Inhalt
Tranchot-Karte
mit Bergen um 1800
Einzelheiten
zur Familie Rutten
Rutt
Roevers, * um l500, † vor 1576.
Hendrick
Rutten, * um l540, † vor 1617
Jan
Rutten, Sohn von Hendrick Rutten und Margaretha, * um 1580, † um 1632
Gerard
Rutten, * um 1620, † 1673
Jan
Rutten, Weijenberg-Rutten genannt (†
1707)
Hendrik
Rutten-Weijenberg (1695-1757)
Gerard
Rutten-Weijenberg (1733-1797)
Ansicht
entlang Beekerstaeij über die Maas auf Bergen am 10. Juni 1748
Sicht
vom Fährhaus Beekerstaeij bei Vierlingsbeek mit Blick auf die Maas flußabwärts
bei Eisgang
St.-Antonius-Kapelle
in Aijen (Ortsteil von Oud-Bergen)
Ortsschild
von Aijen Gemeinde Bergen (Provinz Limburg)
St.-Antonius-Kapelle
Aijen Gemeinde Bergen
Blick
von der Zufahrtstraße zur Maasfähre auf Oud-Bergen
Blick
auf die Maas mit der jetzigen Fähre nach Vierlingsbeek
Blick
von der Zufahrtsstraße zur Maasfähre auf Oud-Bergen, links hinten die
Kirchturmruine
Grabkreuz
von Hanrisken Rutten
Berühmte
Träger des Namens Rutten
Zwischen
Moor und Fluß
Bei meinen Ahnenforschungen konnte ich mich für die Familie Jiru, meines Großvaters mütterlicherseits, auf die Ahnenstammtafel stützen, die mein Onkel Otto in den 1930er Jahren erstellt hatte, und die Nachweise bis zum Dreißigjährigen Kriege aufwies.
Nach den Ahnen der Familie Knechten forschte ich im Personenstandsarchiv Brühl. Dort waren die Tauf-, Trau- und Sterberegister, die allerdings nicht immer sorgfältig geführt worden waren. Immer wieder kam es vor, daß eine Taufe im Sterberegister vermerkt worden war. Ob das wohl an den Getränken bei der Tauffeier lag? Jedenfalls kam ich auch hier nicht weiter als bis zum Dreißigjährigen Kriege.
Für die Familie Gundacker, meiner Großmutter mütterlicherseits, wandte ich mich an die betreffenden niederösterreichischen Stellen. Ältere Quellen, als die mir bereits vorliegenden aus dem 18. Jahrhundert, fand ich nicht.
Meine Großmutter väterlicherseits hieß Gertruda Rutten. Sie stammte aus Heijen. Dieses Dorf liegt 21 Kilometer südlich von Nijmegen und gehört heute zur Stadt Bergen.
Eines Tages sagte meine Tante Margret Martens, die in Goch-Hülm wohnte, wir sollten doch einmal zum Verwandten Franz Gommans, Goch, fahren, damit ich in den Forschungen über die Familie Rutten ebenfalls weiterkomme. Bei diesem Besuch erhielt ich Material, das in Anmerkung 8 zitiert wird.
Nun schrieb ich an die Gemeinde Bergen, und sie gaben mir die Adresse des Düsseldorfer Ministerialrates Gerhard Eyckers (1921-2012). Der schenkte mir seine Forschungen, gebunden in Buchform. Ich war also auf eine „Goldader“ gestoßen. Heute wäre es einer Stadt wegen des Datenschutzes nicht mehr möglich, eine Adresse mitzuteilen.
Hier geht es um Familien, die bis weit in die Vergangenheit hinein in Nord-Limburg wohnen, zwischen dem ehemaligen Hochmoor Peel und der Maas. Erst aus dem dreizehnten und vor allem dem vierzehnten Jahrhundert sind schriftliche Quellen in größerer Zahl überliefert.
Im 17. und 18. Jahrhundert kann man viel Material in Tauf-, Heirats- und Sterbebüchern der Pfarreien finden. Nun sind diese Bücher nicht ständig und eben sorgfältig geführt worden, daher ist es gut, auch andere Quellen zu Rate zu ziehen; beispielsweise Übertragungsregister des Schöffengerichtes, Pfandbücher, Grundsteuer-, Zins- und Zehntenregister, Magistratsprotokolle und Notariatsakten. Vor allem im 16. Jahrhundert und davor ist man gänzlich auf die letztgenannten Quellen angewiesen. Insbesondere ist es sehr ratsam, die oft guterhaltenen und reichen Archive von Klöstern sowie Lehensbücher zu studieren. Sie enthalten einen Schatz von Daten.
Beispiel aus dem Trau-, Heirats- und Sterbebuch der Pfarrei Bergen (Reichsarchiv Limburg, Maastricht) vom Jahre 1699:

Im fünfzehnten Jahrhundert kommt in diesem Bereich der Familienname immer mehr in Gebrauch. Manche Nach- oder auch Spitznamen werden erblich, und einige haben bis auf den heutigen Tag Bestand. Sehr üblich ist es auch, dem Vornamen den Namen des Vaters, des Großvaters und manchmal sogar des Urgroßvaters beizufügen; erst dann folgt der Familienname – sofern man einen besitzt.
1539 verfügt Franz I. von Frankreich, in den Pfarr-Registern außer dem Namen des Täuflings auch die Namen des Vaters und der Mutter anzugeben. Durch Dekret vom 18. August 1811 befiehlt Napoleon, daß jeder, der noch nicht im Besitz eines Geschlechts- oder Familiennamens ist, sich einen solchen verschaffen und einschreiben lassen muß. Einige Jahre später wird dieses Dekret noch einmal wiederholt mit der ausdrücklichen Vorschrift, daß jedermann vor dem 1. Januar 1814 einen Familiennamen haben müsse.
