Inhalt
Urartäische
Geschichte und Kunst
Einiges
zur urartäischen Sprache
Kleine
urartäische Bibliographie

Der Heilige Berg Ararat, Photographie von Johanna Kusters

Wer zum ersten Male das Wort urartäisch liest, wird erstaunt fragen: Was ist das denn?
Biblische
Quellen
Die Urartäer hatten in der Gegend des Berges Ararat einen Staat gegründet. Dieser Berg hieß ursprünglich Urartu, aber die Masoreten (Überlieferer), welche den hebräischen Bibeltext zwischen 780 und 930 nach Christus in Tiberias vokalisierten, kannten das assyrische Wort Urartu nicht mehr und schrieben einfach Ararat:
„Da dachte Gott an Noach und an alle Tiere und an alles Vieh, das bei ihm in der Arche war. Gott ließ einen Wind über die Erde wehen, und das Wasser sank. Die Quellen der Urflut und die Schleusen des Himmels schlossen sich; der Regen vom Himmel ließ nach, und das Wasser verlief sich allmählich von der Erde. So nahm das Wasser nach einhundertundfünfzig Tagen ab. Am siebzehnten Tage des siebenten Monates setzte die Arche im Gebirge Ararat auf.“ (Gen 8, 1-4).
Der Ararat ist ein mit ewigem Schnee bedeckter 5.156 m hoher Vulkankegel. Mit Ararat wird in der Bibel aber nicht nur dieser Berg, sondern auch das Königreich der Urartäer bezeichnet.
Der Prophet Jeremias (51, 27) schrieb gegen die Stadt Babylon:
„Rufet wider sie die Königreiche Ararat (Urartu), Minni und Aschkenas!“
Mit Minni sind die Mannäer und mit Aschkenas die Skythen gemeint. Die Mannäer errichteten in der frühen Eisenzeit ein Reich am Urmiasee.

Das Gebiet der Urartäer war auch als Zuflucht bekannt:
„Also brach Sanherib, der König von Assyrien, auf und zog weg und kehrte um und blieb zu Ninive. Und da er anbetete im Hause Nisrochs, seines Gottes, erschlugen ihn mit dem Schwert Adrammelech und Sarezer, seine Söhne, und sie entrannen ins Land Ararat, Und sein Sohn Asarhaddon ward König an seiner Statt“ (2. Buch der Könige 19, 36f).
Kurze
Geschichte vom 6. bis zum 1. Jt. v. Chr.
Besiedelt war das Gebiet um den Ararat seit dem 6. Jahrtausend vor Christus. Die Gebirgshänge waren dicht mit Buschwald bewachsen, in dem Wölfe, Füchse, Wildschweine, wilde Schafe sowie Ziegen, Gazellen, Rehe, Hirsche, Bären und Leoparden lebten.
Seit dem dritten vorchristlichen Jahrtausend spielte der Handel mit metallhaltigen Erzen, aber vor allem mit Obsidian eine große Rolle. Obsidian ist ein natürliches vulkanisches Glas, das bis Mesopotamien, Palästina, an den Persischen Golf und nach Arabien gehandelt wurde. Es eignete sich zur Verfertigung von Pfeilspitzen, Speerspitzen, Messern, Krügen und sogar Spiegeln.
Seit dieser Zeit gab es auch stadtartige Siedlungen mit Handwerk und Kunsthandwerk. Es wurden Zufluchtsburgen mit Festungscharakter errichtet. Die sogenannte Kura-Arax-Kultur oder Frühtranskaukasische Kultur hatte tausend Jahre lang Bestand. Die Grundlage für ihren Zusammenhalt und ihre Stabilität war eine blühende Agrarwirtschaft.
Gegen Ende des dritten vorchristlichen Jahrhunderts bildeten sich einzelne Fürstentümer heraus und es kam zu einer sozialen Differenzierung.
Seit 2000 vor Christus begann eine Zuwanderung aus dem Kaukasus in Richtung Süden. Neben die Hurriter, die hier seit tausend Jahren lebten, traten nun die Hethiter, ein iranisches Volk. In einzelnen Regionen nahm die nomadisierende Bevölkerung zu, während sich die seßhaften Bauerngemeinschaften zahlenmäßig verringerten.

Die erste Nachricht über Urartu findet sich in einer mittelassyrischen Quelle. Salmanassar I., welcher von 1273 bis 1244 regierte, berichtete, er habe in seinem ersten Regierungsjahr einen Feldzug nach Uruatri (Gebirgsland) gemacht. Dort habe er acht Länder erobert und einundfünfzig Städte zerstört.
Dieses Gebirgsland lag im 13. Jahrhundert vor Christus am oberen Flußlauf des Großem Zab, im Gebiet des Armenischen Taurus und um den Van-See. Die dort lebenden Völkerschaften schlossen sich nur bei Gefahr zu einem Kampfbündnis gegen die assyrischen Eindringlinge zusammen.
In den Kriegsberichten der assyrischen Könige Tukulti-Ninurta I. (1243-1207 vor Christus) und Tiglatpilesar I. (1114-1076 vor Christus) taucht der Begriff Naʼiri-Länder auf. Damit sind die Bergregionen um den Van- und Urmia-See gemeint. Hier gab es eine ethnisch und kulturell nicht einheitliche Stammeskonföderation. Später sollte gerade dieses Gebiet das Kernland der Urartäer werden. Seit dem 9. Jahrhundert vor Christus wurde Naʼiri oft mit Urartu gleichgesetzt. Im 8. Jahrhundert ist es als selbständiger Pufferstaat zwischen Urartu und Assyrien nachweisbar.
Der im 13. Jahrhundert als Großmacht herausgebildete Staat Assyrien suchte seinen Rohstoffbedarf unter anderem durch „Expeditionen“ in die nördlich angrenzenden Länder zu decken. Dabei half ihnen ihre überlegene Kriegstechnik. Tatsächlich waren dies Plünderungszüge. Die Assyrer bahnten ihren Weg mithilfe bronzener Äxte.
In ebenem Gelände setzten sie ihre Streitwagen ein. Die Sumerer hatten diese Kombination von Zugtier und Wagen erfunden. Ihre vierrädrigen Karren wurden von Kungas, einer Züchtung aus Haus- und Wildeseln, gezogen.
Die Kämpfer des Naʼiri-Gebietes hatten ebenfalls Streitwagen. Nach ihrer Unterwerfung wurden sie verpflichtet, Söhne ihrer Stammesfürsten als Geiseln zu stellen und als Tribut 1.200 Pferde und 2.000 Stück Großvieh zu entrichten. Pferde wurden nämlich in diesem Gebiet und im westlichen Iran gezüchtet.
Gegen Mitte des 9. Jahrhunderts schlossen sich die Bergstämme unter König Aramu zusammen. Dieser König herrschte von 858-844 vor Christus. Er war der erste historisch bekannte Herrscher des neu entstandenen urartäischen Staates. Als nun die Assyrer wiederum in Gebirgsland vorrückten, trafen sie nicht mehr auf isolierte und zersplitterte Stammesverbände, sondern auf einen gemeinschaftlichen erbitterten Widerstand. Nun war in den assyrischen Texten nicht mehr von Naʼiri-Ländern die Rede, sondern von Urartu. Die Urartäer selbst nannten ihren Staat Biaini(li), wörtlich übersetzt: die (Leute) des Landes Bia.
