Kiev im Jahre 1988

Donnerstag, 6. Oktober 1988

Wir kommen am Flughafen Boryspilʼ an, 29 km östlich von Kiev. Unsere Dolmetscherin heißt Irina. Gleich zu Anfang las sie uns die Leviten: „Sagen Sie den Leuten nicht, sie seien Russen; sie sind Ukrainer!“ Nach Rußland und Kasachstan ist die Ukraine das drittgrößte Land der Union (es ist so groß wie Frankreich), nach der Bevölkerung das zweitgrößte. Kiev hat drei Millionen Einwohner. Von der Stadtmitte bis zur Stadtgrenze Kievs sind es 25 km. Die hellblaue Fahne der Flagge deutet auf das Azovsche und das Schwarze Meer. Der 2.201 km lange Fluß Dnepr (Dnipro) verbindet die Ostsee mit dem Schwarzen Meer. Er entspringt in den Valdajhöhen, 200 km westlich von Moskau.

Irina sagte, die Kommunisten seien keine Funktionäre, sondern Positionäre. Sie üben keine Funktion aus, sondern sie kämpfen um den Erhalt ihrer Position.

Früher hatte man Angst, zur Kirche zu gehen, weil man gesehen werden konnte. Studenten, welche die Kirche besuchten, wurden exmatrikuliert. Früher mußte die Taufe eines Kindes registriert, das heißt, den Behörden gemeldet werden. Das hatte in der Regel negative Konsequenzen. Priester, die sich über dieses Gesetz hinwegsetzten, spendeten die Taufe „ohne Papiere“. Im Park und in der Metro sah ich junge Menschen, welche in der Bibel lasen. Das war früher unmöglich. Es ist wieder üblich geworden, sich zu bekreuzigen, wenn man an einer Kirche vorübergeht.

Die ukrainische Politikerin Valentyna Semenivna Ševčenko (1935-2020) sagte einmal: Die Männer leiten die Welt und die Frauen leiten die Männer.

Taras Hryhorovyč Ševčenko (1814-1861) stammte aus einer Leibeigenenfamilie. Er las die literarischen und philosophischen Werke seiner Zeit und hatte auch ein Talent zum Zeichnen und Malen. Nachdem seine Eltern gestorben waren, wurde er Kammerdiener beim baltischen Großgrundbesitzer und Offizier Pavel Vasilʼevič Engelhardt/Ėngelʼgardt (1798-1849). In den Pausen seines Dienstes malte Taras die Lithographien des Hauses ab, wofür ihn sein Dienstherr auspeitschen ließ. Dennoch war er stolz, einen leibeigenen Künstler zu besitzen und nahm ihn bei seinen Reisen mit. In St. Petersburg lernte Ševčenko Russisch, Polnisch und Französisch und beschäftigte sich mit Malerei, Theater und Literatur. Seine künstlerischen Freunde veranstalteten eine Lotterie, um 2.500 Rubel zu sammeln, den Preis für seine Freilassung aus der Leibeigenschaft.

Er trug entscheidend zur Gestaltung der heutigen ukrainischen Literatur bei. Seine ersten acht Gedichte erschienen 1840 in St. Petersburg unter dem Titel „Kobzar“. Der Kobzar war ein Barde, der die Schalenhalslaute Kobza spielte. Dieses Musikinstrument hat sechs Darmsaiten und wird gezupft. Inhaltlich geht es in diesen Gedichten um Liebessehnsucht, um die Fremde und um den Tod.

Da er sich der Kyrill-und-Method-Bruderschaft angeschlossen hatte, die revolutionäre Ansichten vertrat, wurde er 1847 verhaftet und als einfacher Soldat nach Orenburg verbannt. Er wurde denunziert, gegen das Verbot gemalt und gedichtet zu haben und wurde 1850 erneut verhaftet und an das Kaspische Meer verbannt. 1857 wurde er begnadigt und erhielt die Auflage, in Nižnij Novgorod zu wohnen. 1858 durfte er nach St. Petersburg und 1859 in die Ukraine. Dort wurde er allerdings wiederum verhaftet und nach St. Petersburg zurückgeschickt. 1861 litt er an Angina pectoris und starb im Alter von 47 Jahren.

o   T. Ševčenko, Кобзар Kiev 1994.

o   T. Ševčenko, Собрание сочинений, 5 Bände, Moskau 1964f.

o   T. Ševčenko, Ausgewählte Gedichte, Viersen 1994.

 

Wer Ševčenko nennt, muß auch von Grigórij Sávvič Skovorodá (1722-1794) berichten. Er wurde in Čornúchy, Gouvernement Kiev, als Sohn eines Kosaken geboren. Nach dem Besuch der Dorfschule wurde er 1734 in die berühmte Mohyla-Akademie in Kiev aufgenommen. 1741-1744 war er Sänger am Hofchor des Zaren in St. Petersburg. 1745-1750 war er als Begleiter diplomatischer Missionen in Österreich, Ungarn und der Slowakei. 1751 veröffentlichte er sein erstes Buch: Разсуждение о поэзии и руководство к оной (Erwägung über die Poesie und Anleitung zu derselben), In diesem Buch schlug er vor, die individuelle Begabung der Schüler zu fördern. Gelernt hatte er dies von Johann Amos Segeš (Comenius; 1592-1670). Dies stand in krassem Gegensatz zu den Erziehungsmethoden seiner Zeit, die bedingungslosen Gehorsam und mechanisches Nachsprechen des Vorgetragenen forderten. 1753 war er Lehrer der Poetik am Kolleg in Perejaslav. Daraufhin distanzierte sich sein Arbeitgeber, Bischof Nikodim (Srebnickij; 1751), Bischof von Perejaslav, von ihm und Skovoroda wurde aus dem Mohyla-Kolleg entlassen. 1755 war er im Dreieinigkeits-Sergij-Kloster, von 1756 bis 1759 arbeitete er als Hauslehrer in der Familie eines Gutsbesitzers in Kovraj bei Zolotonóša im Zentrum der heutigen Ukraine und dann am Kolleg in Charkiv. Dort gab er im Schuljahr 1759/1760 einen Kurs in Ethik. Da er aber nicht Mönch werden wollte, mußte er das Kollegium verlassen. Er wurde erneut eingestellt, diesmal als Griechischlehrer (September 1762 bis Juni 1764) und wiederum entlassen, da er zahlreiche Schüler um sich versammelt hatte, was dem Bischof Porfirij (Krajskij; 1707-1768) von Belgorod nicht gefiel. Er wurde ein drittes Mal ins Kollegium aufgenommen, um dort Katechese (Vermittlung der Glaubenslehre) zu unterrichten (1768 bis zum Frühling 1769), aber entlassen, da Metropolit Samuil (Mislavskij; 1731-1796) von Belgorod der Meinung war, ein Laie (Nichtpriester) dürfe nicht Katechese dozieren.

„In Einsamkeit bin ich nicht allein, untätig bin ich tätig, in Abwesenheit gegenwärtig, bei einem Unfall unverletzt, in Sorge zufrieden.“ (Brief aus Charʼkov/Charkiv an Mychajlo Kovalynskij vom 25. Juni 1867, London 2016, 138f).

Ein Traum, den er bereits im November 1758 in Kavray gehabt hatte, bewog ihn, nunmehr alles Materielle hintanzulassen. Im Alter von 47 Jahren entschloß Skovoroda sich zu einem Leben als Wanderphilosoph, das er 25 Jahre lang führte. Er schrieb unter anderem den Garten göttlicher Lieder (1757) und die Einführung zur christlichen Ethik (1769-1780) sowie im Jahre 1776 sein Werk allegorischer Bibelauslegung: Книжечка, называемая Silenus Alcibiadis, сирѣчь икона Алкивiадская (Израильскiй змiй).

