Lichtstrahl erleuchtet, der aus dem geöffneten Himmel herausbricht.

Die Diplomandin Katrin Kuberski bei der Untersuchung des Altares am 7.3.2017. Foto: Wilhelm Müschenborn.

Das Bild wurde an der Hochschule für bildende Künste in Dresden restauriert. Am 9.6.2020 traf es nach sechsjähriger Abwesenheit wieder in Horneburg ein. Heinrich und Heribert Sindern bauten am 12.6.2020 ein Gerüst.

Foto: Heinrich Michael Knechten

Benedikt Große Hovest prüfte am 13.6.2020 die Abmessungen des Bildträgers.

Foto: Heinrich Michael Knechten

Am 23.6.2020 fügte Benedikt Große Hovest das Bild wieder in den Altar ein.

Bildträger und Bild. Foto: Heinrich Michael Knechten

Es passt genau! Foto: Heinrich Michael Knechten

Klammern umschließen schonend das Bild. Foto: H.M.Knechten

Das Ergebnis ist überwältigend. Foto: Bischöfliche Pressestelle / Michaela Kiepe

Die Kirche hat ihren Schmuck zurückerhalten. Foto: Bischöfliche Pressestelle / Michaela Kiepe

In der Mitte des Altares war die Kreuzigung Christi dargestellt, die zum letzten Mal 1855 gesehen wurde und seither verschollen ist. Darauf beziehen sich die beiden Leidensengel. Sie waren in einem Schrank verborgen gewesen und fanden wieder ihren Platz oben am Altar.

Der Leidensengel mit dem Speer, der Jesu Seite durchbohrte. In der anderen Hand trug dieser Engel eine Zange, mit der die Nägel aus den Gliedmaßen des Gekreuzigten gezogen worden waren. Foto: H.M.Knechten

Der andere Leidensengel trägt an einem Stab den Schwamm, mit dem Jesus Essig und Galle verabreicht worden waren, sowie die Geißelsäule. Foto: H.M.Knechten

Zwei Figuren waren an die Museen der Stadt Recklinghausen verliehen worden. Sie kehrten zurück.

Maria Immaculata, Eichenholz, 1,05 m hoch, westfälisch, Anfang des 18. Jahrhunderts. Die Statur war früher bemalt; der Kreidegrund ist teilweise noch vorhanden. Foto: H.M.Knechten

Nepomuk. Hier ist die ursprüngliche Bemalung erhalten, während alle anderen Skulpturen abgebeizt wurden. Foto: H.M.Knechten

Maria und Johannes stammen von einer Kreuzigungsgruppe. Sie waren 1924 an den Kunsthandel verkauft und von der Stadt Recklinghausen erworben worden. Es gelang, sie für die Alte Kirche auszuleihen.

Maria, Lindenholz, 0,69 m hoch, westfälisch, 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts. Foto: H.M.Knechten

Johannes, Lindenholz, 0,70 m hoch, westfälisch, 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts. Foto: H.M.Knechten.

Es sollte nicht im Laufe der Zeit vergessen werden, dass sich im Dorfschultenhof (früher: Hermann-Grochtmann-Museum) zwei Leihgaben aus der Horneburger Kirche befinden. Da es in Horneburg noch kein Dorfmuseum gibt, bleiben sie einstweilen dort.

Missale Romanum, Regensburg 1884: Abschiedsgeschenk der Pfarrgemeinde Harsewinkel im Oktober 1886 an Pfarrer Franz Stiene, der die Gemeinde Horneburg übernahm.

Missale Romanum, Regensburg 1920, Leihgabe der Horneburger Gemeinde an die Stadt Datteln

In der Neuen Kirche hatte es einige Schäden durch Vandalismus und Diebstahl gegeben. Es konnte Ersatz beschaffen werden.

Die Ikone der Immerwährenden Hilfe war gestohlen worden. Eine Frau aus der Gemeinde stiftete diese Ikone. Foto: H.M.Knechten.

Bei der Statue der Gottesmutter war das Zepter herausgebrochen worden. August Lucas beauftragte den Holzbildhauer Erich Brunner. Dieser sandte ein bleistiftartiges Gebilde, das wieder zurückgesandt wurde. Das jetzige Zepter sieht besser aus. Foto: H.M.Knechten.

Bei der Statue des heiligen Aloisius von Gonzaga war das Kreuz gestohlen worden. Siegfried Eggenstein fand ein passendes auf dem Trödelmarkt. Foto: H.M.Knechten.

Der heilige Joseph musste lange ohne seine Lilie auskommen. August Lucas bestellte eine neue bei dem Holzbildhauer Erich Brunner. Foto: August Lucas.

Literatur

o   Auge, Heinrich, Wilhelm Michaelis, Thomas Grochowiak, Hermann Grochtmann, Heinz Skrobucha, Hans Eickel u. Joseph Hoster, Christliche Kunst im Vest Recklinghausen aus Kirchen, Museen und Privatbesitz, Recklinghausen 1961, Abbildungen 70.75f, Verzeichnis der ausgestellten Werke, Nr. 68-76.

o   Körner, Johannes, u. Albert Weskamp, Die Bau- und Kunstdenkmäler von Westfalen. Landkreis Recklinghausen und Stadtkreise Recklinghausen. Bottrop, Buer, Gladbeck und Osterfeld, Münster 1929, 294-306.

o   Pieper, Paul, u. Hermann Grochtmann, Vorwort v. Thomas Grochowiak, Christliche Kunst im Vest Recklinghausen, Recklinghausen 1965, 124f.161.

 

© Heinrich Michael Knechten, Horneburg 2020.

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