Rusa II., welcher von 680-650 vor Christus herrschte, war der letzte bedeutende urartäische König. Dann brach das urartäische Reich unter den militärischen Schlägen der Kimmerer, Skythen, Meder und einiger transkaukasischer Stämme zusammen.

Zu Kunst
und Kunsthandwerk in Urartu
Im 9. und 8. Jahrhundert vor Christus finden sich noch assyrisch-mesopotamische Vorbilder für das künstlerische Schaffen in Urartu. Sie ahmten vor allem neuassyrische Palastreliefs und Wandmalereien nach. Dies entspricht der Verwendung urartäischer Keilschrift-Denkmäler in assyrischer Sprache im gleichen Zeitraum. Es gab auch syrische und phönikische Einflüsse.
Danach wurde die Kunst Urartus selbständig. Ihre Merkmale sind ein starker Hang zur Stilisierung, eine Vorliebe für ornamentale und geometrische Muster, für Klarheit in der Gliederung, für Symmetrie und Reihung mit vielfacher Wiederholung ein und desselben Motivs, auch wenn es um Darstellungen von Themen voller Dynamik wie Jagd oder Kampf geht. Diese Tendenzen zur Abstraktion, zur Geometrisierung, zu mehr Vorliebe für das Detail als für das Ganze führten zur Stereotypisierung und Erstarrung der Formen. Die Abbildungen von Tieren und Menschen wirken nicht individuell.
Die Schrift
Neben der Keilschrift werden auch zwei verschiedene Systeme der Hieroglyphenschrift verwendet.
Verwandtschaft
mit anderen Sprachen
Das Urartäische ist mit dem Althurritischen verwandt. Beide Sprachen sind agglutinierend, haben die gleiche Wortstruktur, die ergative Satzstruktur und die antipassivische Konstruktion sowie die gleiche Suffixaufnahme. Weitgehende Übereinstimmungen finden sich bei der Nominalmorpohologie, und auch die Personalpronomina ähneln sich. Im Wortschatz finden sich ebenfalls zahlreiche Entsprechungen. Beide Sprachen haben einige Verbalinfixe gemeinsam. Stärkere Abweichungen gibt es dagegen bei den Relativpronomina und bei der Verbalmorphologie.
Mögliche sprachliche Zusammenhänge mit lebenden nordostkaukasischen Sprachen wurden diskutiert, sind aber noch nicht bewiesen.
Typologie
Typologisch gehört das Urartäische zu den agglutinierenden Sprachen: Die Wurzel oder Basis ist unveränderlich, während die grammatischen Elemente (Morpheme) durch Affigierung an diese Wurzel „angeleimt“ werden. Dadurch können lange morphematische Ketten entstehen.
Ein Affix (Morphem) trägt nur eine einzige grammatische Bedeutung, im Gegensatz zu den kumulativen Morphemen der flektierenden Sprachen. So kann im Latein amici sowohl die Freunde als auch des Freundes bedeuten. Im Urartäischen sind für einen solchen Ausdruck zwei Morpheme notwendig.
Das Urartäische und das Hurritische verwenden ausschließlich Suffixe, während das Sumerische beispielsweise sowohl Präfixe als auch Suffixe kennt.
Ergativ und
Antipassiv
Der Ergativ markiert das Subjekt transitiver Sätze (das sind Sätze mit direktem Objekt).
In Ergativsprachen hat das Subjekt intransitiver Sätze den gleichen Kasus wie das Objekt transitiver Sätze (Absolutiv).
Die Ergativsprachen bilden statt eines Passivs ein Antipassiv. Dabei wird das primäre Objekt einer transitiven Handlung nicht oder nur durch eine Adverbialbestimmung ausgedrückt. Dadurch wird darauf hingewiesen, daß das agens wichtiger ist als das patiens.
Kasuslehre
Der Absolutiv wird als Subjekt eines intransitiven Verbs oder eines antipassivisch konstruierten Verbs sowie als Objekt eines transitiven Verbs und im Nominalsatz verwendet.
Der Ergativ ist das Subjekt eines transitiven Verbs.
Der Genitiv hat eine attributive Funktion und ist Ausdruck der Zugehörigkeit.
Der Dativ drückt die Beziehung wem aus.
Der Direktiv drückt die Beziehung wohin aus.
Der Lokativ drückt die Beziehung wo aus.
Der Instrumental drückt die Beziehung womit, woraus, mit wem aus.
Der Ablativ hat eine separativische Funktion.
Der Komitativ drückt die Beziehung zusammen, mit aus.
Das
Verbalsystem
Die Verben des Urartäischen sind, entsprechend der ergativischen Struktur, in ihrer Konjugation scharf zwischen transitiv und intransitiv getrennt.
Der Ergativ markiert das Subjekt transitiver Sätze, die also ein direktes Objekt haben.
Das Subjekt intransitiver Sätze hat den gleichen Kasus wie das Objekt transitiver Sätze (Absolutiv).
Wie in den slavischen Sprachen, gibt es einen perfektiven Aspekt (Präteritum) und einen imperfektiven Aspekt (Präsens und Futur).
Der Voluntativ drückt eine Willensäußerung aus.
Der Jussiv drückt ein Sollen aus.
Der Konditionalis drückt eine Bedingung aus.
Der Potentialis drückt eine Möglichkeit aus
Syntax
Im Ergativsatz nimmt das Subjekt im Ergativ die Anfangsposition ein, gefolgt von dem Objekt im Absolutiv und dem Verb.
In lebhafteren Schilderungen kann das Verb die Anfangsposition einnehmen.
Im intransitiven Satz steht das Prädikat vor dem Subjekt.
In einem transitiv-ergativischen Satz steht das Agens im Kasus Ergativ und das Patiens im Kasus Absolutiv.
Im Nominalsatz nimmt das Prädikatsnomen die Endposition ein: Minua=ni MAN taraye – Minua (ist) der mächtige König.
Im Bedingungssatz fehlt der Ergativ am logischen Subjekt: a-še LUGAL-ni DḪal-di-ni aš=u=me Rusa=ḫi=na=a – Als der König Ḫaldi mich in Rusaḫinili einsetzte.
a-še GIŠul-di ta-nu-li – Wenn man einen Weingarten anlegt. a-še ist indefinites Agens.
(Für Studenten des Sumerischen ist es eine Freude, auf alte Bekannte zu stoßen: LUGAL – König, D = dingir – Gottesdeterminativ, GIŠ – Holzdeterminativ).
Urartäische Sprache
· Einführung in die urartäische Sprache, Mirjo Salvini und Ilse Wegner, Wiesbaden 2014.
· Einführung ins Urartäische. Grammatischer Abriß und ausgewählte Texte mit sprachlichen Erläuterungen, Karl Eduard Paul Johannes Friedrich (1893-1972), Mitteilungen der Vorderasiatisch-Ägyptischen Gesellschaft, Band 37, 3, Leipzig 1933.
