Meßdiener

 

Inhalt

Tarsitius. 1

Zwei Ideen. 2

Rückblick auf fünf Jahre TB.. 2

Autorinnen und Autoren. 4

Zehn Ausgaben TB.. 5

Termine der Ausgaben. 6

Vorschau auf 1986. 8

Die 13 goldenen Meßdiener-Regeln. 10

Nachrichten über Heinrich K. 11

TB: Witze. 17

 

 

Tarsitius

Tarsitius (Tarcisius) war ein Kommunionhelfer. Er brachte Kranken und Sterbenden die Heiligen Geheimnisse in ihr Haus und reichte ihnen die Kommunion.

Eines Tages forderten ihn Jugendliche auf zu zeigen, was er unter seinem Gewande trug. Da er sich weigerte, schlugen sie ihn tot. Dies geschah in Rom im Jahre 257 nach Christus. Tarsitius gilt als Patron der Ministranten.

Zwei Ideen

An meiner ersten Kaplanstelle (1978-1982) gab es hundert Altardienerinnen und Altardiener. Als im Frühjahr 1981 die Meßdienerleiterrunde mit dem Beschleunigungsmittel Mariacron eine Maiandacht feierte, hatte ich zwei Ideen. Die erste war, eine Meßdienerzeitschrift zu gründen. Ich schlug den Namen Tarsitius-Bote vor.

Die zweite Idee war, als ersten Artikel in dieser Zeitschrift Meßdienerregeln aufzustellen. Fünf Jahre später gab es einen Rückblick:

Rückblick auf fünf Jahre TB

Schlägt man den allerersten Tarsitius-Boten (TB), der irgendwann im April oder Mai Anno Domini 1981 herauskam, auf, so findet man auf Seite drei eine Tür. Aufschrift: „Redaktion“ – darunter: „Jeder Dritte wird erschossen“. Fußnote: „Zwei waren schon da.“ Blättert man um, liest man auf Seite vier folgendes Vorwort:

„In der vorletzten Leiterrunde wurde aus ihren Reihen ein Konzept vorgelegt, in dem eine Grundlage für die Zukunft der Meßdienerschaft St. Vincentius geschaffen werden soll. Dieses Konzept enthielt auch die Idee einer Meßdienerzeitung. Spontan wurde diese Idee bejaht, und innerhalb weniger Tage kamen schon die ersten Bilder, Beiträge und Berichte zusammen. Die Meßdienerleiterrunde hat beschlossen, daß nach den Sommerferien alle zwei Monate regelmäßig eine Ausgabe des Tarsitius-Boten erscheint.

Diese Zeitung soll die Meßdiener enger zusammenführen und eine Verbindung zu anderen Meßdienerschaften herstellen, die auch einige Exemplare erhalten sollen.“

Die MDLR (Meßdienerleiterrunde).

 

Soweit das „Gründungsprogramm“ des Tarsitius-Boten.

Lang, lang istʼs her.

Und es konnten natürlich auch nicht alle in diesem ersten Vorwort geäußerten Pläne und Vorhaben in die Tat umgesetzt werden. doch immerhin hat der Tarsitius-Bote überlebt. Auch heute, fünf Jahre nach seiner „Geburt“, erscheint er noch immer in regelmäßigen Abständen, was gewiß keine Selbstverständlichkeit ist. Und diese Tatsache muß als Erfolg der sehr regen Meßdienerarbeit unserer Gemeinde gewertet werden.

Mittlerweile, liebe Leser, haltet ihr die zehnte Ausgabe in Händen. Bis heute wurden für den TB insgesamt 184 Artikel geschrieben, 55 Bilder gezeichnet, 474 Seiten bedruckt – Zahlen, die für sich sprechen.

Doch die Erstellung dieser Meßdienerzeitung – das vergessen viele – erfordert eine Menge Arbeit- Da müssen zunächst die Artikel geschrieben und anschließend getippt werden. Das Brennen auf spezielle Matritzen ist eine äußerst zeitraubende Angelegenheit (vier bis fünf Stunden, je nach Umfang der Zeitung), ehe wir endlich im Pfarrhaus drucken können. An dieser Stelle sagen wir herzlich Dankeschön an die Pfarrsekretärin, Frau Müller. Der letzte Arbeitsgang ist dann das Zusammenlegen und Heften, auch das dauert lange.