Nach einem Gesetz der französischen Nationalversammlung vom 20. September 1792 wird die rechtskräftige (amtliche) Beurkundung des Zivilstandes der Bürger und die Namensführung vorgeschrieben. Nach der Besetzung des linken Rheinufers durch französische Truppen (1792) und der späteren (1797) Annexion dieses Gebietes werden am 12. Floreal VI der französischen Zeitrechnung (1. Mai 1798) auch hier die Zivilstandsregister eingeführt.[2]
Napoleon verlangt, neugeborene Kinder bei der Anzeige von Geburten „vorzuzeigen“ (wie es in Geburtsurkunden aus der damaligen Zeit heißt), damit das Geschlecht festgestellt werden kann. So soll verhindert werden, daß für männliche Neugeborene ein weibliches Geschlecht angegeben wird, damit sie später nicht Soldat werden müssen.
Woher stammt der Name Rütten? Eine Hypothese verbindet den Familiennamen Rutten (soe die niederländische Schreibung) mit dem süddeutschen rodd oder rott, die möglicherweise durch Söldnertruppen aus diesen Gegenden bei uns eingeführt und im heutigen Deutsch als Rotte und im Niederländischen als het rot bewahrt bleibt.
Ursprünglich bezeichnen diese Wörter turnusmäßige Dienstverpflichtungen, danach Mannschaft, Militär. Da im Niederländischen (die Vokale) o und u in bestimmten Bereichen und Dialekten wechseln, könnte man den Familiennamen Rutten von rot/rut ableiten (mit der schwachen Genitivendung -en), und er deutet damit auf eine Person hin, die zu einer Gruppe Soldaten gehört.
Obschon einige Sprachforscher das Substantiv rott/rod mit dem lateinischen rota (Rad) verbinden und der Sprachforscher Hietstap selbst erwähnt, daß die Lütticher Familie Rutten ein Rad in ihrem Wappenschild führt, kommt uns diese Erklärung des Namens Rutten nicht sehr wahrscheinlich vor.[3] Das Wappenschild ist möglicherweise viele Jahrzehnte nach der Namensgebung übernommen worden.
Eine andere Hypothese geht davon aus, daß der Name Rutten herrührt von jemandem, der aus dem Sprachgrenzdörfchen Rutten in Belgien kommt. Der Vorsatz „van“, was die Herkunft andeutet, kann ja unterbleiben. Wenngleich sich das Dorf Rutten des berühmten St.-Evermarusspel (Mysterienspiel zu Ehren des hl. Evermarus)[4] rühmt, muß es doch – so meinen wir – der Ehre entsagen, Wiege von so vielen Rutten-Verbänden im Süden und im Norden zu sein.
Rutten könnte eine Flurbezeichnung sein, wie zum Beispiel „aus den Ruthen“. Es könnte auch mit dem niederländischen ruiter – Reiter zusammenhängen.
Eine weitere Annahme betrachtet den Familiennamen Rutten als ein Patronymicum, also ein vom Vornamen des Vaters abgeleiteter Familienname. Wie z. B. Vater Joannes seinen Nachkommen Familiennamen hinterläßt wie Jans, Janssen, Johnson, Johansen, so können aus Rutger eine ganze Reihe von Ableitungen entstehen.
Rutger, zusammengesetzt aus den althochdeutschen Wörtern „hruod“ (Ruhm) und „gêr“ (Speer), also ruhmvoller Speerkämpfer, kann sich lautgesetzlich zu den Vornamen Roger, Rogge, Rosier, Rodger, Rogier, Rudolf, Rüdiger, Ruit, Rutje (Kosenamen) entwickeln. Diese Vornamen gehen mit den Nachsilben: -e, -s, -ens, -ink, die das Herkommen andeuten, in die Familiennamen Rogiers, Roggen, Rosiers, Rodgers, Rutgers, Rutjens, Rutten, Rutte, Ruttens, Ruiten, Ruytinck, Rüthen, Rüth über. So wird zugleich klar, warum der Familienname Rutten eine so große Verbreitung erhält.
In Tienen erscheint um l384/1385 ein „Ruttene der Tafelknappe“. Dieselbe Person heißt 1387 „retene onsen Knape“ und um 1400 „rutgeerde der Tafelknappe“. In Hasselt wird 1439 Rutten van Weert angetroffen, der 1456 als Herr Rutgart van Wert aufgezeichnet wird. Diese Ausführungen beweisen wohl deutlich, wie aus dem Vatersnamen Rutger ein Familienname Rutten entstehen konnte, wodurch wiederum die letzte Hypothese an Wahrscheinlichkeit gewinnt.
Einen Beweis hierfür gibt es auch beim Stammbaum der Familie Rutten väterlicherseits. Hier verändert sich der Namen Roevers (Ruevers) in Rutten, als sich der Sohn von Rutt Roevers – Hendrik heißt er – , nicht Roevers, sondern Rutten nennt (Sohn von Rutt).
Die „jetzigen“ Rutten haben früher bisweilen anders geheißen, aber das gibt es ja in vielen Familien. Beim Stamm der Mutter von Louis Rutten, die sich auch Rutten schrieb, bleibt der Name Rutten stets erhalten. Im 16. Jahrhundert gehen einige Rutten in Sevenum „verloren“, indem sie sich Coenen oder Custers nennen.
Im übrigen hat sich der Ruttenstamm väterlicherseits nie mit dem Ruttenstamm mütterlicherseits gekreuzt, sie sind also niemals eine gemeinsame Familie gewesen. Wahrscheinlich hat die isolierte Lage von Sevenum viel dazu beigetragen. Ein gemeinsamer Vorvater ist bis 1400 für die beiden Ruttenstämme nicht anzutreffen, obwohl danach natürlich fleißig gesucht wurde.
Die Kirche von Bergen hat jahrhundertelang Bindungen zum St.-Viktor-Stift in Xanten gehabt. Bis zur französischen Revolution wird der Pastor von Bergen vom Kapitel des Stifts ernannt. Neben diesem Ernennungsrecht hat das Stift noch Höfe und Land in Bergen, die man aus dem Erlös des Verkaufs ihrer mühevoll zu bearbeitenden Weinberge anderswo angekauft hatte. Selbst kann man diese Ländereien nicht bearbeiten; das überläßt man den Pächtern.
Die Kirche in Bergen besitzt Tauf-, Heirats- und Sterbebücher, die ungefähr bis 1680 zurückgehen. Diese sind deponiert im Reichsarchiv von Maastricht, wo sie für jedermann einsehbar sind. Im Pastorat von Bergen befinden sich noch einzelne Teile des Kirchenarchivs, außerdem eine Denkschrift über Schenkungen und Jahresmessen für Verstorbene aus dem Jahre 1673.