· Урартский язык, Giorgij Aleksandrovič Melikišvili, Moskau 1964; Die urartäische Sprache, Übersetzung von Karl Sdrembek, Anhang von Mirjo Salvini, herausgegeben von Annelies Kammenhuber (1922-1995) und Mirjo Salvini, Studia Pohl, Band 7, Rom 1971.
· Zur urartäischen Nominalflexion, Gernot Wilhelm, in: Zeitschrift für Assyriologie 66 (1976), 105-119.
· Hurro-Urartian as an Eastern Caucasian Language, Igor Michajlovič Dʼjakonov und S. A. Starostin, Münchener Studien zur Sprachwissenschaft, Beiheft Neue Folge, Band 12, München 1986.
· Johannes Friedrich und die urartäische Sprachforschung, Mirjo Salvini, in: Altorientalische Forschungen 51 (2025), Nr. 2, 257-264.
Urartäische Texte
· Assyrien und Urartu, Teil 2: Die assyrisch-urartäischen Bilinguen, Walter Mayer, Alter Orient und Altes Testament, Band 395, Münster 2013.
· Corpus dei testi urartei, Mirjo Salvini, Le iscrizioni su pietro e roccia, Teil 1: Testi; Teil 2: Thesaurus, Teil 3: Carte, fotografie e disegni, Documenta Asiana, Band 8, 1-3, Rom 2008.
· Corpus dei testi urartei, Mirjo Salvini, Teil 4: Iscrizioni su bronzi, argilla e altri supporti, nuove iscrizioni su pietra, paleografia generale, Documenta Asiana, Band 8, 4, Rom 2012.
· Corpus dei testi urartei, Mirjo Salvini, Teil 5: Revisione delle epigrafi e nuovi testi su pietra e roccia. Dizionario urarteo. Schizzo grammaticale della lingua urartea, Paris 2018.
· Корпус урартских клинообразных надписей (Corpus der urartäischen Keilinschriften), N. V. Arutjunjan, Erevan 2001.
· Урартские клинообразные надписи (Die urartäischen Keilinschriften), Giorgij Aleksandrovič Melikišvili (1918-2002), Moskau 1960.
Urartäische Kulturgeschichte
· Ancient Ararat. A Handbook of
Urartian Studies, Paul E. Zimansky, Delmar, New York 1998.
· Assyrien und Urartu, Teil 1: Der Achte Feldzug Sargons II. im Jahr 714 vor Christus, Walter Mayer, Alter Orient und Altes Testament, Band 395, Münster 2013.
· Das Charisma der Könige. Zur Konzeption des altorientalischen Königtums im Hinblick auf Urartu, Julia Linke, Dissertation, Freiburg im Breisgau 2013; Wiesbaden 2015.
· Das Königreich Urartu. Geschichte ּ Forschungsgeschichte ּ Königsresidenzen, Hans Dieter und Elke Kaspar, Norderstedt 2021.
· Das Reich Urartu. Ein altorientalischer Staat im ersten Jahrtausend vor Christus, Volkert Haas (1936-2019), Xenia, Band 17, Konstanzer Altorientalische Symposien, Band 1, Konstanz 1986.
· Die offenen Felsheiligtümer Urartus und ihre Beziehungen zu denen der Hethiter und Phryger, Fahri Işik, Documenta Asiana, Band 2, Rom 1995.
· Geschichte und Kultur der Urartäer, Mirjo Salvini, Darmstadt 1995.
· Götter, Genien und Mischwesen in der urartäischen Kunst, Seyyare Eichler, Archäologische Mitteilungen aus Iran, Ergänzungsband 10, Berlin 1984.
· Keramik urartäischer Festungen im Iran. Ein Beitrag zur Expansion Urartus in Iranisch-Azerbaidjan, Stephan Kroll, Archäologische Mitteilungen aus Iran, Ergänzungsband 13, Berlin 1976.
· Land um den Ararat. Osttürkei – Armenien, Alfred Renz, München 1983.
· Landscapes of Warfare. Urartu and
Assyria in the Ancient Middle East, Tiffany Earley-Spadoni, Denver, Colorado
2025.
· Tušpa. The Capital of Urartians, Erkan Konyar und Bülent Genç, Culture and History of the Ancient
Near East, Band 143, Leiden und Boston 2025.
· Urartäische und altiranische Kunstzentren, Ekrem Akurgal (1911-2002), Türk Tarih kurumu yayinlarɪ, Band 9, Ankara 1968.
· Urartu and its Neighbors,
Festschrift für Nicolay Harutyunyan, 2 Bände,
Aramazd, Band 5, 1 und 2, Erevan 2010.
· Urartu. Das Reich am Ararat. Archäologie entdeckt Geschichte, C. Ahrens und U. Balla, Ausstellung in Hamburg, Veröffentlichungen des Helms-Museums, Nr. 35, Hamburg 1979.
· Urartu. Das Reich am Ararat, Ralf-Bernhard Wartke, Kulturgeschichte der Antiken Welt, Band 69, Mainz 1993; 1998.
· Urartu. Ein Weltreich der Antike. Ein Reisehandbuch, Elke und Hans-Dieter Kaspar, Hausen (Landkreis Forchheim, Oberfranken) 1986.
· Urartu. Ein wiederentdeckter Rivale Assyriens, Hans-Jürgen Kellner, Ausstellung in München, München 1976.
· Urartu. Ein wiederentdeckter Rivale Assyriens, W. Thieme und Stefan Kroll, Ausstellung in Münster, , Münster 1979.
· Ost-Türkei. Völker und Kulturen zwischen Taurus und Ararat, Volker Eid, DuMont-Dokumente: DuMont Kunst-Reiseführer, Köln 1990.
· Im Land des Ararat. Völker und Kulturen im Osten Anatoliens, Volker Eid, Stuttgart und Darmstadt 2006; 2015.
· Van. The Capital of Urartu, Eastern
Anatolia, Oktay Belli, Istanbul 1989.
· Wasserbauten im Königreich Urartu und weitere Beiträge zur Hydrotechnik in der Antike, Christoph Ohlig, Schriften der Deutschen Wasserhistorischen Gesellschaft, Band 5, Norderstedt 2004.
Einführungen
ins Hurritische
· Einführung in die hurritische Sprache, Ilse Wegner, Wiesbaden 2000; 2007.
· Introduction to Hurrian, Ephraim A.
Speiser, Annual of the American Schools of Oriental Research, Band 20, New
Haven 1941.
Hurritisches
Glossar
· Glossaire de la langue hourrite, Emmanuel
Laroche, Études et commentaires, Band 93, Paris 1980.
Hurritische Texte
· Das hurritische Epos der Freilassung, Band 1: Untersuchungen zu einem hurritisch-hethitischen Textensemble aus Ḫattuša, Erich Neu, Studien zu den Boğazköy-Texten, Heft 32, Wiesbaden 1996.
· Die hurritisch-hethitische Bilingue und weitere Texte aus der Oberstadt, Heinrich Otten (1913-2012), Keilschrifttexte aus Boghazköi, Heft 32, Berlin 1990.