Autorinnen und Autoren

Selbstverständlich aber sind die vielen Artikel die Kernpunkte, um die sich alles dreht. So möchten wir an dieser Stelle allen danken, die einen oder mehrere Texte für den Tarsitius-Boten geschrieben haben:

 

Theo Backhaus

Bruno Bloemen

Frank Bosch

Martina Buchmann

Michael Buchmann

Bernd Dorsel

Anke Dutz

Thomas Emmerich

Christian Erlenkamp

Gabriele Ernst

Angela Görtz

Stephan Groß

Peter Hahnen

Verena Helfritz

Christiane Heun

Rosi Heun

Mechthild Holländer

Thomas Holländer

Astrid Jansen

Sylvia Joosten

Christel Killich

Christian Kinold

Heinrich Knechten

Bernhard Kösters

Monika Krüßmann

Volker Latussek

Ute Mudersbach

Birgitta Nissing

Eva Nissing

Hanns-Gregor Nissing

Norbert Oetker

Thomas Reuter

Jutta Rodermund

Bernd Schiff

Andreas Schlitt

Ronny Schneider

Guido Sibiera

Elisabeth Vahnenbruck

Claudia Wenta

 

Und sie zeichneten für den Tarsitius-Boten: Bernd Jünger und Peter Baur.

 

Im Folgenden wollen wir nun ein wenig zurückblicken auf zehn Ausgaben des Tarsitius-Boten. Wir hoffen, wir haben diese Revue in einer ansprechenden und interessanten Form gestaltet. Viel Spaß!

 

Hanns-Gregor Nissing, Bernd Jünger und Peter Baur.

 

Zehn Ausgaben TB

Es machte selbst vor Prominenz nicht halt: In acht Interviews fühlten wir Pastor Kösters, den Kaplänen Oetker, Knechten und Otto, unserem Küster Herrn Tepe, Organisten Bardo Becker, Diakon Fritz Stöcker und Pastoralassistentin Ulrike Stermann auf den Zahn.

Damit der Humor nicht zu kurz kam, richteten wir schon bald eine Witzseite ein.

TB war immer im Bild (und das nicht nur durch Bernd Jünger). Was in der Gemeinde auch passierte, fand im TB eine mehr oder minder große Erwähnung: Lepra-Marsch, Friedenswoche, internationale Partnerschaftswoche, Pfarrgemeinderatswahlen, Leipzigfahrt et cetera.

Nobody is perfect! (Und wer ist Präsens?)

[Erklärung des Witzes: „Keiner ist Vergangenheit.“ Perfekt und Präsens, Vergangenheit und Gegenwart.]

Vier Mißgeschicke unterliefen uns in Form von unbedruckten Seiten. Dazu hatten wir in den Ausgaben eins und neun Probleme mit der Nummerierung der Seiten.

Auch auf dem Metier des Profifußballes fühlten wir uns wohl: Mit unseren Preisrätselsiegern fuhren wir zu den Bundesligaspielen des Meidericher Spielvereins 02 e. V. Duisburg gegen Bayern München (1982) und Schalke 04 gegen Bayern München (auch 1982) und berichteten von diesen Exkursionen.

Exklusiv im TB: Wir druckten (natürlich mit freundlicher Genehmigung) die Neujahrspredigten 1983 und 1984 ab.

Thema Preisrätsel: Das Echo war meist schwach, was uns schließlich zur Einstellung dieses Wettbewerbes bewog. Doch auf Seite 65 dieser Ausgabe versuchen wir es noch einmal und hoffen auf rege Beteiligung.

Echo auf unsere Meßdienerzeitung gab es zwar mündlich en masse, doch nur drei Leserbriefe trudelten bei der Redaktion ein. Und diese kamen ausgerechnet von seiten der Pfadfinder, zwei von Wolfgang Krüßmann und einer von Tanja Witthaus.