Das Örtchen Bergen (jetzt Oud-Bergen) ist ein Dorf, das bereits 887 genannt wird, als zwei freie Männer, „de Berghon“ sich abgabepflichtig[5] machen an die Abtei von Werden an der Ruhr. Demzufolge konnte Bergen also 1987 sein 1100jähriges Bestehen feiern!
Was das Archiv von Bergen anbetrifft, so suche man im Reichsarchiv von Maastricht unter Well. Es ist noch nicht inventarisiert, aber über das Archiv liegt ein Katalog von van Beurden vor, worin verschiedene Archivstücke genannt werden. In der Gemeindebürgermeisterei von Bergen liegen auch noch einzelne Archivstücke, die bis l585 zurückgehen, meist Abrechnungen von Steuererhebungen.[6]


Karte (Tranchot und von Müffling, Auszug):[9]

Überreste eines zehn Jahrhunderte alten Turmes in Bergen (Oud-Bergen). Das 2. Kreuz rechts an der Mauer ist von Hanriske Rutten, Tochter von Rutt Rutten und verheiratet mit Geurt Driessen. Dieser ist Kirchmeister, das heißt Kirchenvorsteher der Kapelle in Ayen und ist noch auf dem Glöckchen erwähnt:
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19. Generation |
van Os Hermann * ? † ? ∞ ? |
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18. Generation |
de
Roever Wylhelm *
um 1400? † ? ∞? |
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17. Generation |
Roevers Rutt * um 1430 Kirchmeister † ? ∞ ? |
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16. Generation |
Roevers Peter * um 1460 Kirchmeister † ? ∞ ? |
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15. Generation |
Roevers Rutt * um 1500 Schöffe † vor 1576 ∞ ? |
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14. Generation |
Rutten Hendrick * um 1549 † vor 1617 |
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13. Generation |
Rutten Jan * etwa 1580[7] Gastwirt † etwa 1632 |
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12. Generation |
Rutten Gerard(us) * ca.
1620 Steuererheber für Aijen |
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11. Generation |
Rutten-Weijenberg
Johannes (Jan) * 1655 (1651/1653) |
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10. Generation |
Rutten-Weijenberg
Hendrik (Henricus)[8] |
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9. Generation |
Rutten-Weijenberg
Gerardus |
Rutten Jan Hendrik |
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7. Generation |
Rutten Gerard(us) |
Rutten Sebastiaan |
Rutten Theodor |
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6. Generation |
Rutten Leonardus |
Rutten
Jacobus |
Rutten Peter |
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5. Generation |
Rütten Elisabeth |
Rutten Gertruda |
Rütten Jan Josef |
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Um 1440 wohnt in der Gerichtsbarkeit von Maashees und Holthese ein gewisser Wylhelm Roever. Er ist verheiratet mit der Tochter von Hermann Os. Dieser Wylhelm Roever steht im Register der Lehnsbücher von Gelre (Geldern): ausländische Lehen unter Vierlinxbeke. Er hat einen Sohn namens Rutger, der das Gut 1452 von seinem Vater „erbt“. Dieses Lehen wird 1465 erneut bestätigt und dauert bis 1478, als es in fremde Hände übergeht. Es gibt eine Reihe von Hinweisen, daß dieser Wylhelm der älteste Vorvater der Rutten ist. 1492 erhält Peter, der Sohn von Rutt Roevers Aijen, einen Bauernhof zum Besten der Kirche von Bergen. Er ist dort Kirchmeister. Dieser Peter Roever hat einen Sohn Rutt, den er bestimmt nach seinem Vater benannt hat. Seinen anderen Sohn nennt er Wylhelm. Dieser Sohn nennt seinen Sohn wiederum Peter, also wieder nach seinem Vater. Ein nicht unwichtiger Hinweis steht im Kirchenbuch von Well: „Sunte Anthonius Gyldt als tijns Peter Wylhelm Roevers soon van Maashees.“
Er ist der Vater von Peter Roevers und wird als solcher im Stiftsarchiv Xanten genannt, dem Stift, in dessen Besitz Bergen jahrhundertelang gewesen ist, Nr. GW 97, unpaginiert: „Von den van Bergens (ein Geschlecht dieses Namens) ein Hufen Land (=13.4 Hektar) an Peter Rutt Roevers Sohn und Johan Hueb Moirmans Sohn von Meyberssen, zum Besten der Kirche von Bergen, a.D. 1492.“ Beide sind damals Kirchmeister, d.h. Kirchenvorsteher.
Es gibt noch einen älteren Hinweis: Ein Dokument von 1491 im Archiv Gaesdonk, Cartularium I, in dem von einem Hofe Rutt Roevers gesprochen wird. Um einen Begriff zu geben, wie solch ein mittelalterliches Dokument aussieht, folgt dieses als Kopie.
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Er ist der Sohn des vorgenannten Rutt Roevers. (Dieser ist Kirchmeister der Kirche von Bergen 1492).
Zinsbuch des Hauses Well (1569) R.A.L. Nr.61, mit der Erwähnung von Rutt Roevers:

Er ist der Sohn des vorgenannten Peter Roevers. 1543 finden wir ihn im Zinsregister besteuert mit einem Rauchhuhn, zwei Hühnern und einem Kapaun durch das Haus (Schloß) Well. Außerdem wird er unter Aijen bei den „Reichen“ genannt. Rutt Roevers bezahlt Abgaben für die Tatsache, daß er einen Schornstein auf seinem Hause hat. Die Besteuerung ist: ein Rauchhuhn = eine geräucherte Henne, die alljährlich an einem bestimmten Tag (z.B. am Tage des hl. Andreas) neben den anderen Steuerschulden auf dem Schloß abgeliefert werden muß.