Hurritische
Kulturgeschichte
· Hethitische Berggötter und hurritische Steindämonen. Riten, Kult und Mythen. Eine Einführung in die altkleinasiatischen religiösen Vorstellungen, Volkert Haas, Kulturgeschichte der Antiken Welt, Band 10, Mainz 1982.
· Hurriter und Hurritisch, Volkert Haas, Xenia, Band 21, Konstanzer Altorientalische Symposien, Band 2, Konstanz 1988.
· Hurritische und luwische Riten aus Kizzuwatna, Volkert Haas und Gernot Wilhelm, Alter Orient und Altes Testament, Sonderreihe, Band 3, Hurritologische Studien, Band 1, Kevelaer 1974.
· Thirdspace in Assyrien und Urartu. Eine Archäologie der Sinne und Subalternität in der Eisenzeit in Nordmesopotamien, Vera Egbers, Leiden 2023. Dieses Buch behandelt die Frage: Wie nahmen Deportierte und Kriegsgefangene nach ihrer Verschleppung die neue Umgebung wahr? Was änderte sich bei ihnen?
· Urkesh and the Hurrians, Festschrift für Lloyd Cotson, Giorgio Buccellati, Bibliotheca Mesopotamica, Band 26, Urkesh Mozan Studies, Band 3, Malibu, California 1998.
Hethitisch ist eine indoeuropäische Sprache der Anatolischen Sprachgruppe. Ihre ältesten schriftlichen Belege stammen aus der Mitte des 18. Jahrhunderts vor Christus und sind somit die ältesten Zeugnisse einer indoeuropäischen Sprache.
Einführung
ins Hethitische
· A Hittite Manual for Beginners,
George A. Barton, Paris 1928.
· Einführung in die hethitische Sprache und Schrift, Elisabeth Rieken, Ute Gradmann, Jürgen Lorenz und Paul Herdt, Lehrbücher orientalischer Sprachen, Band 1, Cuneiform Languages, Band 2, 3, Münster 32022.
Hethitische
Grammatiken
· Das hethitische Aspektsystem. Eine funktionale Untersuchung des Verbalsuffixes <i> -ške/a-</i>, Alexandra Daues, Studien zu den Boğazköy-Texten, Heft 74, Wiesbaden 2025.
· Hethitisches Elementarbuch, Band 1: Kurzgefaßte Grammatik, Johannes Friedrich (1893-1972), Indogermanische Bibliothek, Abteilung 1: Sammlung indogermanischer Lehr- und Handbücher, Reihe 1: Grammatiken, Band 23, 1, Heidelberg 1940; 1960.
· Per una grammatica ittita, Onofrio
Carruba, Studia Mediterranea, Band 7, Pavia 1992.
Hethitische
Zeichen
· Hethitische Paläographie, Christel Rüster und Heinrich Otten, Studien zu den Boğazköy-Texten, Heft 20, Wiesbaden 1972.
· Hethitisches Zeichenlexikon. Inventar und Interpretation der Keilschriftzeichen aus den Boğazköy-Texten, Christel Rüster und Erich Neu, Studien zu den Boğazköy-Texten, Beiheft 2, Wiesbaden 1989.
Hethitische
Wörterbücher
· Chicago Hittite Dictionary, Hans Gustav Güterbock und Harry Hoffner, fortgeführt von Theo van den Hout und Petra Goedegebuure, 11 Lieferungen, Chicago 1980-2019.
· Glossar zu den althethitischen Ritualtexten, Erich Neu, Studien zu den Boğazköy-Texten, Heft 26, Wiesbaden 1983.
· Hethitisches Handwörterbuch. Mit dem Wortschatz der Nachbarsprachen, Johann Tischler, Innsbrucker Beiträge zur Sprachwissenschaft, Band 102, Innsbruck 2001. Nachbarsprachen sind Palaisch, Luwisch und Akkadisch.
· Kurzgefaßtes Hethitisches Wörterbuch. Kurzgefaßte kritische Sammlung der Deutungen hethitischer Wörter, Johannes Friedrich, Indogermanische Bibliothek, Reihe 2: Wörterbücher, Heidelberg 1952-1966; 1991.
Hethitische
Etymologie
· Etymologie der hethitischen Sprache, Heinz Kronasser (1913-1968) und Erich Neu, 2 Bände, Wiesbaden 1987.
Hethitische
Texte
· Die Umsiedelung der Schwarzen Gottheit. Das hethitische Ritual KUB XXIX, 4 (des Ulippi), Heinz Kronasser (1913-1968), Sitzungsberichte der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Philosophisch-Historische Klasse, Band 241, 3, Wien 1963.
· Hethitische Gesetze aus dem Staatsarchiv von Boghazköi, (um 1300 vor Christus), Heinrich Zimmern (1862-1931) und Johannes Friedrich, Der Alte Orient, Band 23, 2, Leipzig 1922.
· Hethitisches Elementarbuch, Band 2: Lesestücke in Transskription, Johannes Friedrich, Heidelberg 1946; 1967.
· Hethitisches Keilschrift-Lesebuch, Johannes Friedrich, Band 1: Lesestücke, Heidelberg 1960; 1978; Band 2: Schrifttafel und Erläuterungen, Heidelberg 1960; 1975.
· Nachlese und Textfunde seit 2017, Daniel Schwemer, Keilschrifttexte aus Boghazköi, Heft 71, Würzburg 2025.
· Hittite Texts in the Cuneiform
Character from Tablets in the British Museum, London 1920.
· Die hethitische Literatur- Texte, Stilistik, Motive, Volkert Haas, Berlin und New York 2006.
· Ersatzrituale für den hethitischen König, Hans Martin Kümmel, Studien zu den Boğazköy-Texten, Heft 3, Wiesbaden 1967.
· Mythische und historische Wahrheit. Interpretation zu Texten der hethitischen, biblischen und griechischen Historiographie, Hubert Cancik, Stuttgarter Bibelstudien, Band 48, Stuttgart 1970.
Sprachvergleich
· Lykisch und Hittitisch, Holger Pedersen (1867-1953), Historisk-filologiske meddelelser, Band 30, Nr. 4, Kopenhagen 1945.
Hethitische
Kulturgeschichte
· Arinna. Eine heilige Stadt der Hethiter, Maciej Popko, Studien zu den Boğazköy-Texten, Heft 50, Wiesbaden 2009.
· Die Hethiter, Jörg Klinger, München 32025.
· Die Hethiter und ihr Reich. Das Volk der tausend Götter, Ausstellung in Bonn, Tahsin Özgüç, Helga Willinghöfer und Uta Hasekamp, Übersetzung von Aişe Baykal-Seher, Stuttgart 2002.
· Die hethitischen Felsreliefs in der Türkei. Ein archäologischer Führer, Eberhard P. Rossner, München 1988.
· Die Kunst der Hethiter, Ekrem Akurgal, Aufnahmen von Max Hirmer, München 1961; 1976.