Bereits dieser Titel ist erklärungsbedürftig. Wörtlich übersetzt lautet er: „Büchlein, genannt Silenus Alcibiadis, das heißt die Ikone des Alkibiades (Die Israelische Schlange).“

Salopp gefragt: Alles klar? Die Antwort lautet: Nein.

Skovoroda läßt den Leser lange warten, bis er den Titel dieses Werkes erklärt. Erst im letzten, dem 17. Kapitel (предел), gibt er Hinweise. Da sie seine Art des Denkens illustrieren, seien sie hier dargelegt.

Bei einem Gastmahl soll der betrunkene Alkibiades ebenfalls, wie die anderen vor ihm, eine Rede über den Eros, die Liebe, halten. Er verwendet ein Bild (εἰκών) und sagt, Sokrates gleiche äußerlich einem Silen, einem Satyr im Gefolge des Dionysos: Seine Reden erscheinen bei oberflächlichem Zuhören lächerlich und eintönig. Wer sich aber auf diese Aussagen einläßt, wird ergriffen sein und spüren, daß es hier um Göttliches geht.  (Platon, Symposion 212c-222b, geschrieben um 380 vor Christus).

Wer Skovorodas Werke oberflächlich überfliegt, wird sie als Sammelsurium verschiedener unzusammenhängender Versatzstücke empfinden. Wer sich aber auf seine Aussagen einläßt, spürt das Feuer der Mystik.

Mit dem Bild der Schlange hat es folgende Bewandnis. Hier wird deutlich, wie Skorovoda die Bibel auslegt.

Das erste Zeichen vor dem Pharao ist der Stab, der zur Schlange wird (Ex 7, 10). „Die Schlange aber war klüger als alle anderen Tiere“ (Gen 3,1). Moses erhöhte die Schlange, damit Israel nicht sterbe (Num 21, 8f). Ebenso sagt die Schlange des Evangeliums: „Wenn ich erhöht bin von der Erde“ (Joh 3,14), „werde ich alles an mich ziehen“ (Joh 12, 32).

Bei dem Symbol der Schlange geht es also darum, verborgene Weisheit zu entdecken. Dies steht in einem Kontext der Bedrohung, daher geht es um Rettung, Erlösung und Befreiung.

In diesem Werk sinnt Skovoroda über den Urgrund nach: ἀρχή, начало – Anfang, Beginn, Anfangspunkt, Ursprung, Ursache, erste Verursachung, Prinzip, Element. Die Aufgabe des Menschen sei es, zu diesem Urgrund zu streben und sich von ihm läutern und erleuchten zu lassen, um zur Wahrheit und zur Versöhnung zu gelangen.

Skovoroda übersetzte Abschnitte aus den Moralia Plutarchs und aus Ciceros Traktat De senectute ([Cato der Ältere] Über das Alter). Skovoroda war Gast bei seinen zahlreichen Freunden, die ihn nährten, kleideten und sorgfältig seine Manuskripte sammelten. Während seiner Lebenszeit wurden seine Werke wegen der kirchlichen Zensur nicht gedruckt. Sie konnten erst ab1861 erscheinen. Seine exegetischen Werke hielt die Zensur zurück; erst 1912 wurden sie gedruckt. Einige Manuskripte gingen leider verloren. Seine Philosophie hatte als Quellen den Neuplatonismus, die Stoa, die Bibel, die Kirchenväter und die Mystik. Seine Gedanken sind frei und von keiner Konfession abhängig.

Er spielte Querflöte sowie Geige und komponierte Musikstücke. Er verfaßte seinen eigenen Grabspruch: Мир ловил меня. но не поймал (Die Welt jagte mich, konnte mich aber nicht ergreifen).

o   Skovoroda, Grigorij Savvič, Сочинения, St. Petersburg 1861.

o   Skovoroda, Grigorij Savvič, Собрание сочинений, Band 1, Материалы к истории и научению сектантства и старообрядчества, Band 5, herausgegeben von Vladímir Dmítrievič Bonč-Bručévič (1873-1955), St. Petersburg 1912.

o   Skovoroda, Grigorij Savvič, Повне зiбрання творiв, herausgegeben von Volodýmyr Ilariónovyč Šynkarúk (1928-2001), 2 Bände, Kiev 1973.

o   Hoggan-Kloubert, Tetyana, Hryhorij Skovoroda – „ein ukrainischer Sokrates“ mit Skovorodas „Narziss“, übersetzt von Veronika Jeremowa, Königsdorf 2020.

o   The Complete Correspondence of Hryhory Skovoroda Philosopher and Poet, übersetzt von Eleonora Adams und Michael M. Naydan, herausgegeben von Liliana M. Naydan, London 2016.

o   Erdmann-Pandžić, Elisabeth, Bemerkungen zu Leben und Werk von H. S. Skovoroda, in: Zeitschrift für Slawistik 35 (1990), Nr. 5, 645-653.

o   Vozdvizhensky, Vadim, In Search of Gregory Skovorodaʼs Motivation, in: Across Borders. Literatures in Dialogue 17 (2018), Nr. 21/22, 137-149.

 

Bei den ersten Prüfungen an der 1833 gegründeten Kiever Universität waren die Ergebnisse so miserabel, daß der Großfürst die Außenwände rot streichen ließ, mit der Bemerkung, sie schämten sich wegen dieser Fehlleistung.

Der Hintergrund dieser Anekdote ist, daß die Universität die Russifizierung in der Ukraine vorantreiben sollte. Daß sich die Studenten dagegen wehrten, ist begreiflich.

In Wirklichkeit war die Ausbildung in Kiev so gut, daß Metropoliten von dort in Rußland eingesetzt wurden, etwa Dimitrij Tuptalo (1651-1709), der die Eparchie (Diözese) Rostov leitete, oder Stefan Javorskij (1658-1722), der Metropolit von Rjazanʼ und Murom sowie Präsident des Heiligsten Sinods wurde, außerdem Feofan Prokopovič (1681-1736), Erzbischof von Novgorod und Vizepräsident des Heiligsten Sinods.

Der Grund dafür war, daß Archimandrit Petru Movilă / Petro Mohyla (1596-1647) eine Klosterschule im Kiever Höhlenkloster einrichten ließ, in der in lateinischer und polnischer Sprache nach dem Vorbild der Jesuitenschulen unterrichtet wurde. Sie entwickelte sich zu einer berühmten Akademie.

An der Einstiegsstelle zur Metro werfe ich eine Fünf-Kopeken-Münze ein. Ich fahre bis zur Haltestelle Arsenalʼna. Sie ist mit 105, 5 m unter der Erdoberfläche die tiefstgelegenste Station einer Untergrundbahn in der Welt. Als ich an der Aufwärtstreppe einen Milizionär frage, wie ich zum Höhlenkloster kommen kann, brüllt er mich an: „Was wollen Sie dort?“

Ich gehe den Weg mit den Gläubigen, vorbei am Kassenhäuschen, dessen Eintrittskartenverkäufer mich mißtrauisch beäugt, was ich natürlich nicht bemerke. Um die Nahen und die Fernen Höhlen besuchen zu können, muß ich eine Kerze kaufen, da unten kein elektrisches Licht ist. Ich mache die vorgeschriebenen Kreuzzeichen mit drei Fingern von rechts nach links und werde zu den Heiligtümern zugelassen. Der Gang des Pilgers durch diese Höhlen ist eine geistliche Seelenreise.