Der längste Bericht im TB war neun Seiten lang. Er handelte natürlich von der internationalen Romwallfahrt der Meßdiener im April 1985. Wiedergegeben wurde auch die Rede des Papstes.

Termine der Ausgaben

Die zehn Ausgaben des Tarsitius-Boten erschienen zu folgenden Terminen:

 

Eins

Frühjahr 1981

Zwei

November 1981

Drei

Pfingsten 1982

Vier

Januar 1983

Fünf

Januar 1984

Sechs

Sommer 1984

Sieben

Januar 1985

Acht

Mai 1985

Neun

28. September 1985

Zehn

Weihnachten 1985

 

Willkommen waren uns auch immer die Meßdienerlagerzeitungen:

·     Die Eule

·     Auf der Mauer

·     Lagerwurm

·     Phantasia

·     Nimm mich mit,

die wir mehr oder weniger ganz abdruckten und auf diese Weise von den großen Herbstfahrten berichteten.

Bei all diesen Rückblicken ist es sicher auch geraten, einen Blick nach vorne zu werfen. An dieser Stelle wollen wir euch, liebe Leser, nun verraten, was ihr im kommenden Jahr alles bei uns lesen könnt.

Vorschau auf 1986

1986 im Tarsitius-Boten

·     550jähriges Pfarrjubiläum mit vielen Exklusivberichten

·     TB stellt vor: Meßdienerarbeit in anderen Gemeinden

·     TB kürt den/die Ehrenmeßdiener

·     TB nimmt Stellung zu aktuellen Fragen, zum Beispiel: Ökumene – ja oder nein?

·     TB befragt P……… (das wird noch nicht verraten; denn das ist die Super-duper-Überraschung des nächsten Jahres !!!!!
(Für alle, welche die Jugendsprache des Jahres 1985 nicht so gut kennen: „super-duper“ bedeutet ganz toll, große Klasse).

 

Hanns-Gregor Nissing, Layout von Bernd Jünger und Peter Baur, TB in eigener Sache. Ein Rückblick auf fünf Jahre Meßdienerzeitung, Erstveröffentlichung in: Tarsitius-Bote, Nr. 10, Dinslaken, St. Vincentius, Weihnachten 1985, 6-11.

 

 

 

Die eine Hälfte der jüngeren Meßdiener kennt sie überhaupt noch nicht, die andere Hälfte fand sie damals (1981) super.

Gemeint ist die Meßdienerordnung aus TB 1, seinerzeit von unserem Kaplan Heinrich Knechten verfaßt. Wir wollen sie an dieser Stelle noch einmal abdrucken:

 

Die 13 goldenen Meßdiener-Regeln

§ I:               Ein Meßdiener steht Neuerungen kritisch gegenüber.

§ II:            Ein Meßdiener ist hart gegen sich selbst und brutal gegen andere.

§ III:         Ein Meßdiener steht zur Frühmesse auf, auch wenn die Nacht sehr kurz war.

§ IV:        Ein Meßdiener begrüßt die Geistlichen ehrfurchtsvoll und die Gruppenleiter unterwürfig.

§ V:            Ein Meßdiener unterstützt den Gesang der Gemeinde durch heftiges Mitsingen.

§ VI:        Ein Meßdiener hält sich vornehm zurück, wenn in der Kirche Latein geredet wird.

§ VII:     Ein Meßdiener verträgt Weihrauch in rauhen Mengen (im Gegensatz zum Pastor).

§ VIII:  Ein Meßdiener versteht es, langweilige Predigten zu überbrücken.

§ IX:        Ein Meßdiener kennt den Unterschied zwischen Wein und Wasser.

§ X:            Ein Meßdiener gibt die Hoffnung nie auf (auch wenn ihm alles heruntergefallen ist).

§ XI:        Ein Meßdiener kann mit seiner Kerze Löcher in die Altardecke brennen.