· Enge
Schlucht und Schwarzer Berg. Entdeckung des Hethiter-Reiches, C. W. Ceram (Kurt Wilhelm Marek; 1915-1972), Reinbek 1955; Entdeckung
des Hethiter-Reiches. Enge Schlucht und Schwarzer Berg, Klagenfurt 1955; Le
Secret des Hittites. Découverte
dʼun
ancien empire, Übersetzung
von Henri Daussy, Paris 1955; The Secret of the Hittites.
The Discovery of an Ancient
Empire, Übersetzung von Clara und Richard Winston, A
Borzoi Book, New York 1956.
· Geschichte der Hethiter. Mit besonderer Berücksichtigung der geographischen Verhältnisse und der Rechtsgeschichte, Friedrich Cornelius, Darmstadt 1973.
· Geschichte des hethitischen Reiches, Horst Klengel (1933-2019) und Fiorella Imparati (1930-2000), Handbuch der Orientalistik, Band 1, 34, Leiden 1999.
· Ḫattuša – Stadt der Götter und Tempel. Neue Ausgrabungen in der Hauptstadt der Hethiter, Peter Neve, Zaberns Bildbände zur Archäologie, Band 8, Mainz 1993.
· Hattuscha. Auf der Suche nach dem sagenhaften Großreich der Hethiter, Andreas Schachner, München 2011.
· Hattuscha. Hauptstadt der Hethiter. Geschichte und Kultur einer altorientalischen Großmacht, Kurt Bittel, DuMont Dokumente, Köln 1991.
· Hethitische Berggötter und hurritische Steindämonen. Riten, Kult und Mythen. Eine Einführung in die altkleinasiatischen religiösen Vorstellungen, Volkert Haas, Kulturgeschichte der Antiken Welt, Band 10, Mainz 1982.
· Hethitische Totenrituale, Heinrich Otten (1913-2012), Institut für Orientforschung, Band 37, Berlin 1958.
· Hippologia Hethitica, Annelies Kammenhuber (1922-1995), Wiesbaden 1961.
· Il culto
di una dea Ittita, Giulia Torri, Vicino oriente,
Band 2, Rom 1999.
· Mykene und das Hethiterreich, Fritz Schachermeyr, Sitzungsberichte der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Philosophisch-Historische Klasse, Band 11, Wien 1986.
· Pax Hethitica. Studies on the Hittites and their Neighbours in Honour of Itamar Singer, herausgegeben von Yoram Cohen, Studien zu den Boğazköy-Texten, Heft 51, Wiesbaden 2010.
· The Quest for the Hittites.
Uncovering a Forgotten Civilization, Fausto Labruto, Jefferson, North Carolina
2013.
Bibliographie der Hethitologie
· Systematische Bibliographie der Hethitologie 1915-1995, Vladimir Souček (1928-1990) und Jana Siegelova, 3 Bände, Handbuch der Orientalistik, Abteilung 1: Der Nahe und Mittlere Osten, Band 39, 1-3, Prag 1996.
Luwisch ist eine indoeuropäische Sprache und gehört zur anatolischen Sprachgruppe. Diese Sprache wurde im 2. und 1. Jahrtausend vor Christus in Anatolien und Nordsyrien gesprochen.
Luwische
Schrift
· Das Verhältnis zwischen Hieroglyphen- und KeilschriftLuwisch. Überlegungen zu den Ursprüngen der anatolischen Hieroglyphenschrift, Francis Breyer, in: Altorientalische Forschungen 49 (2022), Nr. 1, 18-31.
· Schrift und Schriftlichkeit. Die anatolische Hieroglyphenschrift, Annick Payne, Dissertation, Berlin 2013, Wiesbaden 2015.
Hieroglyphenluwisch
· Hieroglyphic Luwian, Annick Payne, Elementa linguarum orientis, Band 3, Wiesbaden 2004.
· Kleine Einführung ins Hieroglyphen-Luwische, Rudolf Werner und Barbara Lüscher, Orbis Biblicus et Orientalis, Band 106, Freiburg im Üechtland und Göttingen 1991.
Keilschriftluwisch
· A Dictionary of Cuneiform Luvian,
Harold Craig Melchert, Ann Arbor, New York 2024.
· The Spelling of Dental Stops in
Cuneiform Luwian, Alexander Johannes Jacobus Vertegaal, in: Historische
Sprachforschung 133 (2020), 290-318.
· Untersuchung zur Stammbildung des keilschrift-luwischen Nomens, Frank Starke, Studien zu den Boğazköy-Texten, Heft 31, Wiesbaden 1990.
Luwische
Grammatik
· A Study in the Syntax of the Luwian
Language, Federico Giusfredi, Texte der Hethiter,
Heft 30, Heidelberg 2020.
· Untersuchung zur Stammbildung des keilschrift-luwischen Nomens, Frank Starke, Studien zu den Boğazköy-Texten, Heft 31, Wiesbaden 1990.
Luwische
Texte
· Corpus of Hieroglyphic Luwian Inscriptions, Halet Çalet (1916-2014), John David Hawkins Junko Taniguchi und Mark Weeden, 3 Bände in 6 Büchern, Untersuchungen zur indogermanischen Sprach- und Kulturwissenschaft, Neue Folge, 8, 1 (1-3) - 3 (1-2), Berlin und Boston 1999f.2022. 2024.
· Die keilschrift-luwischen Texte in Umschrift, Frank Starke, Studien zu den Boğazköy-Texten, Heft 30, Wiesbaden 1985.
· Luwili. Hittite-Luwian Ritual Texts attributed to Puriyanni, Kuwattala and Sillaluhi (CTH 758-763), Ilya S. Yakubovich, Alice Mouton und Laura Puétolas Rubio, Studien zu den Boğazköy-Texten, Heft 72, 1f, 2 Bände, Wiesbaden 2023 (Edition and Commentary; Discussion and Glossary).
Luwische
Sprachvergleiche
· Anatolian Verbal Stem Formation.
Luwian, Lycian and Lydian, David Sasseville, Dissertation, Marburg 2018, Brillʼs
Studies in Indo-European Languages and Linguistics, Band 21, Leiden 2021.
Luwische
Kulturgeschichte
· Die Luwische Kultur. Das fehlende Element in der ägäischen Bronzezeit, Eberhard Zangger, Istanbul 2016.
· Luwian Identities, Culture, Language
and Religion between Anatolia and the Aegean, Alice Mouton, Ian Rutherford und
Ilya S. Yakubovich, Leiden 2013.
· Sociolinguistics of the Luvian
Language, Ilya S. Yakubovich, Leiden 2010.
· The Luwians, Harold Craig Melchert, Handbuch der Orientalistik, Abteilung 1: Der Nahe und Mittlere Osten, Band 68, Leiden und Boston 2003.
· The Luwians of Western Anatolia,
Their Neighbours and Predecessors, Fred Woudhuizen (1959-2021), Oxford 2018.
Das Palaische wurde im zweiten Jahrtausend vor Christus in der Region Pala (nordwestlich vom hethitischen Kernland) gesprochen. Es kam im 13. Jahrhundert vor Christus außer Gebrauch. Es handelt sich um eine indoeuropäische Sprache, die zur anatolischen Sprachgruppe gehört.