Antonij (983-1073) aus Ljubeč (bei Černigov) wollte als Mönch leben, hatte aber keine Lust, in ein Kloster einzutreten, das von Fürsten gestiftet worden war. Nicht Reichtum und Üppigkeit sollten das Fundament eines Klosters bilden, sondern Tränen, Wachen, Fasten und Gebet. Er begann 1030 ein Leben in einer Höhle, die von Varägern gegraben worden war und siedelte 1051 in eine Höhle um, die Ilarion in Berestovo angelegt hatte.  Als sich ihm Brüder anschlossen, welche wie er diese Lebensart führen wollten, wurden die sogenannten Fernen Höhlen gegraben, da sie weiter vom späteren Zentrum des Höhlenklosters entfernt waren. Er bestimmte einen von ihnen namens Varlaam zum Vorsteher der Gemeinschaft und Antonij selber zog sich in eine Höhle zurück, die später Teil der Nahen Höhlen wurde. Im Jahre 1064 wurde Feodosij (um 1036-1074) aus Kursk Klostervorsteher. Antonij war die meiste Zeit seines Lebens Eremit, während Feodosij die koinobitische (gemeinschaftliche) Lebensweise einführte. Weitere kleine und große Höhlen wurden in das weiche Gestein gegraben, eine Kirche und Gemeinschaftsräume angelegt. Die Höhlen Antonijs und Feodosijs, aber auch des Chronisten Nestor, des Ikonenschreibers Alipij, des Arztes Agapit, der vielleidenden Ioann sowie Moisej und des Toren um Christi willen Isakij besuche ich und bete dort.

Zum Kloster gehören heute 70 Gebäude, darunter die Entschlafenskathedrale, die 1073 zuerst erwähnt, 1941 gesprengt und 1999 bis 2001 wieder aufgebaut wurde.

Warum wurde diese Kathedrale gesprengt? Die damalige offizielle Version war, daß die Deutschen den Befehl dazu gegeben hatten. Immerhin waren sie ja zu dieser Zeit die Besatzungsmacht in Kiev. Ingrid Parigi, Südrußland, Stuttgart zweite Auflage 1983, 45, schrieb dementsprechend:

„Von der ältesten, und, wie man sagt, schönsten Kirche des alten Klosters, der Mariä-Himmelfahrt-Kathedrale (Uspénskij sobor) – um 1078 erbaut – ist nichts mehr erhalten. Sie wurde 1941 von den deutschen Besatzungstruppen gesprengt.“

Günther Schäfer schrieb jedoch aufgrund neuerer Forschungen in seinem Buch „Kiev entdecken“, Berlin 2004, 283:

„Zwei Stunden, nachdem am 3. November 1941 Josef Tiso, der Präsident des unter dem Deutschen Reich stehenden Protektorats Böhmen und Mähren, die Kirche besucht hatte, zerstörte eine ungeheure Dynamitladung das Gotteshaus, von dem nur der barocke Anbau auf der Südseite stehenblieb. Der Attentatsversuch einer sowjetischen Untergrundbewegung war fehlgeschlagen, die Kathedrale und fast alle Kunstschätze gingen dabei verloren. Zerstört wurden auch alle Grabmäler von rund 300 geistlichen und weltlichen Persönlichkeiten, unter ihnen das des heiligen Feodosij, des Metropoliten Petro Mohyla und das Grab von Jevpraksija, der Schwester des Fürsten Volodymyr Monomach, und Ehefrau des deutschen Königs Heinrich IV. sowie viele bedeutende Reliquien wie die wundertätige Ikone und der Schädel des Großfürsten Volodymyr, den Petro Mohyla 1635 von der zerstörten Desjatinkirche hierherbringen ließ.“

Die Auseinandersetzungen um das Kiever Höhlenkloster zeigen einerseits, daß es für alle Ostslaven ein geistlicher Mittelpunkt ist, andererseits aber in den Strudel des verheerenden russischen Angriffskrieges geriet, sodaß die Nutzungsverträge mit den russischen Mönchen gekündigt wurden.

Die Druckerei des Kiever Höhlenklosters wurde 1615 installiert. Sie druckte vor 1917 jährlich dreizehn Millionen religiöse Bücher. 1975 wurde in diesem Gebäudekomplex ein Buchmuseum eröffnet, das heute (2023) über 56.000 Exponate verfügt. Darunter befinden sich Originaldrucke aus dem 16. Jahrhundert. Ältere Bücher und Handschriften liegen in Facsimile vor. Es gibt liturgische und weitere kirchliche Bücher sowie die Werke von Petro Mohyla, Innokentij (Gizelʼ), Lazarʼ Baranovič und Dimitrij (Tuptalo).

Das Wirtschaftstor des Höhlenklosters führt nach Berestovo. Diese Ortsbezeichnung geht auf den Birkenwald zurück, der das Dorf umgab. Hier ließ Fürst Vladimir im Jahre 988 die Apostelkirche erbauen. Der Priester Ilarion grub 1030 in der Nähe der Kirche eine Höhle, die Antonij seit 1051, dem Jahr, in welchem Ilarion Metropolit von Kiev wurde, nutzte. 1072 wird die Erlöserkirche urkundlich erwähnt. Im Jahre 1970 wurde in ihr ein Fresko aus der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts entdeckt, das zeigt, wie Petrus mit zweifelndem und zugleich hoffendem Antlitz in den See springt, um schneller beim Auferstandenen zu sein, der am Ufer des Sees Genezareth auf einem Kohlenfeuer Fische brät (Joh 21, 7.9). In der Kirche befindet sich der Sarkophag, der 1947 für den hier begrabenen Großfürsten Jurij Dolgorukij (1090-1157) anläßlich der Achthundertjahrfeier Moskaus, das er gegründet hatte, aufgestellt wurde.

Im Jahre 980 ließ Fürst Volodymyr (Vladimir, Waldemar) seinen Südpalast bauen, der vergleichsweise klein war und von dem Mauerreste übriggeblieben sind. Im Festsaal ließ er die Vornehmen bewirten. Die Stätte liegt in der Nähe der Andreaskirche, die 1744-1755 an der Stelle der Kreuzerhöhungskirche aus dem Jahre 1212 erbaut worden war.

Die Desjatinkirche lag gleich neben dem Südpalast. Sie wurde 989 bis 996 erbaut an der Stelle, an welcher der Christ Fedir und sein Sohn Ioann gelyncht worden waren, weil Fedir sich geweigert hatte, seinen Sohn dem Gewittergott Perun zu opfern. Fürst Volodymyr gab ein Zehntel seiner Domäneneinkünfte für den Unterhalt des Bischofsitzes ab, daher nannte man die Kirche „Zehntkirche“. Sie besaß sechs Kuppeln, Mosaiken, Fresken und Marmorsäulen. Beim Angriff der Mongolen am 6. Dezember 1240 flüchteten viele Menschen auf das Dach der Kirche, das unter dieser Last zusammenbrach. Es sind nur noch die Fundamente der Kirche und zwei Mosaikfragmente des Bodens erhalten.