Die Steuern werden in Naturalien entrichtet. Damit die Bauern nicht die „schlechtesten“ Hühner liefern, läßt man diese über einen Stock springen. Ein Kapaun ist ein kastrierter Hahn, wird deshalb viel größer und bringt mehr Fleisch. Man muß auch mit Geld bezahlen, und das lesen wir in den Pacht- und Zinsregistern. Rutt Roevers muß ein altmoerken (= Zahlungsmittel) bezahlen für „synre Hondonck haldende umtrynt 12 mergen“ unter Aijen und Bergen. Auf der Tranchot-Karte von etwa l800 liegt dieses Grundstück zwischen dem Sintelenberg und dem Suickerberg (Aijen-Bergen).
Da Rutt Roevers zum wohlhabenden Stand gehört, ist es nicht verwunderlich, daß er als Schöffe auftritt. Das geschieht dann auch 1558, l565 und 1567. Im Zinsbuch von 1577 finden wir ihn nicht mehr. Er muß dann gestorben sein; denn l576 übernimmt Willem Stox dieses Hondonck vom verstorbenen Rutt Roevers. Nachtrag späteren Datums: nunmehr Hendrick Rutten (sein Sohn).
Ein Schöffe ist eine Art Gesetzeshüter, der die Tagesangelegenheiten auf dem Gebiet des Rechts regelt. Der Schöffe ist Mitglied des Schöffengerichtes, ein Steuerungsorgan, das mit der Französischen Revolution verschwindet. Vor der Schöffenbank werden Urkunden aufgenommen über Verbindlichkeiten, Abtretungen, Testamente u.s.w. Vor dem Schöffengericht werden auch kleine Rechtsverbindlichkeiten erledigt. An der Spitze steht der Dorfschulze, dem ein Gerichtsdiener zur Seite steht, der die vorgeladenen Menschen benachrichtigen muß. An den Schloßherrn von Well müssen sie Steuern bezahlen, den sogenannten Zehnten aus dem Aufkommen von Ackerbau und Viehzucht.
Man unterscheidet beim Zehnten:
1) Der große Zehnte betrifft alles, was Halm und Stengel hat. Er wird auch der Gabelzehnte genannt.
2) Der kleine oder schmale Zehnte, der auf Flachs, Hanf, Spergel, Hopfen und das junge Vieh (kreißender Zehnter), wozu auch die Bienen rechnen, erhoben wird.
3) Der Urbarmachungszehnte wird auf neu erschlossene Ländereien erhoben. Das Aufkommen wird meist in der Zehntscheune gelagert.
Von diesem Hendrick Rutten, dem ersten Vorfahren mit dem Familiennamen Rutten, gibt es im Archiv von Brüssel eine Anzahl interessanter Daten. Diese Archivalien sind damals auf einem Speicher des Beekerstaaij gefunden worden. Sie sind über die Familie Lalaing in Brüssel dorthin geraten. Vor allem dieser Fund im „Belgischen“ bildet in der Beweisführung ein wichtiges Glied, daß Hendrick Rutten ein Sohn von Rutt Roevers ist.
Demzufolge kann der Stammbaum bis ungefähr 1400 ausgedehnt werden. Hendrick Rutten ist verheiratet mit Greetgen (Margaretha), hätte also eigentlich Hendrick Roevers heißen müssen, aber er nennt sich Hendrick Rutten (= Sohn von Rutt). Sein Name taucht erstmals 1582 auf, wenn die Sprache ist von Land „neben Hendrick Rutten“. Außerdem wird er noch im Kirchenarchiv von Well genannt, im Register der Kirchenzinsen: Rutt Roevers Gut, jetzt Hendrick Rutten, schuldet der St.-Antonius-Gilde jährlich ein Malter Roggen; ausstehend noch aus den Jahren 1597-1610.
Hier ist also ein Rückstand entstanden, aber das ist ganz begreiflich, denn um rund 1600 wurde das Gebiet entlang der Maas heftig heimgesucht durch den 8ojährigen Krieg, und zwar so stark, daß die Einwohner von Well einige Jahre lang dieses Dorf verlassen haben. Im Zinsbuch von 1606 gibt Hendrick Rutten von zwei Morgen Land in Aijen (in Erbpacht) drei Scheffel Hafer. Nachschrift späteren Datums: Rut Rutten, alias Rutt Hendricks.
Aus seiner Ehe mit Margaretha hat Hendrick Rutten drei Söhne und eine Tochter. Dies läßt sich aus einem Dokument erschließen, das sich im Archiv von Brüssel befindet:
1) Dries Rutten alias Hendricks. Er hat einen Sohn Gerard, dessen Witwe l628 Jan Daemen heiratet.
2) Rutt Rutten alias Hendricks alias Roevers. Eine Tochter von ihm heiratet Gaert Driessen. Beide liegen auf dem Kirchhof von Bergen begraben.
3) Metgen Rutten. Sie ist verheiratet mit Peter Aengen Endt.
4) Jan Hutten.
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Unterschrift von Hendrick Rutten unter einem Schriftstück betreffs Steuererhebung von 1598 zusammen mit Jan Huygens und Sander Verheyen. |
Heute, am siebenten Januar Eintausendsechshundertsiebzehn, erschienen vor uns: Peter Bernnardts Scholtis (Schultheiß), Peter Gulicx, Jan Huibers, Schöffen der Herrlichkeit Well, Gerrtgen, die Witwe von Hendrick Rutten, und dessen Sohn namens Rutt Rutten, im Namen von Jan Rutten, entsprechend dem Auftrag seines Bruders. Sie erklärten […] empfangen [zu haben]. Oben genannter Rutt hat in Beisein seiner Mutter für Metgen, ihre Tochter und seine Schwester, auch für Peter Aengen Endts Kind bei Metten, der Tochter des seligen Hendrick Rutten, abwesend und noch minderjährig, de rato (rechtskräftig) […].
Jan Rutten begegnet zum ersten Mal in einem Dokument von 1617. Danach erscheint er häufig als Wirt, Steuererheber und Käufer von Grundstücken. Als Gasthofbesitzer verkehren viele Menschen in seinem Hause, nach den Rechnungen auch viele Soldaten, was im 80jährigen Krieg normal ist. Die essen und schlafen dann auf Kosten „der Allgemeinheit“.
In einer Rechnung von 1628 steht ein interessantes Detail: am 24. April 1628 hat ein Tambour (Trommelschläger) aus Straelen mit einem Gefangenen an Essen und Trinken für zehn Stüver verzehrt.