Palaische Sprache
· Beiträge zum Palaischen, Onofrio Carruba (1930-2016), Istanbul 1972.
· Das Palaische. Texte, Grammatik, Lexikon, Onofrio Carruba, Studien zu den Boğazköy-Texten, Heft 10, Wiesbaden 1970.
Hattisch ist eine isolierte Sprache, die in Anatolien bis vor 3.500 Jahren gesprochen wurde. Die Hattier wohnten in dem Gebiet, in das später die Hethiter einwanderten, und sie wurden nicht von ihnen vertrieben.
Hattische Grammatik
· Beiträge zur Grammatik des Hattischen, Christian Girbal, Europäische Hochschulschriften, Reihe XXI: Linguistik, Band 50, Frankfurt am Main, Bern und New York 1986.
· Untersuchungen zur hattischen Grammatik: Phonologie, Morphologie, Syntax, Zsolt Simon, Dissertation, Budapest 2012.
· I pronomi enclitici nei testi etei di traduzione del hattico, Alfredo Rizza, Studia Mediterranea, Band 20, Pavia 2007.
Hattischer Wortschatz
· Hattischer Wortschatz in hethitischer Textüberlieferung, Oğuz Soysal, Handbuch der Orientalistik, Abteilung 1: Der Nahe und Mittlere Osten, Band 74, Leiden 2004.
Sprachverwandtschaft
·
Hattic
as a Sino-Caucasian Language, Aleksej S. Kasʼjan, in:
Ugarit-Forschungen 41 (2010), 309-447.
·
The
Relation of West-Caucasian to Hattic, Vjačeslav
A. Čirigba, in: Common West Caucasian, Leiden
1996, 406-432.
Hattische Texte
· Die hattisch-hethitischen Bilinguen, Hans-Siegfried Schuster, 2 Bände, Documenta et monumenta orientis antiqui, Leiden 1974.2002 (Einleitung, Texte und Kommentar; Textbearbeitungen in zwei Teilen).
· Hattische Texte, Heinrich Otten und Christel Rüster, Keilschrifttexte aus Boghazköi, Heft 37, Berlin 1996.
Hattische Kultschicht
· Untersuchungen zur Rekonstruktion der hattischen Kultschicht, Jörg Klinger, Studien zu den Boğazköy-Texten, Heft 37, Wiesbaden 1996.
Hattische Studien
· Zum Stand der hattischen Studien. Mögliches und Unmögliches in der Erforschung des Hattischen, P. Taracha, in: Atti del II congresso di hittitologia, Onufrio Carruba, Mauro Giorgieri und Clelia Mora, Studia Mediterranea, Band 9, Pavia 1995, 351-358.
Karisch wurde in Westanatolien gesprochen. Diese Sprache ist indoeuropäisch und gehört zu den anatolischen Sprachen. Schriftzeugnisse gibt es aus der Zeit von 750 bis 250 vor Christus. Am nächsten stand sie dem im Südosten angrenzenden Lykischen, während sie sich von dem im Norden angrenzenden Lydischen stark unterschied.
Entzifferung
der karischen Schrift
· Исследования по дешифровке карийских надписей (Untersuchungen zur Entzifferung karischer Inschriften), Vitálij Víktorovič Ševoróškin (1932-2023) und Vjačeslav Ivanov (1929-2017), Moskau 1965.
· La decifrazione
del cario. Atti del I simposio
internazionale, M. E. Giannotta, Rom 1994.
Karische
Sprache
· The Carian Language, Ignacio J. Adiego, Anhang von Koray Konuk, Handbuch der Orientalistik, Abteilung 1: Der Nahe und Mittlere Osten, Band 86, Leiden 2007.
· Drei karische Verben, Diether Schürr, in: Kadmos 61 (2022), Nr. 1, 145-154.
· Studien zu Sprache und Geschichte der Karer in Ägypten, Frank Kammerzell, Göttinger Orientforschungen, Band 4, 27, Wiesbaden 1993.
Karische
Inschriften
· Carian Inscriptions from North Saqqâra and Buhen, Olivier Masson
(1922-1997), Excavations at Saqqâra. Documentation
Series, Band 3, London 1978.
· Colloquium Caricum. Akten der Internationalen Tagung über die karisch-griechische Bilingue von Kaunos, Wolfgang Blümel, Peter Frei und Christian Marek, Kadmos, Band 37, Berlin und Boston 1998.
· Die karisch-griechische Bilingue von Kaunos. Eine zweisprachige Staatsurkunde des 4. Jahrhunderts vor Christus, Peter Frei und Christian Marek, in: Kadmos 36 (1997), Nr. 1, 1-89.
· Einige karische Inschriften aus Ägypten und Kleinasien und ihre Deutung nach der Entzifferung der karischen Schrift, Karl-Theodor Zauzich (1939-2021), Wiesbaden 1972.
· Inschriften aus Nordkarien, Wolfgang Blümel, Inschriften griechischer Städte aus Kleinasien, Band 71, Bonn 2018.
Karische
Sprachvergleiche
· Karisch, Lykisch, Lydisch, Vitalij Ševoeoškin, in Klio 50 (1968), Nr. 50, 53-70.
· Lykisch und Karisch, Diether Schürr, in: Historische Sprachforschung 122 (2009), Nr. 1, 100-110.
Karische
Kulturgeschichte
· Die Karer und die Anderen, Frank Rumscheid, Kolloquium in Berlin 2005, Bonn 2009.
· Die Karer und ihre Dynasten, Gabriele Bockisch, Dissertation, Berlin 1968; Berlin 1969.
· Die karische Stadt Latmos, Anneliese Peschlow-Bindokat und Koray Konuk, Milet. Ergebnisse der Ausgrabungen und Untersuchungen seit dem Jahre 1899, Band 6, Berlin und Boston 2005.
· Halikarnassos und das Maussoleion. Die modernste Stadtanlage und der als Weltwunder gefeierte Grabtempel des karischen Königs Maussolos, Wolfram Hoepfner, Darmstadt 2013.
· Herakleia am Latmos. Eine karische Gebirgslandschaft. Stadt und Umgebung, Anneliese Peschlow-Bindokat, Urs Peschlow (1943-2018) und Volker Höhfeld,Homer Archaeological Guides, Band 3, Istanbul 2005.
· Karisch-ägyptische Grabstelen, in: Eine „Trübung des attischen Geistes“? Ursprung, Entwicklung und Bedeutung archaischer Grabreliefs außerhalb Attikas, Luisa Balandat, Tübinger archäologische Forschungen, Band 39, Rahden in Westfalen 2023, 133-149.
· Lykier und Karer. Zwei autochthone Ethnien Kleinasiens zwischen Orient und Okzident, Isabella Benda-Weber, Asia-Minor-Studien, Band 56, Berlin 2005.
· Über die Karer und Leleger, Wilhelm Gottlieb Soldan, in: Rheinisches Museum für Philologie 3 (1835), 89-227.
· Zu den griechischen Inschriften aus dem Heiligtum des karischen Gottes Sinyri, Adolf Wilhelm (1864-1950), Wien 1947.