Großfürst Jaroslav hatte die Pečenegen 1036 besiegt. Beçeneg ist die alttürkische Bezeichnung für dieses oghusische Volk, das zu den Turkvölkern gehört. Am Ort des Schlachtfeldes ließ Jaroslav 1037 bis 1054 zum Dank für den Sieg die Sophienkathedrale erbauen. Das Vorbild ist die Hagia Sophia, die 532-537 erbaute Kathedrale der Heiligen Weisheit zu Konstantinopel. Christus ist die Weisheit selbst: „Wir dagegen verkündigen Christus als den Gekreuzigten für Juden ein empörendes Ärgernis, für Griechen eine Torheit, für die Berufenen aber, Juden wie Griechen, Christus, Gottes Kraft und Gottes Weisheit“ (1 Kor 1, 23f). Damit ist die Philosophie, die Liebe zur Weisheit, christianisiert. Vladimir Sergeevič Solovʼëv (1853-1900) entwickelte eine Sophiologie, die allerdings auf die Allheilige Gottesgebärerin zielte.

Der Bau ist großzügig, prächtig und repräsentativ: fünf Schiffe, fünf Apsiden und dreizehn Kuppeln (Christus und die zwölf Apostel). Die Kirche ist 45 m lang, 45 m breit und 29 m hoch. Der Altarraum ist groß, es gibt zwei Galerien, die Kirche ist reich mit Fresken und Mosaiken ausgestattet. In der Kiever Sophienkirche fanden Empfänge für Fürsten und ausländische Gesandtschaften statt, hier wurden Staatsverträge unterzeichnet und Synoden abgehalten, Fürsten wurden hier gekrönt und nach ihrem Tode beigesetzt. An die Kirche wurden verschiedene Räume angebaut: Die Residenz des Metropoliten, eine von Mönchen geleitete Schule, ein Archiv, eine Bibliothek und das Scriptorium, in dem Chroniken geführt, Bücher abgeschrieben und ins Slavische übersetzt wurden. Nach Zerstörungen durch die Mongolen und die Krimtataren wurde die Kirche von 1685 bis 1707 im ukrainischen Barockstil rekonstruiert. 1934 wurde der Komplex zum Museum deklariert; dadurch blieb ihm ein Abriß erspart. Es ist fast ein Wunder, daß so viele Fresken (3.000 qm) und Mosaiken erhalten geblieben sind und daß der Innenraum seinen byzantinischen Charakter im Wesentlichen bewahren konnte. Von 640 Quadratmetern der Mosaiken sind 260 erhalten. Die Fresken haben 177 unterschiedliche Farbtönungen und zeigen neben religiösen Themen auch Abbildungen der Fürstenfamilien, das Leben am Hof, die Bärenjagd, Dompteure, Musiker, Tänzer und Gaukler, das Pferderennen in Konstantinopel, stellen also die gesamte Welt mit all ihren Aspekten dar. Leider sind nur wenige Fresken im ursprünglichen Zustand erhalten. Die Gestalt des Pantokrators, des wiederkehrenden Allherrschers, in der Kuppel ist umgeben von den vier Erzengeln: Michael, Gabriel, Raphael und Uriel. Darunter befinden sich die Mosaiken der zwölf Apostel. In den Bogenecken die vier Evangelisten. An dem Pfeilern des Triumphbogens ist Gabriel dargestellt, wie er der Jungfrau Maria verkündet, daß sie einen Sohn gebären wird (Fest am 25. März), die Darstellung der Inkarnation Gottes in einem Menschen.

Am beeindruckendsten ist die Orantin in der Apsis aus dem 11. Jahrhundert. Das Mosaik ist sechs Meter hoch. Sie stellt die betende Kirche dar, zugleich die Heilige Weisheit. Sie wird auch Unzerstörbare Mauer genannt, da diese Mauer beim Überfall der Mongolen im Jahre 1240 stehenblieb. Der Ausdruck geht auf die unzerstörbare Stadt zurück, die in Ps 45, 6 genannt wird.

Links und rechts des Kopfes steht: ΜΡ ΘΥ – Mutter Gottes. Auf dem Dritten Ökumenischen Konzil von Ephesos (431) wurde definiert, daß Maria θεοτόκος – Gottesgebärerin ist.

Was das kleine Tuch bedeutet, das sie am Gürtel hängen hat, konnte mir keine der Reiseleitungen erklären; es sei ein Gebetsteppich oder ein Altartuch, wurde gerätselt. Tatsächlich handelt es sich um eine weiße Mappula, die mit zwei goldenen Bändern bestickt ist und unten Fransen hat. Sie ist oben nur lässig in den Gürtel eingehängt. Eine Mappula ist ein Vortuch (eine Serviette), welche die Gäste selber mitbringen mußten. Zu diesen Gastmählern waren nur die Vornehmsten geladen. Somit stellt dieses kostbar gearbeitete Tuch, ungeachtet seines profanen Zweckes, ein Dignitätszeichen dar.

 

Quelle: Wikipedia

 

Der Gesamteindruck dieser Orantin ist bewegend. Ich habe jedesmal einen anderen Eindruck, wenn ich das Mosaik kurz vor der Ikonostase, von der Mitte des Raumes, von der Rückwand oder von der höheren Galerie aus ansehe. Die Mosaiksteinchen funkeln. Es geht eine Gegenwart (Präsenz) von dieser Darstellung aus, eine Kraft und eine starke Ausstrahlung.

In der Ikonostase ist eine Ikone der Weisheit (Sophia), symbolisiert durch die allheilige Gottesgebärerin. Sechs Stufen führen zu ihr hoch: Hoffnung, Liebe, Lauterkeit, Bescheidenheit und Gnade. Denn auf sechs Stufen stieg man zum Throne Salomons empor (1 Kön 10, 19). Die Salomonische Weisheit ist sprichwörtlich, siehe die drastische Methode, die König Salomon anwandte, um herauszufinden, welches Kind welcher Mutter gehörte (1 Kön 3, 25). Über der Ikone steht: „Die Weisheit hat ihr Haus gebaut“ (Sprüche Salomons 9, 1).

Als ich bei einer späteren Reise wieder einmal hier war, fand ich vor dem Glockenturm der Kirche (1699-1706 errichtet) das Grab des Patriarchen Volodymyr (Romamjuk; 1925-1995), der sich 1992 vom Moskauer Patriarchat getrennt und das Kiever Patriarchat gegründet hatte. Er sollte innerhalb der Sophienkathedrale bestattet werden. Da die Behörden den Trauerzug aufhielten, grub man kurzerhand an Ort und Stelle ein Grab.

Das Himmelfahrts-Florivskij/Florovskij-Frauenkloster, das um 1500 im Kiever Stadtteil Podil (Unterstadt der Handwerker, Händler und Fischer) erbaut wurde, ist neben der Himmelfahrt Christi auch den heiligen Florus und Laurus geweiht. Sie waren Steinmetze, errichteten einen heidnischen Tempel, den sie aber dann mit einem Kreuz ausstatteten. Sie starben für ihren Glauben. An ihrem Todestag endete eine Pferdepest, daher werden sie stets mit Pferden dargestellt und als Patrone der Pferdezucht verehrt.

Das Florovskijkloster geriet 1811 in Brand Vierzig Schwestern, die Kirchenschätze retten wollten, starben an Rauchvergiftung. Das Kloster wurde neu errichtet, jedoch im Jahre 1929 geschlossen. 1934 wurde die Dreieinigkeitskirche abgerissen. Da Stalin die Unterstützung der Kirche für den Krieg gegen das Deutsche Reich brauchte, durfte das Kloster 1941 wieder geöffnet werden. Die Auferstehungskirche wurde in diesem Winter (1987/1988) renoviert. In ihm leben 55 Schwestern. Die Zahl verdreifachte sich in den folgenden Jahren. Hegumenin Antonija (Filʼkina; 1934-2018) war seit 1985 Klostervorsteherin. Die Schwestern stehen morgens um vier Uhr auf, verrichten ihre Gebetsregel und nehmen von sieben bis elf Uhr an der Göttlichen Liturgie teil, danach essen sie. Nach einer Zeit der Arbeit (Stickarbeiten, Ikonenschreiben) folgt um 16.30 Uhr die Vesper. Während der Arbeit verrichten die Schwestern das Herzensgebet. In der Ukraine gibt es im Jahre 1988 zwölf Frauenklöster. 2021 gibt es insgesamt 399 Frauen- und Männerklöster.