§ XII:     Ein Meßdiener weiß, wie man die Gemeinde durch Schellen aufweckt.

§ XIII:  Ein Meßdiener lernt durch leidvolle Erfahrung (zum Beispiel, wie viele Stufen vom Chor herabführen).

 

Doch auch heute, nach fünf Jahren, hat dieses „Meßdiener-Grundgesetz“ noch immer Gültigkeit. Wir bitten um peinlich genaue Beachtung!

 

Heinrich Michael Knechten in Zusammenarbeit mit der Meßdienerleiterrunde 1981, Die 13 goldenen Meßdiener-Regeln, Erstveröffentlichung in Tarsitius-Bote, Nr. 1, Frühjahr 1981; Zweitveröffentlichung in: Tarsitius-Bote, Nr. 10, Dinslaken, St. Vincentius, Weihnachten 1985, 12.

 

Nachrichten über Heinrich K.

Ergebnis eines Besuchs

 

Es geht um unseren ehemaligen Kaplan Heinrich Knechten.

„Oh nein, nur das nicht!“, werden jetzt vielleicht einige denken.

Ich meine: „Oh ja, genau das! Lesen Sie es sich durch; das sollte man zumindest erwarten können; und dann denken Sie darüber nach oder auch nicht! – aber lesen Sie! So tolerant kann man doch sein! Und diese Zeilen wollen ja keinem an den Kragen. Nur Mut…!“

Warum Mut? Wozu? Nun, ich bin der Meinung, daß Aufklärungsarbeit geleistet werden muß, weil jede Menge Gerüchte nicht nur durch Dinslaken geistern, ohne daß die meisten Menschen über die tatsächliche Situation Bescheid wissen. Dem will ich entgegenwirken.

Zu diesem Zweck charterten wir (die Redaktion des TB) ein Auto, das von Thomas Emmerich, das uns sicher hin und wieder zurückbrachte. An dieser Stelle möchten wir uns dafür herzlich bedanken. Wir fuhren nach Recklinghausen, wo unser Ex-Kaplan zur Zeit lebt.

Der erste Eindruck beim Eintreten war nicht überraschend: Heinrich K. sieht so aus wie früher, nur daß der Bart vielleicht ein wenig dichter geworden ist. Seine Wohnung ist schlicht und einfach, aber schön eingerichtet. Nachdem wir uns gesetzt hatten, genossen wir zunächst ein gutes Stück Kuchen und Tee beziehungsweise Trapper-Kaffee. Das ist Kaffee, der nicht durch einen Filter gegossen wird, sondern wie der im Wilden Westen hergestellt wird: Zunächst wird ein Kochtopf mit Wasser auf den Herd gesetzt. Während das Wasser heiß wird, werden die Kaffeebohnen in einer Kaffeemühle zermahlen. Wenn das Wasser im Kochtopf aufwallend kocht, wird das Kaffeepulver hineingegeben und das Ganze wird mit dem Kochlöffel umgerührt. Der Kaffee schmeckte wirklich ausgezeichnet! Und so kamen wir denn langsam ins Gespräch.

Heinrich K. ist nach wie vor Kaplan, aber auf eigenen Wunsch beurlaubt. Für seine jetzige Tätigkeit gibt es verschiedene Bezeichnungen, zum Beispiel Industriearbeiter, Chemiewerker, Presser oder ungelernter Arbeiter. Er arbeitet bei Becorit im Schichtdienst. An einer Presse fertigt er Bremsbeläge für die Bahn.

 

Nebenbei singt Heinrich K. im Chor einer Russischen Gemeinde in der Nähe, gibt zu Ostern und Weihnachten Exerzitien, hält Vorträge, zum Beispiel über die Theologie der Befreiung, lernt und übt verschiedene Sprachen (Deutsch, Englisch, Französisch, Arabisch, Griechisch, Hebräisch, Aramäisch, Russisch und Türkisch). Außerdem ist er Stadtverordneter der „Grünen Liste“ in Oer-Erkenschwick, die allerdings nichts mit den Grünen direkt zu tun hat.