· Zu den karisch-griechischen Lehnbeziehungen, Zsolt Simon, in: Glotta 95 (2019), Nr. 1, 296-308.
Lykisch ist eine indoeuropäische Sprache der anatolischen Sprachgruppe, das in Süd-Anatolien gesprochen wurde. Verwandtschaftlich steht es dem Luwischen am nächsten. Es gab Lykisch A und Lykisch B. Letzteres wurde auch als Milyisch bezeichnet. Schriftliche Zeugnisse liegen seit dem 5. Jahrhundert vor Christus vor. Im Hellenismus starb die Sprache aus.
Entzifferung
des Lykischen
· Die lykisch-griechischen Inschriften. Beiträge zur Entzifferung der lykischen Sprachdenkmäler, J. Savelsberg, Berlin 1875; Berlin und Boston 2021.
Lykische
Sprache
· Der lykische Vokalismus. Methode und Erkenntnisse der vergleichenden anatolischen Sprachwissenschaft, angewandt auf das Vokalsystem einer Kleincorpussprache, Ivo Hajnal, Habilitationsschrift, Zürich 1995; Graz 1995.
· Der Satzbau im Lykischen, Ferdinand Heinrich Hestermann (1878-1959), in: La Suède et lʼOrient 1926.
· Die Suffixe im Lykischen, Ferdinand Heinrich Hestermann, in: Le Monde Oriental 10 (1916), 192-237.
Lykische
Wörterbücher
· Die einheimischen Namen der Lykier nebst einem Verzeichnis kleinasiatischer Namenstämme, Johannes Sundwall, Klio, Beiheft 11, Leipzig 1913; Aalen 1963.
· Glossar des Lykischen, Günter Neumann (1920-2005) und Johann Tischler (1946-2019), Dresdner Beiträge zur Hethitologie, Band 21, Wiesbaden 2007.
· A Dictionary of the Lycian Language,
Harold Craig Melchert, Ann Arbor, New York 2004.
· Lycian Lexicon, Harold Craig
Melchert, Lexica Anatolica, Band 1, Chapel Hill,
North Carolina 1993.
Lykische
Inschriften
· Archäologisch-sprachwissenschaftliches Corpus der Denkmäler mit lykischer Schrift, Jürgen Borchhardt, Martina Pesditschek und Heiner Eichner, in: Österreichische Akademie der Wissenschaften. Anzeiger der philosophisch-historischen Klasse 134 (1997-1999), Nr. 2, 11-96.
· Créatures hybrides de Lycie. Images et
identité en Anatolie antique (VIe-IVe siècles avant
J.-C.), Fabienne Colas Ranou, Dissertation, Bordeaux 2008; Archéologie & culture, Rennes 2020. (Mischwesen in der lykischen
Kunst).
· Die Lykier. Ihre Geschichte und ihre Inschriften, Theodor Kluge (1880-1959), in: Der Alte Orient 11 (1910), Heft 2.
· Die lykisch-griechischen Inschriften. Beiträge zur Entzifferung der lykischen Sprachdenkmäler, J. Savelsberg, Berlin 1875; Berlin und Boston 2021.
· Die lykischen Inschriften im Spiegel ihrer Sprache, Eleonora Gehrisch, Leipzig 2018.
· Die lykischen Münzlegenden, Otto Mørkholm und Günter Neumann, Nachrichten der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen, Philologisch-historische Klasse 1977, Nr. 1, Göttingen 1978.
· Lycian Families in the Hellenistic
and Roman Periods. A Regional Study of Inscriptions. Towards a Social and Legal
Framework, Selen Kiliç Aslan, Brill Studies in Greek and Roman Epigraphy, Band 19, Leiden und
Boston 2023.
· Lykiaka. Frammenti,
Simone Podesta, Besançon 2022.
· Neufunde lykischer Inschriften seit 1901, Günter Neumann, Denkschriften. Österreichische Akademie der Wissenschaften, Philologisch-historische Klasse, Band 135, Ergänzungsbände zu den tituli Asiæ Minoris, Band 7, Wien 1979.
Lykische
Sprachvergleiche
· Anatolian Verbal Stem Formation.
Luwian, Lycian and Lydian, David Sasseville, Dissertation, Marburg 2018, Brillʼs
Studies in Indo-European Languages and Linguistics, Band 21, Leiden 2021.
· Das Lykische und seine Verwandten, Günter Neumann, Nachrichten der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen, Philologisch-historische Klasse 2004, Nr. 7, Göttingen 2004.
· Karisch, Lykisch, Lydisch, Vitalij Ševoeoškin, in Klio 50 (1968), Nr. 50, 53-70.
· Lykisch und Hittitisch, Holger Pedersen (1867-1953), Historisk-filologiske meddelelser, Band 30, Nr. 4, Kopenhagen 1945.
· Lykisch und Karisch, Diether Schürr, in: Historische Sprachforschung 122 (2009), Nr. 1, 100-110.
· Sprachkontakt im alten Anatolien. Das Lykische aus synchroner und diachroner Perspektive, Matilde Serangeli, Dissertation, Köln 2015; Köln 2018.
Lykische
Kulturgeschichte
· Ancient Cities of Lycia on Turkeyʼs
Turquoise Coast. History, Archaeology, Architecture, Henry C. Matthews,
Istanbul 2024.
· Beiträge zur Geschichte der Lykier, Oskar Treuber, 3 Bände, Tübingen 1886.1888.
· Bodrum und das Land der Lykier, Erica Reese, München 1984.
· Das Heroon von Trysa. Ein Denkmal in Lykien zwischen Ost und West. Untersuchungen zu Bildschmuck, Bauform und Grabinhaber, Alice Landskron und Sabine Haag, o. O. 2016.
· Das lykische Volk und seine Bedeutung für die Entwicklung des Altertums, Johann Jakob Bachofen (1815-1887) und Manfred Schröter (1880-1973), Die Schweiz im deutschen Geistesleben, Band 30, Leipzig 1924.
· Die Entstehung der Landschaft Lykien. Historische Geographie und archäologischer Befund, Frank Kolb, in: Kulturraum und Territorialität. Archäologische Theorien, Methoden und Fallbeispiele, Kolloquium in Esslingen 2007, Rahden in Westfalen 2009, 131-141.
· Die ethnologische Stellung der Lykier, Arthur Gleye, Helsinki 1900.
· Eine fast vergessene Stadt. Die Wiederentdeckung der Stadt Trebenna im lykisch-pamphylisch-pisidischen Grenzgebiet, Nevzat Çevik, Burhan Varkivanç, Süleyman Bulut und Isa Kizgut, in: Antike Welt 35 (2004), Heft 1, 41-49.
· Identität und Politik. Kollektive kulturelle und politische Identität der Lykier bis zur Mitte des vierten Jahrhunderts vor Christus, Corinna Hoff, Dissertation, Heidelberg 2015; Amaltheia, Band 1, Wiesbaden 2017.