1627 hat er den Ripse pas gekauft, eine Weide von zehn Morgen. Diese Weide bleibt sehr lang in den Händen der Familie Rutten. Sie ist belegt mit einer Steuerbelastung des Schlosses Well von acht Vlemsch (Zahlungsmittel) und einem Pfund canaris (Brotzucker).
An welcher Stelle in Aijen stand das Wirtshaus? Vermutlich an der Ecke der Straße, die zur Maas geht:

Jan Rutten ist verheiratet mit Willemken (Wilhelmina). Von ihr hat er zwei Söhne: Gerhard und Hendrick, der Metgen van den Weijenberg heiratet und früh stirbt. Deshalb muß sein Sohn Jan später Haus und Erbe übernehmen zugunsten seiner zwei Schwestern Wilhelmina und Margaretha. 1669 heiratet dieser Jan Cordula Verberkt, die Witwe von Arnoldus van Aersen aus Grubbenvorst. Aus dieser Ehe gehen zwei Kinder hervor: 1670 Hendrick und 1673 Arnoldus.
Dieser Hendrick wird später Esther van de Boom heiraten, Witwe von Marcus Liefgens, Postmeister zu Maashees. Er ist Gutsverwalter des Schlosses Geijsteren und Schultheiß (scholtis) von Oirlo und Oostrum. Sein Sohn Marcus Johannes wird später Rektor der Kapelle in Ostrum. 1745 stirbt Hendrick Rutten als Gatte von Mechtildis Weijenbergh.
Unterschrift von Jan Rutten:
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Als Sohn von Jan Rutten heiratet er später Maria van den Weijenberg (Wienberg). Im Volksmund wird daraus schnell Rutten-Weijenberg, vermutlich um zwischen den vielen Ruttens unterscheiden zu können, die in dieser Gegend wohnen. Dieser Doppelname ist bei einigen Ruttens noch bis auf den heutigen Tag bestehengeblieben. Im vorliegenden Rüttenstamm ist diese Ergänzung um etwa 1800 verschwunden.
1651 begegnen wir Gerard Rutten (aus Aijen) zum ersten Mal in einem Schriftstück, worin er verspricht, alles zu zahlen „aus einer Erbschaft zu Aijen am Berg gelegen“. 1653 kommt er zusammen mit seiner Frau Maria in einer Abtretungsurkunde vor – vermutlich hat er zwischen 1651 und 1653 geheiratet –, was noch wahrscheinlicher wird, weil bei seinem Tod 1673 nur unmündige Kinder leben.
Von seinem Vater hat er die Gastwirtschaft in Aijen übernommen. Daß an diesem Ort guter Ackerbau betrieben wird, ergibt sich wohl aus den vielen Ankäufen und der Erb-Auseinandersetzung von 1676. Von seinen Vater erbt er den „Ripse pas“, die bekannte Wiese. Von Gerard Rutten aus Heukelom, der ihn Onkel nennen muß, kauft er „de Netelen pas“. Die Familie hat beiderseits noch ziemlich enge Beziehungen, und darum ist es nicht ungewöhnlich, daß Gerard Bürge bleibt für seinen Neffen Jan Rutten in Zusammenhang mit der Steuererhebung.
In dieser Gegend bemüht sich jetzt Ludwig XIV. von Frankreich um militärische Erfolge. Aus dem Kriegsgeschehen erwächst dem normalen Bürger viel Schaden, und zwar sowohl von Freundes- als auch von Feindesseite, da ja nur Söldner kämpfen. 1673 fordert Gerard für angelaufenen Schaden 228 Gulden, vermutlich für die Einquartierung von Truppen des Prinzen. 1649-1673 ist er Steuererheber, eine Tätigkeit, die häufig durch die Familie Rutten ausgeübt wird.
Am 14.7.1673 stirbt Gerard Rutten, und als Steuererheber muß er noch die eingetriebenen Gelder übertragen. Das macht dann seine Ehefrau für ihn. Sie reicht dabei eine Rechnung ein „für Verköstigung von Reitern im Auftrag des Prinzen in ihrem Haus“. Bei seinem Tod ist keines der Kinder volljährig. Sein Sohn Hendrick wird wohl der älteste gewesen sein, denn 1676 übernimmt er das Geschäft zum Besten seiner Brüder und Schwestern. Gerards Ehefrau stirbt am 13.12.1697.
Aus der Ehe mit Maria van Wijenberg hat Gerard Rutten drei Töchter und zwei Söhne:
1) Wilhelmina heiratet um 1680 Godefridus Heylen.
2) Catharina heiratet 1690 Petrus van Arsen aus Grubbenvorst. Sie stirbt in Maashees, wird aber in Bergen begraben.
3) Hendersken heiratet Jan Lenssen, stirbt aber früh.
4) Hendrick heiratet um 1682 Henrina Heylen, Schwester von Godefridus Heylen.
Sie haben folgende Kinder:
1) 1683 Gerard, verheiratet mit Gerarda Sweyen.
2) 1685 Godefridus, verheiratet mit Maria Driessen.
3) 1687 Johanna, verheiratet mit Leonardus Arts.
4) 1690 Johannes, verheiratet mit Gertrudis Cocken.

Johannes Rutten, verheiratet mit Gertrudis Cocken, ist der Stammvater von vielen, später sehr bekannt gewordenen Ruttens, u.a. Bürgermeister Rutten von Wansum und Meerlo, und das Mitglied der 2. Kammer, Mr. (Dr. jur.) Rutten, der auch aus Wansum gebürtig ist.[11]
1692 verheiratet mit Johanna Smits aus Maashees. Zeugen bei dieser Hochzeit sind sein Bruder Henrick Rutten und Peter, sein Schwager van Aersen. Er stirbt 1707 in Aijen, drei Jahre nach dem Tode seiner Frau.
1668 findet die definitive Teilung von Gerard Ruttens Erbe statt. Bei dieser Teilung bekommt Jan Rutten unter anderem „de Ripse pas“ und „de Netelenpas“. 1686 steht Jan Rutten zu Buch mit vier Kühen, fünf Rindern, acht Gänsen und 45 Schafen. Dies wird sich nach der Erbteilung wohl gesteigert haben, vor allem weil Jan auch das Haus und das Brauhaus erbt.