Die Ikonen der Ikonostase schufen die Schwestern im Stile des 19. Jahrhunderts. Das Jüngste Gericht wird in dieser Kirche nicht dargestellt. „Man soll es in der Seele bewahren“, sagte die Hegumenin. An seiner Stelle ist die allheilige Gottesgebärerin im Unverbrennbaren Dornbusch dargestellt. Das geht auf das Erlebnis Moses in Midian zurück: „Dort erschien ihm der Engel des Herrn in einer Flamme, die aus einem Dornbusch emporschlug. Er schaute hin: Da brannte der Dornbusch und verbrannte doch nicht“ (Ex 3, 2). Dies wird auf die allheilige Gottesgebärerin bezogen, welche die Gottheit in sich aufnahm, ohne zu sterben. Die Ikone zeichnet den geistlichen Weg des Menschen vor, der sich mit Gott verbindet.

Die Vladimirkathedrale wurde 1862 bis 1882 erbaut. Die Querbögen konnten aber das Gewicht der oberen Teile nicht halten, sodaß Strebemauern eingebaut werden mußten. Da die Innenausmalung lange dauerte, konnte die Kirche erst 1896 eingeweiht werden. Es handelt sich bei dem eklektizistischen Bau um ein Gemisch aus pseudobyzantinischem Stil, aus alten Bauelementen der Kiever Rusʼ und aus dem Russischen Stil der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Sie ist 49 m hoch und hat sieben vergoldete Kuppeln

1934 wurde in der Kathedrale das Museum des Atheismus untergebracht, danach war der Kirchenraum Behördenarchiv und schließlich Buchlager der Pädagogischen Hochschule. Ab 1944 durfte sie ab und an auf Antrag für eine Liturgie genutzt werden. 1992 wurde sie der Kirche zurückgegeben.

Die Gläubigen küssen die Bronzereliefs der Eingangsportale, auf denen die heilige Olʼga und der heilige Vladimir dargestellt sind. Die Abbildungen sind mit frischen Blumen geschmückt.

Beeindruckend sind die Gemälde Viktor Michajlovič Vasnecovs (1848-1926): Die heilige Olʼga, der heilige Vladimir, die Taufe der Russischen Lande, russische Bischöfe.

Quelle: Wikipedia

 

Monumental ist das Bild in der Apsis: Unten die Göttliche Liturgie und darüber Maria mit dem Jesuskind, das seine Arme ausstreckt, als wolle es die ganze Welt begrüßen. Dies ist das Gegenbild zur Orantin in der Sophienkathedrale.

 

Entwurf zum Apsisbild; Quelle: Wikipedia

 

Hier ist Maria menschlich, sehnsüchtig, zerbrechlich, gleichsam hilfeheischend und zugleich erbarmungsvoll dargestellt, dort ist sie hoheitsvoll, hieratisch und machtvoll. Neunhundert Jahre liegen zwischen den beiden Darstellungen!

 

Quelle: Wikipedia

 

Vasnecov malte auch die Heiligen am Südaltar, die Propheten am Nordaltar, den Pantokrator in der Hauptkuppel sowie Boris und Gleb und den Chronisten Nestor an den Pfeilern. Feodosij vom Kiever Höhlenkloster, Basileios der Große, Johannes Chrysostomos, Gregorios von Nazianz und Gregorios von Nyssa.

Von Michaíl Vasílʼevič Nesterov (1862-1942) stammen: Die Geburt, Taufe und Auferstehung Christi. Michail Aleksandrovič Vrubelʼ (1856-1910) schuf die Skizze für die Ikone des heiligen Georgs des Drachentöters.

In der Kirche sind die Reliquien der heiligen Barbara von Nikomedien, der ihr eigener Vater zunächst die rechte Hand und dann das Haupt abschlug, weil sie sich als Christin bekannt hatte, und des heiligen Makarij (Čërt), Metropoliten von Kiev, der 1497 in einer weißrussischen Kirche von Krimtataren ermordet wurde, als er auf dem Weg von Wilna nach Kiev war.

Um 17.00 Uhr wird die Vesper gefeiert. Danach zieht eine Prozession von Priestern zum Altar des heiligen Makarij. Dort wird der Hymnos Akathistos gesungen, dem stets stehend beigewohnt wird (a-kathistos bedeutet „nicht sitzend, α-privativum). Manche Anrufungen der Lauretanischen Litanei stammen aus diesem Hymnos: Königin des Friedens, Sitz der Weisheit, Mutter der Barmherzigkeit.

Das Magdeburger Stadtrecht geht in seinen Anfängen auf das Jahr 1188 zurück. Der litauische Großfürst Vytautas verlieh der Stadt Kiev in den Jahren 1492 bis 1497 dieses Recht. Der Vorteil war, daß sich eine Stadt des Magdeburger Rechts selbst verwalten konnte, anstatt einem Feudalherrn unterstellt zu sein. Der Magistrat setzte Richtlinien für Straftaten fest und verwaltete den Haushalt der Stadt. Zarin Katharina II. die Große (Sophie Auguste Friederike von Anhalt-Zerbst; 1729-1796) nahm der Stadt Kiev das Magdeburger Recht, doch 1798 gab es Zar Pavel I. Petrovič (1754-1801) wieder zurück. Als Zar Aleksandr I. Pavlovič (1777-1825) nach der Ermordung von Zar Pavel I. im Jahre 1801 Zar wurde, beschlossen die Bürger, auf eigene Kosten ein Denkmal aufzustellen, um an das Magdeburger Stadtrecht zu erinnern. Die mit einem Kreuz überhöhte Säule wurde in den Jahren 1802 bis 1808 errichtet. Im Unterbau befindet sich eine Kapelle, da die Säule an der Stelle steht, an der Fürst Vladimir seine zwölf Söhne taufen ließ.  Leider verlor Kiev 1825 diese Rechte. In der Zeit der atheistischen Regierung wurde das Kreuz auf der Säule entfernt und die untere Kapelle zerstört. Erst 1999 konnte sich Kiev wieder selbst verwalten. Das Denkmal wurde wiederhergestellt. Es ist das einzige Denkmal für das Magdeburger Stadtrecht in der ganzen Welt.

Freitag, 7. Oktober Gedenktag der apostelgleichen Thekla

Während der Liturgie in der Vladimirkathedrale, von Vater Ioann gefeiert, beichten fünfzig Gläubige und empfangen die Heiligen Geheimnisse. Als bei der anschließenden Wasserweihe das Evangelium verlesen werden soll, beugen einige Gläubige ihr Haupt, der Priester legt ein Epitrachil (Stola) auf und darauf das Evangeliar. In einer Seitenkapelle werden Kiever Torten gesegnet. Dabei spendet der Priester ausgiebig Weihwasser, sodaß die Torten durchnäßt werden.

Vater Ioann erklärt: Die Bilder in dieser Kirche sind Gottes Wort in Farbe. Wir suchen das Urbild der Ikone in unserer eigenen Seele. Wenn wir unsere Seele öffnen, kommen wir der Schönheit der Ewigkeit näher.