Wie kam es zu diesem Wandel im Leben des Heinrich K.?

Im September 1982 trat er seine neue Stelle in Oer-Erkenschwick in der Nähe von Recklinghausen an. Dort gab er Tips beim Aufbau verschiedener Initiativen wie zum Beispiel einer Dritte-Welt-Gruppe. Weiterhin bemühte er sich, eine Meßdienerschaft ähnlich der in St. Vincentius aufzubauen. Dies war das erste Moment, das ihm Gegnerschaft in der neuen Gemeinde bescherte. Es gibt in Oer-Erkenschwick nämlich die Katholische Junge Gemeinde (KJG), die in der Errichtung der Meßdienerschaft eine Aushöhlung der eigenen Gruppe sah.

Der entscheidende Stein des Anstoßes aber war folgende Begebenheit: In der Gemeinde St. Josef, in die Heinrich K. kam, gab es verschiedene Bürgerinitiativen, so zum Beispiel eine Dritte-Welt-Gruppe, eine Friedensinitiative und eine Straßengruppe, die den Bau einer neuen Straße durch die Felder nicht als richtig ansah. Sie schlossen sich zu einer „Grünen Liste“ zusammen, um ihre Interessen besser gegenüber der Stadt vertreten zu können. Heinrich K. ging zu den Versammlungen und wurde schließlich in den Stadtrat gewählt.

Das Problem war jetzt für Heinrich K., daß der Pfarrgemeinderat mehrheitlich aus Leuten bestand, die den „Grünen“ oder ähnlich gearteten beziehungsweise lautenden Parteien nicht sehr freundlich gesonnen waren. Ihnen war Knechtens Engagement somit ein Dorn im Auge. Es kam zu wahren Protestwellen, und schließlich ging man gar so weit, das Arbeitsfeld des Heinrich K. sehr stark zu beschneiden. Das geschah in der Form, daß er nur noch möglichst wenig mit Menschen zusammenkam und so möglichst wenig Gelegenheit haben sollte, seine „Ideologie“ verbreiten zu können.

Wer läßt sich schon gerne seiner Rede- und Betätigungsfreiheit berauben, und dann so extrem? Und wie es dann so geht, böses Wort folgt bösem Wort, man redet sich heiß und hat sich am Ende festgerannt, so daß es nicht mehr viel Sinn hatte, miteinander zu reden. Das sah auch Heinrich K. und so bat er den Bischof um eine Beurlaubung auf drei Jahre, um Arbeiterpriester zu werden.

Ausdrücklich Wert wird auf die Feststellung gelegt, daß die Auseinandersetzung um die Person des Heinrich K. nicht primär durch grün angehauchte Predigten ausgelöst wurde. Der Ärger kam durch den Eintritt in die lokale Wählergemeinschaft der Grünen Liste zustande. Die Predigten des Heinrich K. waren nach seinen Informationen nur zweimal politisch, in beiden Fällen ging es um die sogenannte Nachrüstung, was natürlich für Aufregung sorgte, nicht aber entscheidend für den weiteren Verlauf war.

Der Entschluß, Arbeiterpriester zu werden, stand schon viel eher fest und wurde durch die Geschehnisse in der neuen Gemeinde nur beschleunigt.

Ein Arbeiterpriester arbeitet körperlich oder handwerklich, um seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Er ist nicht zu verwechseln mit einem Betriebsseelsorger oder einem Präses der Katholischen Arbeiterbewegung, die nicht in einer Fabrik arbeiten.

Die Gründe, die uns Heinrich K. benannte, waren durchaus einsichtig. Zunächst sagte er, daß viele Bereiche des Lebens durch Priester versorgt sind, so die Schulen, die Bundeswehr, die Polizei und die Krankenhäuser. Warum sollte ein Priester nicht in der Welt der Arbeit gegenwärtig sein?

Der zweite Grund war und ist, daß Heinrich K. für sein Predigen, die Feier der Eucharistie und für seine Glaubensunterweisung nicht Geld der Gläubigen über die Kirchensteuer bekommen will. Er möchte diese Tätigkeit unentgeltlich tun. Seinen Lebensunterhalt verdient er sich durch körperliche Arbeit.