1705 ist Jan Schöffe. Aus seiner Ehe mit Johanna Smits sind folgende Kinder bekannt.
1) 1693: Gerard, der Johanna Maas aus Afferden heiratet
2) 1695: Henricus
3) 1696: Maria, die 1697 stirbt
4) 1698: Hendrina
5) 1701: Maria, die Hendrik van Aken
heiratet
6) 1703: Jan, der 1707 stirbt.
Unterschrift von J.Weijenberg-Rutten:

Er ist zweimal verheiratet. Aus der ersten Ehe mit Maria Janssen hat er einen Sohn und eine Tochter, nämlich Johannes und Johanna. Dieser Johannes heiratet später Johanna van de Berg aus Blitterswijck und ist noch Schöffe in Aijen. Ein Sohn von ihm siedelt sich mit Anna Diebels auf „de Sintelenberg“ an. Maria Janssen stirbt 1731. Danach heiratet er Maria Sweijen. Aus dieser Ehe hat er folgende Kinder:
1) 1733: Gerardus,
2) 1735: Petronella, verheiratet mit Jan Dericks,
3) 1737: Wilhelmus, verheiratet mit Johanna Hermans,
4) 1739: Anna Maria, verheiratet mit Matthias Vervoort,
5) 1740: Christianus, verheiratet mit Agnes Hermans aus Afferden,
6) 1743: Johannes, verheiratet mit Petronella Zeelen (mit Dispens),
7) 1747: Johanna, verheiratet mit Ernest Stoffels.
1736 ist Hendrik Rutten Armenmeister in Aijen. Im Händlerverzeichnis von 1740 (Gemeindearchiv Bergen) ist er verzeichnet als Schnapsausschänker, Bierausschänker, Brauer und Malzer. Hendrick Rutten stirbt am 23.9.1757 in Bergen.
Unterschrift von Hendrick Rutten Weijenberg:
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Er ist dreimal verheiratet. Seine erste Ehe schließt er 1767 mit Gertrudis Cocken. Sie stirbt 1775 kinderlos. Die zweite Ehe geht er mit Maria Tax aus Heijen 1777 ein. Von ihr hat er vier Kinder.
1) 1778: Gerardus, verheiratet mit Johanna Troost(en),
2) 1780: Johannes, verheiratet mit Gertruda Janssen,
3) 1782: Albertus, der 1785 stirbt,
4) 1785: Maria.
Die dritte Ehe schließt er mit Maria van den Wollenberger aus Gennep. Von ihr hat er auch vier Kinder.
1) 1788: Maria,
2) 1790: Elisabeth, die 1798 stirbt,
3) 1791: Arnoldus, verheiratet mit Elisabeth Vissers,
4) 1793: Johanna.
1779 ist Gerard Rutten Zunftmeister, eine Stellung, die er auch noch eine Reihe von Jahren wahrnimmt. Gerard Rutten ist von Beruf Bauer, wohnt also nicht mehr im Wirtshaus. 1797 stirbt er, seine Witwe verheiratet sich wieder mit Hendrick van Kempen, und sie nehmen ihren Wohnsitz in Well.
Unterschrift von Gerard Rutten:


Het
Veerhuis Beekerstaeij bij Vierlingsbeek, 1748. ‘s-Hertogenbosch, Bibliotheek van
het Provincial Genootschap Nr. 132, von Jan de Beyer Vierlingsbeek.
↑ Das Fährhaus Beekerstaeij bei Vierlingsbeek 1748 ↑ Kirche von Bergen

Ijspret bij
Vierlingsbeek, 1738. ‘s-Hertogenbosch, Bibliotheek van het Provincial
Genootschap, Nr. 131.



↑ Gerhard Eyckers




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An der abgewandten Seite der Kirchturmruine stehen zwei Grabkreuze. Die zweite Inschrift auf dem rechten Kreuz lautet: „Anno Dni 16.. den … is in den Heere verstorven Hanrisken
Rutten, eynr echte H.ysfrovw. Godt troost du zielen.“ Es ist deutlich, daß diese Inschrift vor ihrem Tod verfaßt wurde. Nach ihrem Tode vergaß man offensichtlich, die Daten zu ergänzen. |
Louis Martin Robert Rutten wird am 4. Juni 1884 in Maastricht geboren. Er promoviert 1909 in Utrecht über Säugetiere des Pleistozäns in den Niederlanden. Er führt Untersuchungen durch, welche vorwiegend dem Aufspüren von Erdöl in Süd- und Mittelamerika sowie dem ostindischen Archipel dienen, und führt eine wissenschaftliche Expedition nach Ceram durch (1917-1919). 1921 wird er Hochschullehrer für Erdkunde in Utrecht. Mit Promovenden unternimmt er mehrere Forschungsreisen zu den Antillen.
Werke:
· Voordragten over geologie van
Nederlandsch Oost-Indië, Groningn und Den Haag 1927.
· Geologische Nomenclator, Den Haag
1929.
L. M. R Rutten stirbt am 11. Februar 1946 in Utrecht.
Martin Gerard Rutten wird am 21. Oktober 1910 in Djombang (Java) als Sohn von L.M.R. Rutten geboren. Er
promoviert 1936 in Utrecht über die Geologie von Nordkuba.
Nach Tätigkeiten bei der Erdölausbeute auf Java und Sumatra, zur Kriegszeit bei
den Staatsbergwerken in Südlimburg und danach bei dem Armeecorps der USA in
Deutschland, wird er 1946 Hochschullehrer in Amsterdam und 1951 in Utrecht. Werke
· Geology of the Northern Part of the Province
Santa Clara, Cuba, Utrecht 1936,
· A synopsis of the Orbitoididae Utrecht 1941.
· Theorie en feiten in de geologie,
Amsterdam 1946,
· Geologie der Nederlandse steenkolen,
Utrecht 1947.
· Geologie van het Limburgsche mijnwater,
Mededeelingen van de Geologische Stichting, Serie C VI, Diverse onderzoekingen,
Band 4, Maastricht 1948.