Am Samstag werden hundertundfünfzig Kinder getauft. Vater Michail sagt, es sei wichtig, die Gebete ruhig und leise zu sprechen. Wenn nämlich das erste Kind erschrickt und schreit, schreien auch alle anderen mit. Manchmal wissen die Mütter selbst nicht, ob sie in der Kindheit getauft wurden, da die Taufe ja geheimgehalten werden mußte. In diesem Falle gibt es besondere Gebete für Eltern und Kinder.

Florenskij und Losskij seien führende theologische Kapazitäten, sagt Vater Ioann. Pavel Aleksandrovič Florenskij (1882-1937) reüssierte 1908 mit seiner Dissertation: Der Pfeiler und die Grundfeste der Wahrheit (in Moskau 1914 veröffentlicht). Er brachte frischen Wind in eine festgefahrene Theologie, indem er die Naturwissenschaften miteinbezog. Gegen den Kantschen Agnostizismus setzte Florenskij im zweiten Brief seiner Arbeit die Erkenntnis der Wahrheit, die dem Menschen geschenkt wird. Das Wort „Wahrheit“ ist im Slavischen ontologisch (истинаесть), im Griechischen gnoseologisch (ἀλήθεια), im Hebräischen historisch (אמת) und im Lateinischen juridisch (veritas). Es handelt sich um vier verschiedene Zugänge zur Wahrheit. Der Slave stellt sich die Wahrheit als atmend vor, da sie für ihn seinshaft ist. Die Wahrheit, das Gute und die Schönheit hängen zusammen. Die Liebe hat eine transzendente Quelle und strebt nach Ewigkeit.

Vladimir Nikolaevič Losskij (1903-1958) ist durch seinen Essai über die mystische Theologie der Ostkirche bekanntgeworden (Paris 1944). Leider prägte er das Schema: „rationalistische Scholastik des Westens und mystische Theologie des Ostens“, das seither durch zahlreiche Publikationen geistert. In Wirklichkeit gibt es auch Scholastik in der orthodoxen Theologie (Photios, Feofan Prokopovič) und Mystik im Westen (Meister Eckhart, Teresa von Ávila).

Auch Bulgakov werde hier studiert, fügt Vater Ioann hinzu. Sergej Nikolaevič Bulgakov (1871-1944) war Professor für politische Ökonomie in Kiev, Moskau und Simferopol. Er war zunächst Marxist, wandte sich aber dann unter dem Einfluß der Philosophen Vladimir Solovʼëv und Pavel Florenskij zum Christentum. 1918 wurde er in Moskau zum Priester geweiht und 1922 des Landes verwiesen. In Paris wurde er Professor für Dogmatik und Dekan des Instituts für orthodoxe Theologie Saint Serge. Seine Sophiologie wurde 1935 vom Moskauer Patriarchatsverweser Sergij I. (Stragorodskij; 1867-1944) als nicht orthodox verurteilt. Ich persönlich (HMK) schätze sehr sein christologisches Werk Агнец Божий (Das Lamm Gottes), das er 1933 in Paris veröffentlichte. Ich habe darüber in meinem Buch: Das Leben spendende Kreuz, Studien zur russischen Spiritualität IX, Kamen zweite Auflage 2021, 44-65, referiert.

Zu den Ikonen sagt Vater Ioann: Es kommt darauf an, sich auf sie einzulassen, vor ihnen zu beten, mit ihnen zu sprechen. Da wird deutlich, daß von ihnen eine Kraft ausgeht. Nur wer gläubig ist, kann eine Ikone schreiben, sonst würde es ein bloßes Bild ohne Ausstrahlung werden. Ein Ikonenschreiber muß vor dem Beginn seiner Arbeit ein Zeichen in seiner Seele empfangen. Er empfängt die Ikone, gleichzeitig ist sie aber auch ein Ausdruck seines eigenen Wesens. Sein Fasten, seine geistliche Lektüre und sein Gebet drücken sich in der Ikone aus. Seine innere Energie, aber mehr noch, die ungeschaffene Energie sind spürbar für diejenigen, die vor einer Ikone beten. Wer eine Ikone betrachtet, wird von ihr ergriffen, bewegt und umgewandelt. In Wirklichkeit ist es nicht der Beter, welcher die Ikone anschaut, sondern es ist die Ikone, welche den Beter anschaut und ihn fragt, wie er lebt. Dies ist die Umgekehrte Perspektive:

o   Florenskij, P. A, Обратная перспектива, in: Сочинения, Band 3 (1), Moskau 1999, 46-98; Die umgekehrte Perspektive, Übersetzung und Nachwort von André Sikojev, Wachtendonk zweite Auflage 2023.

Vater Ioann fährt fort: Es gibt Ikonen, die sehr schön sind und mit hohem Aufwand gemalt wurden; sie lassen aber das Herz kalt, sprechen den Menschen nicht an und rufen nichts in ihm hervor. Nicht das Äußerliche zählt, sondern das Innerliche: die Augen schauen nicht nach außen, sondern nach innen.

Die Treppe zur Empore war wackelig; der Starosta droht mit dem Zeigefinger. Da sagt ein Reiseteilnehmer: In der Kirche wiegen nicht die Körper, sondern die Seelen. Jedenfalls können wir uns die oberen Bilder anschauen. Fürst Vladimir wird in Cherson getauft. Seine Krieger nehmen ihre Helme nicht ab, weil sie die Taufe als Verrat an der überlieferten Religion und Tradition sehen. Daraufhin sagte der Fürst: Wer sich nicht taufen läßt, ist nicht mehr mein Freund. Wer von den Gefolgsleuten seine Position behalten wollte, ließ sich daraufhin taufen.

Beim „Jüngsten Gericht“ ist auch ein Zar unter den Verdammten. Er streckt hilfesuchend seine Hände aus. Vater Ioann erklärt in allgemeiner Weise: Die Entschlafenen bitten um unser Gebet und versprechen, daß sie auch uns bei ihren Gebeten nicht vergessen werden.

Samstag, 8. Oktober 1988

Im Bus müssen wir die Fahrkarten kompostieren (lochen, entwerten): Без компостера не действителен (Ohne Kompostierung/Lochung nicht gültig), steht auf den Fahrscheinen.

Redensart: Hundert Kilometer sind keine Entfernung, hundert Rubel kein Geld, hundert Gramm Horilka kein Getränk, hundert Jahre kein Alter und hundert Kilogramm kein Gewicht für einen schönen Menschen.

Das Museum der ukrainischen Kunst (heute: Nationalmuseum der Bildenden Kunst) wurde 1897 bis 1900 erbaut. Zu sehen ist eine Skulptur des heiligen Georgs mit Vita aus dem 12. Jahrhundert, die Brandspuren aufweist, und eine Ikone der Gottesgebärerin des Zeichens aus dem 12. Jahrhundert (mit Покров beschriftet), die im Boden einer zerstörten Kirche vergraben worden war. Die Muttergottes aus Wolhynien aus dem 14. Jahrhundert wird mit einem Jesus dargestellt, der einem Dorfjungen gleicht. Eine erzählende Ikonenreihe aus dem 15. Jahrhundert „Die Leiden Christi“ zeigt die Jünger beim Abendmahl ohne Heiligenschein und nach der Kreuzigung mit Heiligenschein, da sie durch das Leiden geläutert wurden. Im zweiten Saal sind westlich beeinflußte Ikonen zu besichtigen: Christus als Keltertreter; sein Blut wird am Kreuz von einem Engel in einem Kelch aufgefangen.