· Integration und Herrschaft. Überlegungen zur „Trilingue von Xanthos“, Peter Funke, in: Berührungspunkte. Studien zur Sozial- und Religionsgeschichte Israels und seiner Umwelt, Festschrift für Rainer Albertz, herausgegeben von I. Kottsieper, R. Schmitt und J. Wöhrle, Alter Orient und Altes Testament, Band 350, Münster 2008. 603-612.
· Lykien. Geschichte einer antiken Landschaft, Frank Kolb, Darmstadt 2018.
· Lykier und Karer. Zwei autochthone Ethnien Kleinasiens zwischen Orient und Okzident, Isabella Benda-Weber, Asia-Minor-Studien, Band 56, Berlin 2005.
· Studia de Lycia
antiqua, René Lebrun, Hethitica, Band 17,
Bibliothèque des cahiers de lʼInstitut de linguistique de Louvain,
Band 136, Löwen 2015.
· The Lycians. A Study of Lycian
History and Civilisation to the Conquest of Alexander the Great, Trevor R.
Bryce und Jan Zahle, Kopenhagen 1986.
· The Lycians in Literary and
Epigraphic Sources, Trevor R. Bryce und Jan Zahle, Kopenhagen
1986.
Das Lydische ist eine indoeuropäische Sprache und gehört zur anatolischen Sprachgruppe. Es unterscheidet sich vom Luwischen, Lykischen und Karischen, hat aber Berührungspunkte mit dem Hethitischen und Palaischen.
Lydische
Sprache
· Лидийский язык (Die lydische Sprache), Vitálij Víktorov Ševoróškin (1932-2023), Языки народов Азии и Африки (Sprachen der Völker Asiens und Afrikas), Moskau 1967.
· Lydiaka. Untersuchungen zu Schrift, Sprache und Götternamen der Lydier, Alfred Heubeck (1914-1987), Erlanger Forschungen, Reihe A: Geisteswissenschaften, Band 9, Erlangen 1959.
· Lydisches Wörterbuch. Mit grammatischer Skizze und Inschriftensammlung, Roberto Gusmani, Indogermanische Bibliothek, Zweite Reihe: Wörterbücher, Heidelberg 1964; Ergänzungsband, Heidelberg 1986.
· Phonétique et morphologie de la langue
lydienne, Raphael Gérard, Bibliothèque des cahiers de lʼInstitut de linguistique de
Louvain, Band 114, Louvain-la-Neuve 2005.
Lydische
Inschriften
· Lydian Inscriptions, Teil I, Enno
Littmann (1875-1958), Sardis. Publications of the American Society for the
Excavation of Sardis, Band 6, 1, Leiden 1916.
· Lydian Inscriptions, Teil II, W. H. Buckler, Sardis. Publications of the American Society for the Excavation of Sardis, Band
6, 2, Leiden 1924.
· Neue epichorische
Schriftzeugnisse aus Sardis
(1958-1971), Roberto Gusmani, Archaeological Exploration of Sardis, Monographie 3, Cambridge, Massachusetts 1975.
· Zu den lydischen Inschriften, Olaf August Danielsson (1852-1833), Kungliga Humanistika Vetenskapssamfundet Skrifter, Band 20, 2, Uppsala 1917.
· Zu den lydischen Inschriften, Emil Vetter (1878-1963), Sitzungsberichte der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Philosophisch-historische Klasse, Band 232, 3, Wien 1959.
Lydische
Sprachvergleiche
· Anatolian Verbal Stem Formation.
Luwian, Lycian and Lydian, David Sasseville, Dissertation, Marburg 2018, Brillʼs
Studies in Indo-European Languages and Linguistics, Band 21, Leiden 2021.
· Karisch, Lykisch, Lydisch, Vitalij Ševoeoškin, in Klio 50 (1968), Nr. 50, 53-70.
Lydische
Kulturgeschichte
· Blaundos. Berichte zur Erforschung einer Kleinstadt im lydisch-phrygischen Grenzgebiet, Axel Filges, Istanbuler Forschungen, Band 48, Tübingen 2006.
· Die Könige der Lyder. Von der Urzeit bis Gyges, Hans Kaletsch, Dissertation, München 1954.
· Die Lyder in der griechischen Literatur, Sönke Sönnichsen, München 2011.
· Die lydischen Kulte im Lichte der griechischen Inschriften, Maria Paz de Hoz, Dissertation, Salamanca 1994, Asia-Minor-Studien, Band 36, Bonn 1999.
· Forschungen in Lydien, Elmar Schwertheim (1943-2022), Asia-Minor-Studien, Band 17, Bonn 1959.
· Lords of Asia Minor. An Introduction
to the Lydians, Annick Payne und Jorit Wintjes, Philippika, Band 93, Wiesbaden 2016.
· Lydien. Ein altanatolischer Staat zwischen Griechenland und dem Vorderen Orient, Peter Högemann und Norbert Oettinger, Berlin und Boston 2018.
· Lydische Stadtmünzen. Neue Untersuchungen, Friedrich Imhoof-Blumer (1838-1920), Genf und Leipzig 1897.
· The Lydians and Sardis, Hasan Dedeoğlu,
Istanbul 2003.
· Altkleinasiatische Sprachen, Johannes Friedrich, Handbuch der Orientalistik, erste Abteilung, Band 2, Leiden 1969.
· Die acht Sprachen der Boghazköi-Inschriften, Emilio O. Forrer (1894-1986), Sitzungsberichte der Preußischen Akademie der Wissenschaften, Philosophisch-historische Klasse, Band 53, Berlin 1919.
· Hethitisch, palaisch, luwisch, hieroglyphenluwisch und hattisch, Annelies Kammenhuber, Münchener Studien zur Sprachwissenschaft, Beiheft 4, München 1969.
· Texte aus dem Bezirk des Großen Tempels III, Marie-Claude Trémouille und Hugo H. Figulla, Keilschrifttexte aus Boghazköi, Heft 51, Berlin und Leipzig 2009 (Hurritisch, Luwisch, Palaisch, Hattisch).
· Texte aus dem Bezirk des Großen Tempels XVII, Marie-Claude Trémouille und Hugo Heinrich Figulla, Keilschrifttexte aus Boghazköi, Heft 65, Leipzig 2015.
· Texte aus dem Bezirk des Großen Tempels XX, Theo P. J. van den Hout, Hugo Heinrich Figulla, Heinrich Otten (1913-2012) und Christel Rüster, Keilschrifttexte aus Boghazköi, Heft 68, Berlin und Osnabrück 2015.
· Völker und Sprachen Altanatoliens, Maciej Popko, Wiesbaden 2008.
· Die frühen Völker Eurasiens. Vom Neolithikum bis zum Mittelalter, Hermann Parzinger, Historische Bibliothek der Gerda-Henkel-Stiftung, München 2000; 2011.
· Geschichte Kleinasiens in der Antike, Christian Marek und Peter Frei, Historische Bibliothek der Gerda-Henkel-Stiftung, München 32010.
· Völker im Schatten. Die Gegenspieler der Griechen und Römer 1200 v. Chr. - 200 v. Chr., Friedrich-Karl Kienitz (1925-2012), Beckʼsche Sonderausgaben, München 1981.




© Dr. Heinrich Michael Knechten, Stockum 2025