· Actualisme en evolutie, Groningen 1951.
· Table Mountains of Northern Iceland
(and Related Geological Notes), Leiden 1955.
· The Geological Aspects of the Origin
of Life on Earth, Amsterdam 1962; De oorsprong van
het leven op aarde uit geologisch gezichtspunt, Amsterdam 1965;The
Origin of Life by Natural Causes, Amsterdam 1971.
· The Geology of Western Europe,
Amsterdam 1969.
Er stirbt am 13. Oktober 1970 in Utrecht.
Felix Johan Joseph Hubert Rutten wird am 13. Juli 1882 in Sittard geboren. Er promoviert in Löwen in Philologie. Er heiratet die Romanschriftstellerin Marie Koenen. Er schreibt Lyrik mit mystischen Akzenten, Novellen, Reise-Erzählungen und Bühnenwerke.
Werke:
· Ons Delta-land, Ons eigen land, Band 4, herausgegeben durch G. F. Haspels (1864-1916), Dordrecht 1911.
· Avondrood, Einführung von J. van
Well SJ, Roermond 1913
· Goede Vrijdag, Amsterdam 1914.
· Limburgsche sagen, Amsterdam 1917.
· Levenswijding, Ventoo 1917.
· Hagar. Bijbelsch schouwspel, Leiden 1917.
· Beatrijs. Mysteriespeel in vier
tafereelen, Amsterdam 1918.
· Eva’s droom. Bijbelsch
drama in drie bedrijven met een voorspel, Den Haag 1918.
· Sonnetten, Amsterdam 1921.
· Slachtoffers. Toneelspel, Amsterdam
1921.
· Nederland in woord en beeld,
Amsterdam 1923.
· De verzonken tuin. Gedichten,
Maastricht 1923.
· Brugge, Amsterdam 1925.
· Polen. Een herboren land, Den Haag
1931.
· De tocht naar Morgenland, Eindhoven
1938.
· Iwan. Haarlem 1955.
· Daags veur krismes, Maastricht 1957.
· Limburg zingt. Liederen in Sittards
dialect, Sittard 1957.
· Doe bleefs in mich. Bloemlezing uit
zijn dialektwerk, herausgegeben von Lou Spronck, Maasbree 1981.
Felix J. J. H. Rutten stirbt am 26. Dezember 1971 in Rom.
Georges Albert Maria Rutten wird am 10. August 1875 in Dendermonde geboren. Er wird 1890 mit dem Ordensnamen Ceslas Dominikaner. Er promoviert 1900 in Löwen in Sozial- und Politikwissenschaften. 1903 gründet er das Flämische Sozialwerk. 1904 gründet er in Gent das Allgemeine Sekretariat Christlicher Berufsverbände in Belgien (seit 1923 Allgemeiner Christlicher Gewerkschaftsbund). 1920 wird er Lehrer am Großen Seminar in Mechelen. 1924 erwirbt er den Magistertitel in Theologie. Als Senator (1921 bis 1946) widmet er sich vor allem sozialen Belangen, der Ausbildung und der Gesundheitsfürsorge. 1925 gründet er in Zoute (Knocke-Heyst) ein Kloster und wird dessen Vorsteher.
Werke:
· Nos grèves houillières
et l’action socialiste, École des sciences politiques et sociales, Band 18, Brüssel 1900.
· Raport général sur le mouvement syndical
chrétien en Belgique, Gent 1902.
· Handboek voor sociale studiën, Gent
1911; Petit manuel dʼétudes sociales, Gent 1911.
· Le Cinquantenaire de la Province dominicaine
de Sainte Rose en Belgique, 1861-1911, Brüssel 1911.
· Les Nécessités sociales de lʼheure
présente, Brüssel 1920.
· Manuel d’études et d’actions sociales à lʼusage
du jeune clergé, Lüttich 1930.
· La doctrine sociale de l’Église. Resumée dans les Encycliques Rerum
Novarum et Quadragesimo Anno, Lüttich 1932.
· La Réforme de lʼÉtat, Rapports
des Journées dʼétudes
au Collège philosophique de la Sarte, Band 2, Huy 1936.
Georges/Ceslas Rutten stirbt am
26. Mai 1952 in Brüssel.[12]

Auf dem Wege zur Aufführung des Mysterienspiels zu Ehren des hl. Evermarus in Rutten (1936)[13]
Nach einer Vita aus dem 12. Jahrhundert ist Evermarus ein Edelmann aus Friesland zur Zeit Pippins von Herstal (um 635 - 714). Er pilgert mit sieben Gesellen nach Santiago de Compostella, zum Grabe des hl. Jakobus des Älteren. Auf dem Rückwege möchte er noch das Grab des hl. Servatius in Maastricht verehren und übernachtet auf einem Landgut in Herstappe. Als der Gebieter Hacco[14] hört, daß auf seinem Grundstück übernachtet wurde, jagt er ihnen nach und ermordet sie in Rutten (Russon), einem Ort südlich von Tongeren (Tongres). Um 690 wird sein Leichnam dort durch einen Priester aufgefunden.
An seinem Festtage, dem 1. Mai, wird in Rutten das St.-Evermarusspel, das einzige überlebende niederländische Mysterienspiel (seit dem 11. Jahrhundert[15]), von der Dorfgemeinschaft bei der Evermaruskapelle (1784 erbaut) auf der sogenannten Heiligen Weide aufgeführt. Szenen sind: Pilgerzug, Trinken aus dem Brunnen, Verfolgung mit dem wilden Ritt derer von Hacco, Flucht des jüngsten Pilgers auf die sogenannte Schwarze Weide und seine Verteidigung mit einer Rute, schließlich Ermordung aller Pilger. Texte und Melodien enthalten mittelalterliche Elemente.[16]
© Dr. Heinrich Michael Knechten, Stockum 2026
[1] Louis M. Rutten, Eisenhowerstraat 8, Venray, hat seine umfangreichen und langjährigen Nachforschungen in einer Arbeit mit dem Titel „Twee Rutten stammen rond Peel en Maas“ im Jahre 1981 zusammengefaßt; denn seine Mutter ist nicht nur eine verheiratete, sondern auch eine geborene Rutten. (Es ist aber nicht herauszufinden, ob diese beiden Rutten-Stämme einen gemeinsamen Ursprung haben.) Von dieser 75 Seiten umfassenden Arbeit sind nachfolgend nur die ersten 26 Seiten durch Gerhard Wilhelm Eyckers (Düsseldorf) übersetzt, welche den väterlichen Zweig betreffen. Bearbeitet und ergänzt von Heinrich Michael Knechten, Horneburg 2012 sowie Stockum 2026.