Das Kiever Museum der russischen Kunst wurde 1922 als staatliches Museum gegründet. Die erste Sammlung stammt von der Familie Tereščenko, deren Kunstwerke enteignet und verstaatlicht wurden. Die Ikone der heiligen Boris und Gleb stammt aus dem 13. Jahrhundert. Beide haben mutige Gesichter. Die Schwerter in ihrer Linken weisen auf ihren Martyrertod hin. In der Rechten tragen sie ein Kreuz, das höher erhoben ist als das Schwert: Das Kreuz siegt durch die nachfolgende Auferstehung über den Tod. Diese Darstellung wurde zur Eingangsikone der Gemeinde der heiligen Boris und Gleb in Horneburg gewählt. Die Ikone des heiligen Georgs mit dem Drachen aus dem 15. Jahrhundert zeigt Georg auf einem Schimmel. Er trägt ein rotes Gewand, das wie eine Fahne wirkt. Sein Helm gleitet ab, da er vom Heiligenschein behindert wird. Das Abendmahl aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts zeigt den Apostel Johannes als bartlosen Jüngling. Auch Paulus wird hier dargestellt; immerhin hat er die Abendmahlsworte überliefert (1 Kor 11, 23-25). Die Iberische (georgische) Gottesmutterikone aus dem 16. Jahrhundert entstammt der Novgoroder Schule, die strahlende und helle Ikonen hervorbrachte. Das Jüngste Gericht aus dem 16. Jahrhundert zeigt eine gewaltige Schlange. Die Ringe um den Schlangenkörper tragen die Bezeichnungen der Verfehlungen: Trunksucht, Völlerei, Unzucht, Habsucht, Eifersucht, Neid, Haß, Lüge, Stolz, üble Nachrede, Spielsucht, Vergnügungssucht. „In jedem Menschen wohnt ein Teufel“, erklärte unsere Dolmetscherin Irina. Im Hades findet sich auch ein Priester. Auf der Ikone wird dargestellt, daß die Engel versuchen, die Menschen zu retten. Es gibt die Leiter, die zum Himmel führt, aber auch die Leiter, die zum Abgrund führt.

Pavel Andreevič Fedotov (1815-1852), Der Spieler.

Am meisten hat mich Ivanovs Erscheinung Christi vor dem Volk berührt. Aleksandr Andreevič Ivánov (1806-1858) hatte seinen Wohnsitz seit 1830 in Rom. Er reiste in ganz Italien umher, um einen Mann zu finden, den er als Vorbild für Christus malen konnte. Er fertigte dreihundert Skizzen an, bevor er sich auf das Malen des Gesamtbildes einließ. Einige Skizzen waren hier zu sehen. Seine Freunde beschworen ihn, das Bild doch endlich zu vollenden, doch er hatte einen sehr hohen Anspruch an sich selbst. Die Idee zu diesem Bild hatte er 1833, doch das Malen dauerte von 1837 bis 1857; ein Jahr vor seinem Tod schloß er die Arbeit ab und kehrte nach Rußland zurück. Dort starb er an der Cholera.

 

Quelle: Wikipedia

 

Christus erscheint dem Volk. Er kommt von Ferne herbei, still, und doch erregt er ein ungeheures Aufsehen. Johannes der Vorläufer verweist mit beiden Händen auf ihn, die soeben im Jordan Getauften blicken sich um, noch halbnackt, jeder auf seine Weise: erstaunt, betroffen, skeptisch, abwägend, voller Hoffnung und Erwartung: Ist dieser der Messias, der uns befreien wird?

Vasílij Grigórʼevič Peróv (1833-1882), Osterprozession im Dorf. Der Diakon liegt bereits unten an der Treppe der Kirche, der Pfarrer versucht zu gehen, dies fällt ihm aber wegen des Genusses starker Getränke schwer und er hält sich am Stützbalken fest, eine junge Frau trägt gläubig eine Gottesmutterikone mit Oklad (Metallbeschlag), junge Männer tragen Kirchenfahnen, der Chorleiter blickt in ein Notenbuch und singt. Das ist kirchliche Realität.

 

Quelle: Wikipedia

 

1875 bis 1879 malte Perov den Toren um Christi willen. Er trägt sommers wie winters die gleiche ärmliche und dünne Kleidung, läuft barfuß durch den Schnee, pilgert von Kloster zu Kloster und sagt den Menschen in prophetischer Weise, wenn auch mit dunklen Worten, was ihnen zum Heil dient.

 

Quelle: Wikipedia

 

Er hat ein strahlendes Gesicht, wenn es auch seltsam aussieht. Seine Augen blicken durchdringend. Die linke Hand hält er hinter seinen Kopf, die rechte ist, vom Ärmel verhüllt und die Faust geballt, vor seiner Brust, als friere er. Links fliegt ein Vogel auf ihn zu. Tatsächlich ist der Tor frei wie ein Vogel, er sät nicht und erntet nicht und lebt doch.

Ein Tor um Christi willen saß in Moskau nackt im Schnee und bat Borís Fëdorovič Godunóv (1552-1605; Zar seit 1598) um eine Kopeke. Dann warf er ihm den Mord an Zarevič Dimitrij Ivanovič von Uglič (1582-1591) vor. Dies stellte Modést Petróvič Músorgskij (1839-1881) in der Oper Borís Godunov (1870) dar. Vasilij von Moskau warf dem Zaren Ivan dem Schrecklichen vor, daß er zwar in der Fastenzeit auf das Fleisch der Tiere verzichte, aber das Fleisch der Menschen fresse.

Viktor Michájlovič Vasnecóv (1848-1926), Drei Königinnen des unterirdischen Königreiches (1881), gemalt im Künstlerdorf Abrámcevo (60 km nordöstlich von Moskau, gegründet 1843). Die rechte Königin mit schwarzem Hintergrund, die mittlere nur zur unteren Hälfte vor dem schwarzen Hintergrund und die linke im Licht. Die eine ist Königin über das Erz, die andere über das Silber und die dritte über das Gold. Es handelt sich um ein Auftragswerk, das für die Eisenbahnverwaltung der Stadt Donéck gemalt wurde. Das Gemälde ist eine Illustration zum Märchen „Unterirdische Königreiche“. Das Schwarze ist Steinkohle, die im Donecker Kohlebecken (Донецкий угольный бассейн: Донбáсс) reichlich vorhanden ist. Die Eisenbahnverwaltung akzeptierte das Bild Vasnecovs nicht, da sie der Auffassung war, ein Märchenthema sei für ein Dienstgebäude unpassend.

 

Quelle: Wikipedia

 

Es handelt sich um ein Märchen aus dem Ural. Ein König schickt Diener, um die drei unterirdischen Königinnen zu holen, da er eine von ihnen heiraten wollte. Die Diener kommen mit Seilen und Messern, werden aber von den Königinnen geblendet und lassen sich nicht ihre Freiheit rauben. Das bedeutet, daß die Schätze der Erde nicht ohne weiteres geplündert werden können.

Nikolaj Konstantinovič Rërich/Roerich (1874-1947), Nikolausikone mit Kirchen, 1916 gemalt. Sein Vater stammte aus Lettland und wurde in einer deutschbaltischen Familie geboren. 1923 reiste er nach Indien und fand in Naggar im Kullutal (Himalaja) eine neue Heimat.

 

N. K. Roerich, Wir öffnen die Tore, 1922, Quelle: Wikipedia.

 

Der heilige Nikolaus, gewandet wie ein orthodoxer Bischof, wandert über die Russischen Lande, auf seinen Bischofsstab gestützt und die Rechte segnend erhoben. Neben ihm ist eine große, weiße Kirche, im Hintergrund sind zwei weitere Kirchen in einem Kremlʼ. Er ist bereit, allen zu helfen, die sich an ihn wenden und denen er auf seiner Wanderung begegnet.