Mit dieser Lebensweise und Einstellung steht er nicht allein. In Deutschland gibt es fünfundzwanzig Arbeiterpriester. Sie arbeiten bei der Müllabfuhr, unter Tage oder in einem Betrieb. In Frankreich gibt es siebenhundert Arbeiterpriester.

Der Apostel Paulus hatte erklärt, das Evangelium unentgeltlich verkündigen zu wollen.

Nun stellt sich die Frage: Wie wird ein Studierter, noch schlimmer, ein Priester, von den Arbeitern aufgenommen?

Nun, zu Beginn waren seine Kollegen natürlich etwas zurückhaltend und distanziert, weil die Mehrzahl der Arbeiter nicht so viel mit der Kirche zu tun hat.

Dann merkten sie, daß er gut arbeitete und sich einfügte, hilfsbereit war und nicht missionieren wollte. Bei Problemen in der Familie oder nach dem plötzlichen Tod eines ehemaligen Kollegen. der kurz nach dem Eintritt in die Rente starb, kamen Gespräche auf, in denen auch das Wort des Heinrich K. gehört wurde. Er machte Geburtstagsbesuche bei Kollegen und das Zusammengehörigkeitsgefühl wuchs. Sein Spitzname war: Don Camillo.

Was mir bei dem Gespräch auffiel ist, daß Heinrich K. eine ungewöhnliche innere Ruhe ausströmt. So meine ich, daß sein Schritt richtig war und anerkennenswert ist. Es gibt nicht viele, die große Reden schwingen und dann tatsächlich etwas tun. Bei den meisten bleibt es beim Ersten.

Ich wünsche Dir, lieber Heinrich, viel Glück für Deinen weiteren Weg und vor allem ein wenig tolerantere Mitmenschen. Möge dieser Artikel das geleistet haben, was ich mir davon versprach, nämlich einiges gerade zu rücken. Alles Gute!

 

Nachdenken über Heinrich K. Ergebnis eines Besuchs, Zeichnung von Bernd Jünger, Erstveröffentlichung in: Tarsitius-Bote, Nr. 7, Januar 1985, 28-31.

TB: Witze

 

Erich kommt zu einer Kneipe und sieht einen Gast regungslos unter dem Tisch liegen. Erich sagt dem Wirt: „Geben Sie mir bitte das Gleiche!“

 

Maybe itʼs high to be a Bayer,
But to be Preiß is a little higher!

 

Deutsche Pfadfinderschaft St. Georg Dinslaken: Wir haben uns verlaufen! [Wortspiel: Den Pfad finden – den Pfad verloren haben.]

 

Bei einer Gefechtsübung schreit der Kompaniechef: „Angenommen, da vorn kommen feindliche Soldaten!“ Alle Rekruten schmeißen sich, deckungssuchend, ins Gebüsch. Nur einer bleibt stehen und verkündet: „Angenommen, Chef, hier steht ein Baum!“

 

„Warum tanzt du den ganzen Abend nicht?“ –
„Meine Frau ist doch gestorben!“ –
„Dann fordere doch einfach eine andere auf!“

 

„Herr Ober, das Brathähnchen ist unheimlich zäh!“ –
„Vielleicht stammt es aus einem gekochten Ei.“

 

In einem eleganten Restaurant knotet sich ein Gast seine Serviette um den Hals. Der Geschäftsführer empfiehlt dem Oberkellner: „Machen Sie dem Herrn taktvoll klar, daß sich das nicht gehört!“
Freundlich fragt daraufhin der Oberkellner den Gast: „Was darf es denn sein: Haare schneiden oder rasieren?“

 

TB serviert: Witze zum Weitererzählen, Zeichnung und Layout von Bernd Jünger, Erstveröffentlichung in: Tarsitius-Bote, Nr. 7, Januar 1985, 32.

 

 

© Dr. Heinrich Michael Knechten, Stockum 2026

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