[2] Fachlich von G. Eyckers auf Vorschlag von Josef M. Lorenz berichtigt.
[3] Korrigiert nach einem Telefonat mit Louis Rutten am 15.12.1999.
[4] In Rutten gibt es eine Sint Evermarusstraat. Der hl. Evermarus wird vor allem deswegen verehrt, weil er im Stande eines Pilgers starb. Insofern gilt er als ihr Patron. Er wird als Pilger mit Krone und Palme dargestellt. In Borth (Rheinberg) gibt es eine Pfarrgemeinde St. Evermarus mit 2.629 Gläubigen. Sie ist um 1290 erstmals urkundlich erwähnt. Im Mittelalter ist diese Kirche ein bedeutsames Wallfahrtsziel. Ein Wunderverzeichnis ist noch erhalten.
[5] Abgabepflicht in Form von Bienenwachskerzen für die Kirche.
[6] Männer sammeln gegen Bezahlung die Steuern für den Staat oder die Gemeinde ein und führen darüber Buch.
[7] Aus der Zeit von Jan Rutten (um 1580 bis etwa 1632) gibt es ein Dokument im Gemeindearchiv von Bergen (Doop-, Huwelijks- en Overlijdenregister). Es lautet übersetzt:
„1621, den 9. Tag im Mai hat ein Leutnant van Rinberck mit 8 Soldaten und einem Pferd im Jan-Rutten-Haus übernachtet. Sie haben zweimal verzehrt: 9 Personen je Mann und Mahlzeit für 3½ st(üver). Das Pferd hat Heu und Hafer verzehrt für 12 st., macht zusammen 39 g(ulden) 15 st. Bier wurde für 29 st. getrunken, und das mit Zustimmung des Schöffen […] und vielen Nachbarn.“
[8] Franz Gommans, Goch, teilt in Mosaik, Heft 4 (1983), 113; Heft 1 (1986), 12-22 mit:
· Gerardus Rutten, † nach 1684.
· Gertrudis Rutten, * 08.04.1683 Bergen, † 04.03.1770 Afferden.
· Beatrix Rutten (auch Rutgeri oder Tunnissen genannt), * um 1685 Gennep, † 30.07.1762 Gennep als Witwe von H.Jacobs.
· Mathias Gerardus Rutten, * nach 1690 vermutlich in Bergen, kath., ∞ 01.07.1682 Afferden.
· Christian Rutten, * 22.11.1740 Bergen-Aijen, † 10.01.1786 Bergen-Heukelom, katholisch, Ackermann, ∞ 10.10.1769 Afferden Agnes Hermens (15.02.1745-01.05.1800).
· Gertruda Rutten, * 19.06.1775 Bergen, † 13.04.1813 Gennep, katholisch, Tagelöhnerin.
Gerardus Rutten († 1673), Johannes Rutten - Weijenberg /Wyenbergh († 1707) und Henricus Rutten - Weijenberg/Wyenbergh (1695-1757) sind gemeinsame Vorfahren beider Linien.
[9] Kartenaufnahme der Rheinlande durch Tranchot und von Müffling, Einzelkarte 13, Boxmeer (43x43 cm). Topographische Aufnahme rheinischer Gebiete durch französische Ingenieurgeographen unter Oberst Tranchot 1803-1813 und durch preußische Offiziere unter Generalmajor Freiherr von Müffling 1816-1820 mit Ergänzungsblättern 1626-1828. Die Originale befinden sich in der Staatsbibliothek Marburg/Lahn (Stiftung Preußischer Kulturbesitz).
[10] Offensichtlich unvollendeter Text aus einer Kladde, gefunden in einem Buch aus dem Fonds Lalaing, im Reichsarchiv Brüssel, Nr. 1964.
[11] Auf dem Friedhof von Père Lachaise im Osten von Paris, ganz in der Nähe des Grabes von Edith Piaf (Section 97), gibt es das Grab einer Familie Rutten. Die Direktion des Friedhofs konnte jedoch keinerlei Auskünfte erteilen, zumal am Grab kein Sterbedatum verzeichnet ist. 1840 gründet Louis-Hubert Rutten († 1891) in Maastricht die religiöse Gemeinschaft „Frères de l’Immaculée-Conception“ zum sozialen Dienst an Jugendlichen, die straffällig geworden sind. Der Dominikaner und Soziologe C.J.Rutten arbeitet im internationalen Institut für Sozialwissenschaft und Politik in Freiburg/Fribourg (Schweiz) in der Naturrechtforschung (Sammlung Politeia, Heidelberg 1949ff, jährlich ein Band). Siehe auch: http://genforum.genealogy.com/rutten (abgerufen am 15.6.2012).
[12] Vgl. Grote Winkler Prins. Encyclopedie, Bd. 20, Amsterdam, Elsevier u.
Antwerpen 1992, 274f.
[13] Grote Nederlandse Larousse
Encyclopedie, Bd. 9, Den Haag 1995, 383.
[14] Nach anderen Quellen handelt es sich um einen Strauchräuber Hacco.
[15] Theoduinus, Bischof von Lüttich, wehrt sich anfänglich gegen den Bau der Kirche, die dann aber von ihm eingeweiht wird. Diese Kirche besitzt einen Turm sowie einen Taufbrunnen aus dem 12. Jahrhundert.
[16] Vgl. Grote Winkler Prins. Encyclopedie, Amsterdam, Elsevier u. Antwerpen 1991, Bd. 8, 514. Dazu: K.Meisen, Der Volksheilige Evermarus und das Evermarusspiel in Rutten, in: Rheinisches Jahrbuch für Volkskunde 11 (1960), 62-145.