Die Bilder von Roerich haben eine eigenartige Ausstrahlung. Dies wird besonders deutlich, wenn ein ganzer Museumsraum mit ihnen bestückt ist. Roerich war ein Sucher. Christentum, Buddhismus uind Schamanismus gehen bei ihm Hand in Hand. Er vermag es, eine Himalajalandschaft so darzustellen, daß etwas Transzendentes in ihr aufscheint.

 

N. K. Roerich, Jetsün Milarepa (1040-1123), Der Hörende, 1925. Quelle: Wikipedia.
Für dieses Gemeingut bin ich dankbar; denn meine Diapositive aus dem Jahre 1988 sind stark verblaßt.

 

 

Irina sagte zum Abschied:

Ich wünsche Ihnen sibirische Gesundheit,
kaukasische Langlebigkeit,
zigeunerisches Glück und
ukrainischen Humor!

Сыт, пьян и нос в табакедоволен (Satt, betrunken und die Nase im Tabak – einverstanden).

Abends gibt es Horilka und wir singen: „Irina von Kiev istʼs, die mir gefällt!“

Der Reiseleiter fragte vor dem Bahnhof Kiev-Passažyrskyj: „Hat jemand etwas im Bus liegengelassen?“ Eine Reiseteilnehmerin antwortete: „Das wissen wir doch jetzt noch nicht!“

 

 

Kleine Bibliographie zur Ukraine

Wörterbücher der ukrainischen Sprache

o   Basanecʼ, Z. O., V. N. Bublik und O. V. Dvuchžilov, Словник нiмецько - украïнський, Kiev 1994.

o   Kuzela, Zeno und Jaroslav B. Rudnyćkyj, Украïнсько- нiмецький словник, Wiesbaden 1987.

o   Smoliy, Mykhaylo, Словник украïнсько- нiмецький, Hamburg 2022.

o   Yaremenko, V., und O. Slipuško, Новий словник украïнськоï мови, 4 Bände, Kiev 2000.

Grammatiken der ukrainischen Sprache

o   Amir-Babenko, Svetlana, und Franz Pfliegl, Praktische Kurzgrammatik der ukrainischen Sprache, Hamburg 2005.

o   Rusanivsʼkyj, Vitalij Makarovyč (1931-2007), Украинская грамматика, Kiev 1986.

Lehrbücher der ukrainischen Sprache

o   Anhalt-Bösche, Olga, Ukrainisch. Einführendes Lehrbuch, Wiesbaden 1996.

o   Kolbina, Vera, und Svitlana Sotnykova, Ukrainisch für Anfänger, Hamburg 2020.

o   Rudnycʼkyj, Jaroslav Bohdan (1910-1995), Lehrbuch der ukrainischen Sprache, Wiesbaden vierte Auflage 1964.

o   Schubert, Ludmila, Ukrainisch für Anfänger und Fortgeschrittene, Wiesbaden 2005.

o   Shevchenko, Alisa, Ukrainisch lernen für Anfänger, München 2021.

Ukrainische Ikonen

o   Milaewa, Ludmila, Die ukrainische Ikone. 11. - 18. Jahrhundert. Von den byzantinischen Quellen bis zum Barock, Bournemouth (Dorset) und St. Petersburg 1996.

Kunstführer für die Kiever Rusʼ und für die Stadt Kiev

o   Asėėv. Jurij Sergeevič, Мистецтво Киïвськоï Русi- Архитектура. Мозаïки. Фрески (Die Kunst der Kiever Rusʼ. Architektur. Mosaiken. Fresken), Kiev 1989.

o   Beličko, Jurij Vasylʼovyč (1932-2010), und Volodymyr Petrovič Pidgora, Київ. Образотворчому мистецтвi XII-XX столить, Крiзь вiки. Живопис. Графика. Альбом (Kiev in der bildenden Kunst des 12. bis 20. Jahrhunderts), Kiev 1982.

o   Logvin, Grigorij, Киев. Архитектурные ансамбли и памятники. Альбом, Leningrad 1980; Kiev. Architectural Landmarks. Places of Interest, Übersetzung von Stephen Whitehead, Leningrad 1980.

Reiseführer und Bildbände zur Ukraine

o   Johnstone, Sarah, und Greg Bloom, Ukraine, Footscray, Victoria und Oakland, California zweite Auflage 2008.

o   Parigi, Ingrid, Südrußland. Kiev. Transkaukasien. Schwarzmeerküste. Kunst- und Reiseführer, Stuttgart, Berlin, Köln und Mainz zweite Auflage 1983.

o   Saslawskaja, Marina, Ukraine sehen und erleben, Fotografien von Hans Siwik, München dritte Auflage 1994.

o   Schäfer, Günther, Kiev entdecken. Rundgänge durch die Metropole am Dnepr, Berlin 2004.

o   Scheer, Evely, und Gert Schmidt, Die Ukraine entdecken, Berlin achte Auflage 2004.

o   Strojny, Alexander, Krzystov Bzowski und Artur Grossmann, Ukraina zachodniaTam szum Prutu, Czeremoszu…, Gleiwitz 2019; Ukraine – der Westen, Bielefeld 2008.

Chronik und Paterikon

o   Лаврентиевская и Троицкая летописи, Polnoe sobranie russkich letopisej, Band 1, Moskau vierte Auflage 1997.

o   Müller, Ludolf (1917-2009), Handbuch zur Nestorchronik, Forum Slavicum 48-50.56, 4 Bände, München 1977.1986.2001.

o   Киево-Печерский патерик и Печерская летопись, herausgegeben von Alekséj Aleksándrovič Šáchmatov (1864-1920), St. Petersburg 1897.

o   Киево-Печерский патерик, herausgegeben von Dmitrij Ivánovič Abramóvič (1873-1055), St. Petersburg 1911; Kiev 1930.

o   Das Paterikon des Kiever Höhlenklosters, nach der Ausgabe von D. Abramovič neu herausgegeben von Dmitrij/Dmytro Tschižewskij/Čyževskyj, Slavische Propyläen 2, München1964.

o   Das Väterburch des Kiewer Höhlenklosters, übersetzt von Waltraud Förster, Dietrich Freydank, Sabine Kähler und Gottfried Sturm unter Mitarbeit von Jutta Harney, Leipzig 1988; Graz, Wien und Köln 1989.

Geschichte der Ukraine

o   Goertz, Stefan, Der Krieg in der Ukraine und die Folgen für Deutschland und Europa, Wiesbaden 2022.

o   Jobst, Kerstin S., Geschichte der Ukraine, Stuttgart 2022.

o   Kappeler, Andreas, Kleine Geschichte der Ukraine, München neunte Auflage 2024.

o   Krupnyckyj, Borys, Geschichte der Ukraine von den Anfängen bis zum Jahre 1917, Wiesbaden dritte Auflage 1963.

o   Schulze Wessel, Martin, Der Fluch des Imperiums. Die Ukraine, Polen und der Irrweg in der russischen Geschichte, München 2023.

o   Unterseher, Lutz, Krieg in der Ukraine, Heidelberg 2023.

o   Werkner, Ines-Jacqueline, Madlen Krüger und Lotta Mayer, Krieg in der Ukraine. Hintergründe, Positionen, Reaktionen, Heidelberg 2022.

 

© Dr. Heinrich Michael Knechten, Stockum 2024

Hauptseite