Das Brot
des Lebens
Für unser Leben ist Brot wesentlich. Eine Ernährung ganz ohne Getreide wäre in unserem Kulturkreis unvollständig. Das Brot schenkt uns Kraft und Energie. Es erhält unser Leben. Es gibt Menschen, die allein mit einem Sack Mehl den Winter überleben können. Wir sagen: Trocken Brot macht Wangen rot. Wenn Brot zu teuer ist, wird das Leben schwierig.
Wie entsteht Brot? Das Korn wird in die Erde gesenkt und vergeht gleichsam, um neues Leben hervorzubringen. Wenn das Weizenkorn nicht stirbt, bleibt es allein, sagt Jesus, wenn es aber stirbt, bringt es viel Frucht (Johannesevangelium 12, 24).
Das Korn treibt Wurzeln, der Halm sprießt, später bildet sich die Ähre heraus, das Korn blüht und reift. Dann wird es abgemäht, gedroschen und zermahlen, damit es gebacken werden kann. Das Korn wird beim Mahlen zerdrückt, geradezu aufgebrochen. Es gibt auch Menschen, die sich gleichsam für andere verbrauchen lassen. Sie geben sich selbst in die Gemeinschaft hinein.
Jesus Christus ist das Brot des Lebens (Joh 6, 35). Er gibt sich uns hin, damit wir Leben in Fülle haben (Joh 10, 10). In der Heiligen Eucharistie schenkt Er sich uns. Er macht unser Leben möglich. Er ernährt und schenkt uns Sein göttliches Leben. Er hilft uns, die Schwierigkeiten des täglichen Lebens zu bewältigen. Er begleitet und lenkt unser Leben. Wenn wir den Weg mit Ihm gehen, schenkt Er uns ewiges Leben, ein Leben, das nicht aufhört, ein Leben in der Fülle der Gemeinschaft mit Ihm.
Diese Ansprache wurde 2011 in der Alten Kirche zu Horneburg gehalten.
In dem Satz: „Eine Ernährung ganz ohne Brot wäre unvollständig.“ wurde Brot durch „Getreide“ ersetzt, da in Asien hauptsächlich Reis gegessen wird, der ja auch ein Getreide, aber nicht Brot ist.
Außerdem wurde „in unserem Kulturkreis“ hinzugefügt, da es ja nördliche Völker gibt, die hauptsächlich von Fisch und Meerestieren leben.
Im Alten Orient war Brot das Hauptnahrungsmittel.
„Brot des Lebens“ ist ursprünglich lebendiges Brot, das gesäuert ist, im Gegensatz zu ungesäuertem Fladenbrot oder zu Mazzen.
© Dr. Heinrich Michael Knechten, Stockum 2026